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Terra preta (portugiesisch für "dunkle Erde") wird eine Schwarzerde in Amazonien genannt, die aus einer Mischung von Holzkohle, Dung und Kompost schon vor Hunderten, vielleicht auch vor Tausenden von Jahren entstanden sein könnte. Vermutlich wurde sie schon von den alten Indianervölkern, v.a. den Tupi, wegen ihrer Fruchtbarkeit genutzt, denn man findet sie in teils meterdicken Schichten, durchsetzt mit Tonscherben, an alten und prähistorischen Siedlungsgebieten besonders entlang der Flussläufe.

Historische Bedeutung


Francisco de Orellana, der erste spanische Conquistador, der den Amazonas im 16. Jahrhundert befuhr, berichtete von großen Städten. Insgesamt schätzte er die Zahl der Einwohner auf 100 Millionen. Seine Expedition war allerdings die einzige, die diese Kultur entdeckt hat. Wissenschaftler haben zwei Theorien: 1. Er hat gelogen; oder 2. Diese Kultur ist an den durch die Spanier eingeschleppten Krankheiten zugrunde gegangen.

Davon ausgehend stellt sich die Frage, wie man mit dem technischen Stand von vor 500 Jahren in einem Gebiet, das heute vielleicht eine Million Menschen dauerhaft ernähren kann, 100 Millionen Menschen ernähren konnte? Terra preta könnte eine Antwort liefern. Das eventuell vorhandene Wissen um eine möglicherweise bewusste Herstellung durch Ureinwohner ist aber im Laufe der Conquista und der Kolonisierung verloren gegangen, ebenso die Rolle, die Tiere und Bodenlebewesen dabei gespielt haben.

Vorteile der Terra preta


Mit einer derartigen Erde wäre eine bessere und umweltfreundlichere Nutzung von Plantagen möglich, wenn man ähnliche Temperaturen und Feuchtigkeitsgehalte wie im tropischen Regenwald (z.B. durch Beschattung mit Bäumen) gewährleisten könnte. Denn Plantagen können dort nur etwa 15 Jahre lang bewirtschaftet werden, danach ist der Boden durch die Ernten und zu hohe Bodentemperaturen ausgelaugt. Dann werden weitere Regenwaldflächen gerodet, um darauf neue Plantagen anzulegen.

Die Erde des Regenwaldes ist normalerweise nicht besonders nährstoffreich. Der größte Teil der Nährstoffe ist in der Biomasse der Tiere und Pflanzen gebunden, denn die Nährstoffe in einer Humusschicht zu speichern ist im tropischen Regenwald offenbar nur ausnahmsweise möglich. Stirbt zum Beispiel ein Baum, werden dessen Nährstoffe kaum im Boden gespeichert, sondern von anderen Pflanzen sofort wieder genutzt.

Terra preta-Schwarzerde verhindert teilweise das Auswaschen der Nährstoffe aus dem Boden und verbessert die Bereitstellung pflanzenverfügbarer Stoffe. Die Untersuchungen der Terra preta stellen deshalb eine Forschungsaufgabe zur nachhaltigen Landwirtschaft in der Regenfeldbauzone und möglicherweise auch in anderen Klimazonen dar.

Ein weiterer Vorteil der Terra preta wäre, dass sie 'nachwachsen' soll. Es gibt Bauern in Amazonien, die Terra preta verkaufen und beim Aushub eine Schicht von 20 cm Stärke bestehen lassen. Danach fällt organisches Material auf den Boden und 'ernährt' die Terra preta, welche dadurch wieder 'nachwächst'. Nach Berichten von amazonischen Bauern hat der Hügel schon nach 20 Jahren wieder die gleiche Höhe wie vor dem Abbau.

Als Ersatzlösung zur Herstellung von Terra preta kann die wenig fruchtbare gelbe Erde des Regenwaldes mit Holzkohle und Kompost vermengt werden.

Zitat


von Charles C. Mann *
Before it became the New World, the Western Hemisphere was vastly more populous and sophisticated than has been thought—an altogether more salubrious place to live at the time than, say, Europe. New evidence of both the extent of the population and its agricultural advancement leads to a remarkable conjecture: the Amazon rain forest may be largely a human artifact

Siehe auch


Weblinks


Bodenkunde

Terra preta | Terra preta | Terra preta

 

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