Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) gehört zu den Cannabinoiden und ist der Hauptwirkstoff von Cannabis (Haschisch, Marihuana).
Die LD50 bei der Maus beträgt 42 mg/kg Körpergewicht intravenös und 482 mg/kg bei oraler Verabreichung, beim Rhesusaffen tritt nach intravenöser Gabe von 128 mg/kg Körpergewicht der Tod durch Atemstillstand und Herzversagen ein.Eberhard Teuscher, Ulrike Lindequist: Biogene Gifte. Akademie-Verlag, 1988 Berlin, ISBN 3-05-500314-4 (Seite 65f „Letale Dosen von THC bei Maus und Rhesusaffe“)
Das bedeutet: bei einer angenommen LD50 von 150 mg/kg Körpergewicht (oral) beim Menschen (sehr geringe Schätzung) müsste eine 70 kg schwere Person 10500 mg THC aufnehmen, um zu sterben. Bei einem angenommenen Durchschnittsgehalt von 4 - 8 % wären das 131.250 bis 262.500 mg (also ca. 130 - 260 g) Cannabis, die innerhalb eines sehr kurzen Zeitraumes konsumiert werden müssten.
Mit n-Butan (Feuerzeuggas) lässt sich das Haschöl bei sehr tiefen Temperaturen aus dem Pflanzenmaterial extrahieren; diese Methode bringt allerdings hohe Brand- und Explosionsgefahr mit sich. Das Lösungsmittel verdampft auch schon bei Zimmertemperatur. Der Vorgang kann aber auch durch Erwärmen beschleunigt werden, wobei die Lösung wegen der niedrigen Verdampfungsenthalpie des Butans stark abkühlt.
Annähernd das ganze Butan lässt sich nach einer gewissen Zeit abdampfen. Das so erhaltene Öl hat ein Aussehen ähnlich wie Bernstein, bei Zimmertemperatur ist es dickflüssig und zieht Fäden wie Kunstharz. Wenn man es abkühlt, erstarrt es relativ schnell.
Außer THC enthält das Öl in der Regel dennoch weitere gelöste Stoffe wie Chlorophyll, weitere Cannabinoide, einige Alkaloide in sehr kleiner Menge und ungelöste feine Teile des Ausgangsmaterials. Durch verschiedene chemische Verfahren kann das Öl noch weiter konzentriert werden, indem die restlichen unerwünschten Substanzen entfernt werden.
In der Hanfpflanze (Cannabis sativa,indica, ruderalis) wird THC-Säure aus Cannabidiol (CBD)-Säure synthetisiert und zerfällt wieder zu Cannabinol (CBN)-Säure.
Daneben wird THC auch in Speisen und Getränken verarbeitet. Da THC lipophil (fettliebend) ist, wird dieses häufig in fettreichen Nahrungsmitteln wie Milch, Kuchen, Muffins etc. verarbeitet. THC-haltige Nahrungsmittel wirken häufig stärker, als die vergleichbare gerauchte Dosis, sind aber auch viel schlechter dosierbar und wirken erst mit bis zu vier Stunden Verzögerung. Dies ist besonders beim Autofahren zu berücksichtigen.
THC ist ohne Emulgator nicht intravenös applizierbar.
Die vielfältigen Wirkungen auf den Körper beruhen sowohl auf der Bindung von THC im Gehirn als auch in der Peripherie. Bekannt ist, dass Immunzellen CB - Rezeptoren besitzen, Cannabinoide also eine Wirkung auf das Immunsystem haben. Die körberbezogenen Wirkungen werden jedoch auch in starkem Maße zentral vermittelt. So entscheidet der Wachzustand (Schlaf bzw. Narkose oder Wachheit) in großem Maße über die Wirkung auf Atem- und Herzfrequenz. So zeigen narkotisierte Tiere meist eine Herzfrequenzverlangsamung, während wache Tiere mit einer Pulserhöhung reagieren (ebenso auch der Mensch).
Vor allem entscheidet aber auch der Gemütszustand des Konsumenten (set) über die erlebte Wirkung. Da sich Sinneseindrücke teilweise verstärken, kann es sowohl zu euphorisierenden, als auch zu unschönen, teilweise in Paranoia, Angst und Panik entartenden Effekten kommen. Dieses sehr heterogene und zum Teil schwer vorraussagbare Bild der Wirkung ist besonders bei wenig erfahrenen Cannabiskonsumenten und Personen, die Probleme "wegrauchen" wollen, zu berücksichtigen. Bei depressiven Personen kann der Konsum von Cannabis im Extremfall der erwarteten Gemütsverbesserung entgegen wirken, ja sogar zum "Horrortrip" entarten. Die Ausbildung einer Schizophrenie bei disponierten Personen, vor allem nach langjährigem Gebrauch, ist bekannt.
Endocannabinoidrezeptoren befinden sich im Gehirn und in der Milz. In der Milz reagiert THC zu 11-OH-THC, welches stärker psychoaktiv ist als THC. Im Stammhirn, wo lebenswichtige Funktionen wie Atmung koordiniert werden, sind nur sehr wenige bis gar keine Rezeptoren vorhanden, was darauf hinweisen könnte, dass diese Vorgänge von THC nicht beeinflusst werden. Im Hippokampus, wo das Kurzzeitgedächtnis angesiedelt ist, finden sich hingegen sehr viele dieser Rezeptoren. Dort wird entschieden, ob eine Information wichtig ist und wie sie weiterverarbeitet wird, d. h. ob sie vergessen oder ins Langzeitgedächtnis gespeichert wird. Dies könnte erklären, weshalb THC einen bedeutenden Einfluss auf das Kurzzeitgedächtnis hat.
Medizinische Anwendung: Cannabis als Medizin
THC steht unter dem Verdacht, bei schwerem chronischen Konsum zu Psychosen zu führen. Dies ist aber noch nicht wissenschaftlich belegt, zumal bei Dauerkonsumenten häufig auch ein Mischkonsum besteht.
Da THC am häufigsten geraucht wird, kommen die üblichen Nebenwirkungen des Rauchens hinzu: Arteriosklerose, sowie ein deutliches erhöhtes Risiko von Herz- und Hirninfarkten, Mund-, Kehlkopf-, Lungen- und Blasenkrebs. Diese Nebenwirkungen sind aber der Konsumform und nicht dem nativen Wirkstoff THC zuzuordnen. Bei dem sehr verbreiteten Mischen mit Tabak kommen alle Gefahren der Nikotinsucht noch dazu.
Es bestehen keine Hinweise, dass THC teratogen (fruchtschädigend) ist, trotzdem sollten Schwangere und Stillende auf den Konsum von THC verzichten, da Schäden am ungeborenen oder gestillten Kind nicht sicher ausgeschlossen sind.
Versuche mit chronisch kranken MS-Patienten haben jedoch den Verdacht nahegelegt, dass eine Behandlung mit THC oder THC-ähnlichen Stoffen keinesfalls die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Tests mit mehreren Versuchspersonen, die teilweise nur ein Placebo erhielten, haben dies eindeutig bestätigt.
In der Schweiz ist seit Anfang 2005 ebenfalls mit einem Drogentest (engl. "Drug Wipe") an Verkehrskontrollen zu rechnen, trotz des Gerüchtes, dass die von der Polizei eingesetzten Schnelltests in über 80 % der FälleUnzuverlässiger Speicheltest bei Drogen (Neue Zürcher Zeitung vom 24. Januar 2005 zitiert im Hanfarchiv) Jagd auf Kiffer nach dem Prinzip Zufall (Solothurner Tagblatt vom 21. Januar 2005 zitiert im Hanfarchiv) falsche Resultate liefern. Andere inoffizielle Stellen sprechen von einem Missbrauch des Strassenverkehrsgesetzes, da selbst Patienten mit Opiaten und anderen starken Medikamenten fahrberechtigt bleiben, während der THC-Konsument nicht nur bestraft wird, wenn er unter direktem Einfluss der Droge steht, sondern auch wenn der Konsum schon Tage zurückliegt. Das Problem begründet sich wie folgt: der Drogentest weist kein THC nach, sondern nur die Cannabinolsäure (THC-COOH, auch THC-Carbonsäure genannt), ein Abbauprodukt des schnell zerfallenden THCs, das keine berauschenden Wirkungen hat. Die Cannabinolsäure selbst wird allerdings sehr viel langsamer im Körper abgebaut und ist somit längere Zeit nachweisbar. Da der Abbauprozess der Cannabinolsäure von einigen Stellen als unberechenbar bezeichnet wird, könnte er sich von Person zu Person unterscheiden. Dies wäre eine Erklärungsmöglichkeit für die oben beschriebene Gerüchte und Probleme.
Haschisch enthält im Schnitt zwischen 5 und 10 % THC, wobei – wie auch bei Marihuana – die Spanne sehr groß sein kann: Hochwertiges Haschisch kann ebenfalls über 20 % THC enthalten. Das in den Niederlanden aus hochwertigem Marihuana hergestellte Haschisch (welches jedoch nur einen sehr kleinen Marktanteil hat) enthält mitunter bis zu 40 % THC.
Das auf dem Schwarzmarkt eher selten erhältliche Haschischöl kann je nach Produktionsweise bis zu 90 % THC enthalten. Hier ist jedoch die Gefahr durch Verunreinigungen, vor allem wegen der bei der Herstellung verwendeten Lösungsmittel, besonders groß.
Chemische Verbindung | Cannabinoid | Halluzinogen | Hanf
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