Terra preta (portugiesisch für "dunkle Erde") wird eine Schwarzerde in Amazonien genannt, die aus einer Mischung von Holzkohle, Dung und Kompost schon vor Hunderten, vielleicht auch vor Tausenden von Jahren entstanden sein könnte. Vermutlich wurde sie schon von den alten Indianervölkern, v.a. den Tupi, wegen ihrer Fruchtbarkeit genutzt, denn man findet sie in teils meterdicken Schichten, durchsetzt mit Tonscherben, an alten und prähistorischen Siedlungsgebieten besonders entlang der Flussläufe.
Davon ausgehend stellt sich die Frage, wie man mit dem technischen Stand von vor 500 Jahren in einem Gebiet, das heute vielleicht eine Million Menschen dauerhaft ernähren kann, 100 Millionen Menschen ernähren konnte? Terra preta könnte eine Antwort liefern. Das eventuell vorhandene Wissen um eine möglicherweise bewusste Herstellung durch Ureinwohner ist aber im Laufe der Conquista und der Kolonisierung verloren gegangen, ebenso die Rolle, die Tiere und Bodenlebewesen dabei gespielt haben.
Die Erde des Regenwaldes ist normalerweise nicht besonders nährstoffreich. Der größte Teil der Nährstoffe ist in der Biomasse der Tiere und Pflanzen gebunden, denn die Nährstoffe in einer Humusschicht zu speichern ist im tropischen Regenwald offenbar nur ausnahmsweise möglich. Stirbt zum Beispiel ein Baum, werden dessen Nährstoffe kaum im Boden gespeichert, sondern von anderen Pflanzen sofort wieder genutzt.
Terra preta-Schwarzerde verhindert teilweise das Auswaschen der Nährstoffe aus dem Boden und verbessert die Bereitstellung pflanzenverfügbarer Stoffe. Die Untersuchungen der Terra preta stellen deshalb eine Forschungsaufgabe zur nachhaltigen Landwirtschaft in der Regenfeldbauzone und möglicherweise auch in anderen Klimazonen dar.
Ein weiterer Vorteil der Terra preta wäre, dass sie 'nachwachsen' soll. Es gibt Bauern in Amazonien, die Terra preta verkaufen und beim Aushub eine Schicht von 20 cm Stärke bestehen lassen. Danach fällt organisches Material auf den Boden und 'ernährt' die Terra preta, welche dadurch wieder 'nachwächst'. Nach Berichten von amazonischen Bauern hat der Hügel schon nach 20 Jahren wieder die gleiche Höhe wie vor dem Abbau.
Als Ersatzlösung zur Herstellung von Terra preta kann die wenig fruchtbare gelbe Erde des Regenwaldes mit Holzkohle und Kompost vermengt werden.
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