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Allgemeines
Name Terpentin
Andere Namen Balsamöl, Balsamterpentin, Kiefernöl
Summenformel -
CAS-Nummer 8006-64-2
Kurzbeschreibung farblose bis gelbliche, meist cremige, Flüssigkeit
Eigenschaften
Aggregatzustand flüssig
Dichte 0,86 g/cm³
Schmelzpunkt -50 °C
Siedepunkt 154 - 170 °C
Dampfdruck 5 hPa (20 °C)
Löslichkeit -
Sicherheitshinweise
R- und S-Sätze R: 10-20/21/22
S: (2-)61
MAK -
Terpentin (Balsamöl, Kiefernöl) nennt man die frischen, durch Lufteinwirkung noch nicht veränderten Harzausflüsse verschiedener Koniferen, besonders Kiefern (Pinus), die als Gemische von Harz und ätherischen Ölen zu den Balsamen gehören und erst beim Eintrocknen unter Verlust der flüchtigen Stoffe in Harz übergehen. Terpentin ist eine farblose bis gelbliche, meist cremige Flüssigkeit, deren Hauptbestandteil 2-Pinen und andere monocyclische Monoterpene ist. Terpentin ist gesundheitsschädlich und umweltgefährdend. Die CAS-Nummer für das Gemisch lautet 8006-64-2.

Terpentinöl (Terpentinspiritus) wird durch Destillation aus Terpentin gewonnen. Es ist ein sehr flüchtiges, Öl und Harz lösendes Mittel.

Eigenschaften


In Wasser ist die Flüssigkeit unlöslich, jedoch in Öl, Alkohol und Salmiak. Das Gemisch erstarrt bei ungefähr -50 °C und siedet zwischen 154 und 170 °C. Die Dichte beträgt 0,86 g/cm³. Der Dampfdruck beträgt bei 20 °C 5 hPa. Die Gefahren des Gemisches sind stark vom Pinen- und 3-Carengehalt abhängig. Die R-Sätze 10-20/21/22 und S-Sätze (2-)61 sind beim Umgang mit Terpentin zu beachten.

Gewinnung


Zur Gewinnung der zwischen Holz und Rinde oder in besonderen Hohlräumen gebildeten Ausscheidungen macht man entweder durch die Rinde senkrechte rinnenartige Einschnitte, an deren unterem Ende die Masse in besonderen Vertiefungen oder untergestellten Gefäßen aufgefangen wird, oder man bohrt die Stämme an und läßt aus den mit Pfropfen verschlossenen Löchern von Zeit zu Zeit den Balsam ausfließen. Das Anhauen oder Anbohren der Bäume erfolgt im Frühjahr, das Ausfließen dauert bis in den Herbst, und zwar am reichlichsten bei der Sonne ausgesetzten Bäumen mit dicker Rinde (siehe auch: Pecherei).

Reinigung


Die gesammelten, oft durch Erde oder Sand, Nadeln und Rindenstückchen verunreinigten Massen werden durch Schmelzen bei gelindem Feuer verflüssigt, durch grobe Tücher oder eine Strohschicht geseiht und auf Fässer gefüllt. In den Vereinigten Staaten setzt man sie einfach in Fässern mit durchlöchertem Boden der Sonnenwärme aus, worauf das reine Terpentin von selbst abtropft. Auch in Frankreich wird Terpentin auf diese Weise gereinigt und Pâte de térébenthine au soleil, als dickflüssige, oder à la chaudière, als dünnflüssige Sorte, genannt.

Arten


Die Terpentine sind honigdicke, sehr zähflüssige, je nach der Herkunft klare oder trübe, aromatisch riechende und schmeckende Massen, die, obschon im allgemeinen von gleicher Zusammensetzung, in Konsistenz, Färbung, Geruch und Ölgehalt doch Abweichungen zeigen. Nach den Ursprungsländern werden sie in folgende Handelssorten unterschieden, wobei die hochwertigen auch "Edelterpentine" genannt werden:

  • Das gewöhnliche, gemeine oder deutsche Terpentin (lat. Terebinthina communis), hauptsächlich aus der Schwarzkiefer Pinus nigra, seltener von der Weiß- ("Straßburger Terpentin") und Rottanne gewonnen, ist von zäher, etwas körniger Konsistenz, gelblichweiß gefärbt und trübe sowie von stark harzigem Geruch und bitterlich würzigem Geschmack. Österreichisches Terpentin (lat. Terebinthina austriaca) stammt auch von der Schwarzkiefer, die besonders im Wienerwald verbreitet ist, und aus Niederösterreich in sogenannten Lägeln, kleinen ovalen Fässern, versandt wird. Französisches Terpentin nennt man besonders die Abscheidung der Seekiefer (Pinus pinaster), die in verschiedenen Gegenden Südfrankreichs Wälder bildet. Es ist dünnflüssiger und feiner und von angenehmem Geruch. Das amerikanische Terpentin des Pinus palustris unterscheidet sich vom gewöhnlichen nicht wesentlich und fällt daher in dieselbe Gruppe.

  • Die beste Sorte des Terpentins ist das venetianische oder Lärchen-Terpentin (lat. Terebinthina veneta), das hauptsächlich in Tirol, Kärnten, Steiermark und weiter östlich bis nach Ungarn von der Europäischen Lärche, Larix decidua, gewonnen wird. Doch gibt es auch in der Provence Lärchenwälder, die echtes venetianisches Terpentin liefern. Die dickflüssige, klebrige, ziemlich durchsichtige Masse ist nur schwach gelblich gefärbt, stark fadenziehend und langsam trocknend. Es hat einen harzig-würzigen, etwas zitronenartigen Geruch. Aus Lärchenzapfen ausgekochtes Terpentin ist minderwertig. Sein zurückbleibendes Harz ist splittrig und wird durch atmosphärische Einflüsse angegriffen.

  • Nordamerika erzeugt die feinste aller Terpentinarten, das kanadische Terpentin, bekannt unter dem Namen Kanadabalsam.

  • Die sonst noch vorkommenden Terpentine, wie ungarisches und zyprisches Terpentin von der Pistacia terebinthina, haben wenig Bedeutung. Italienisches Terpentin (lat. Terebinthina italica) stammt aus den selben Gegenden wie das venetianische, ist aber dunkler an Farbe.

Verwendung


Terpentin dient hauptsächlich dazu, Harze weicher und geschmeidiger zu machen, und wird daher als Zusatz für Siegellacke, Harzfirnisse, Lacke, Kitte und Ätzgründe verwandt. Zur Herstellung von Lack kann nur die wasserfreie Venetianer Sorte benutzt werden, da sonst trübe Lacke entstehen. Sie verbrennt im Gegensatz zum gewöhnlichen wasserhaltigen Terpentin ohne prasselndes Geräusch. Weiter wird Terpentin als Zusatz zu Salben, Pflastern und Hufkitt sowie in der Medizin viel verwandt. Auch bildet es den Rohstoff zur Herstellung des Terpentinöls, des Kolophoniums und des Isoprens (zur Kautschuksynthese). Außerdem wird es als wichtiges Binde- und Verdünnungsmittel in der Ölmalerei verwendet.

Siehe auch: Universalverdünnung

Stoffgemisch

Терпентин | Terpentin | Turpentine | Terebinto | Aguarrás | Tärpätti | Essence de térébenthine | テレビン油 | Terpentijn | Terpentin | Terpentyna | Aguarrás | Скипидар

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Terpentin".

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