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Tennessee Williams (* 26. März 1911 in Columbus, Bundesstaat Mississippi; † 25. Februar 1983 in New York City; eigentlich Thomas Lanier Williams) war ein US-amerikanischer Schriftsteller. Den Spitznamen "Tennessee" erhielt er von College-Freunden an der University of Missouri, weil sein Vater im Bundesstaat Tennessee geboren wurde. Seine Großeltern, bei denen er oft und gern zu Besuch war, lebten immer noch dort, und dies war für seinen Akzent prägend. Sein 1952 Bühnenstück, The Rose Tattoo (seinem Lebensgefährten, Frank Merlo, gewidmet), erhielt den Tony Award für bestes Schauspiel. Kritiker behaupten, dass Williams im Stil der Südstaatengothik schreibe.

Leben


Tennessee Williams wuchs in Columbus/Mississippi auf. Er liebte diesen Ort und war deshalb auch sehr traurig als er und seine Eltern nach St. Louis zogen. Seine schwierige Familienverhältnisse finden teilweise Widerhall in seinem schriftstellerischen Werk. Sein Vater, Cornelius Williams, war Handelsreisender für Schuhe und schlug seine Kinder. Die Mutter, Edwina Williams, stammte aus einer vormals wohlhabenden Südstaatenfamilie. Sein Bruder, Dakin Williams, wurde vom Vater gegenüber Tennessee bevorzugt. Seine Schwester, Rose Williams, war psychisch krank und emotional instabil. Sie verbrachte einen Großteil ihres Lebens unter ärztlicher Aufsicht. Eine von den Eltern letztendlich erlaubte Lobotomie hat Tennessee ihnen nie verziehen.

Die Figuren in Tennessee Williams Schauspielen werden oft vor seinem Familienhintergrund gesehen. Laura Wingfield in The Glass Menagerie wird oft als von seiner Schwester Rose inspiriert angesehen und Amanda Wingfield von seiner Mutter. Andere Figuren, wie etwa Tom Wingfield in The Glass Menagerie und Sebastian in Suddenly Last Summer, gelten ebenfalls als autobiographisch. Auch die Hauptfigur in Cat on A Hot Tin Roof, Brick Pollitt, weist starke autobiographische Züge auf. Vor allem war Williams jedoch ein Autor des Südens der USA. New Orleans, das Mississippidelta und die Küste des Golfs von Mexiko sind Schauplätze seiner Stücke.

In seinen Memoiren behauptet Tennessee, er sei schon als Teenager sexuell aktiv geworden. Dagegen verlegt sein Biograph Lyle Leverich dies in seine späten 20-er Jahre. Die wichtigste homosexuelle Beziehung Tennessees war die zu seinem Sekretär Frank Merlo. Sie begann 1947 und endete mit Merlos Krebstod im Jahre 1961, der Tennesee in jahrelange Depressionen stürzte. Während ihres Zusammenseins gab Merlo emotionale Stabilität. Die Werke dieser Zeit gelten als seine besten.

Williams wurde Opfer eines Gay-bashings im Januar 1979 in Key West. Fünf Teenager schlugen ihn zusammen, aber er wurde nicht ernsthaft verletzt. Die Episode war Teil einer Serie von anti-schwuler Gewalt, die dort stattfand, nachdem ein örtlicher Baptistenprediger eine Zeitungsanzeige gegen Homosexualität schaltete. Viele seine Kritiker haben vermeintliche "Exzesse" in seinem Werk kritisiert; es wird allgemein geglaubt, damit seien Angriffe auf Williams sexuelle Identität gemeint.

Im Jahre 1955 gewann Williams den Pulitzer-Preis für das Drama "Die Katze auf dem heißen Blechdach" (Cat on A Hot Tin Roof), und im Jahre 1948 für "Endstation Sehnsucht" (A Streetcar Named Desire). Kritiker ordnen seine Schauspiele dem "Southern Gothic" Stil zu.

Williams verbrachte viele Jahre in Rom, ihn verband eine tiefe Freundschaft mit der berühmten italienischen Schauspielerin Anna Magnani. Für sie schrieb er zwei Stücke, "The Rose Tattoo" und "Orpheus Descending" in denen sie jeweils die Hauptrolle spielte.

Tennessee Williams erstickte am 24. Februar 1983 im Alter von 71 Jahren an einem Flaschenverschluss in seinem New Yorker City Residenz im Hotel Elysee. Andere (u. a. sein Bruder Dakin Williams) nehmen an, er sei ermordet worden. Beerdigt wurde er in St. Louis, Missouri.

Werke


Theaterstücke

  • 1944 The Glass Menagerie (Die Glasmenagerie. Ein Spiel der Erinnerung)
  • 1947 A Streetcar Named Desire (Endstation Sehnsucht)
  • 1948 Summer and Smoke
  • 1950 The Rose Tattoo (Die tätowierte Rose)
  • 1955 Cat On a Hot Tin Roof (Die Katze auf dem heißen Blechdach)
  • 1957 Orpheus Descending (Orpheus steigt herab)
  • 1958 Suddenly, Last Summer (Plötzlich letzten Sommer)
  • 1959 Sweet Bird of Youth (Süßer Vogel Jugend)
  • 1961 The Night of the Iguana (Die Nacht des Leguan)
  • 1964 Eccentricities of a Nightingale

Drehbücher

  • 1956 Baby Doll

Romane

  • 1950 The Roman Spring of Mrs. Stone (Mrs. Stone und ihr römischer Frühling)
  • 1975 Moise and the World of Reason ("Moise und die Welt der Vernunft")

Zitate


  • Gott kommt nicht, wenn wir es möchten, aber er kommt rechtzeitig.
  • Wer ein schlechtes Gedächtnis hat, dem bleibt keine andere Wahl, als die Wahrheit zu sagen.
  • Jede Dummheit findet einen, der sie macht.
  • Die Menschen früherer Zeiten waren genauso schlecht wie wir. Sie wussten es nur nicht so genau.
  • Die Menschen von heute wünschen das Leben von übermorgen zu den Preisen von vorgestern.
  • Frauen lieben die Besiegten, aber sie betrügen sie mit den Siegern.
  • Lüge ist das Gesetz unseres Lebens, es gibt zwei Wege daraus. Alkohol ist der eine und Tod der andere.
  • Arbeit ist ein Rauschgift, das wie ein Medikament aussieht.

Filmografie


Literatur


  • Jochen Baier: "The long-delayed but always expected something". Der American Dream in den Dramen von Tennessee Williams. Trier: WVT 2001. (= Studien zur anglistischen Literatur- und Sprachwissenschaft; 14) ISBN 3-88476-494-2
  • Senata Karolina Bauer-Briski: The role of sexuality in the major plays of Tennessee Williams. Bern u. a.: Lang 2002. ISBN 3-906767-97-3
  • Confronting Tennessee Williams's A streetcar named desire. Essays in critical pluralism, hsrg. v. Philip C. Kolin. Westport, Conn. u. a.: Greenwood Press 1993. (= Contributions in drama and theatre studies; 50) ISBN 0-313-26681-6
  • George W. Crandell: Tennessee Williams. A descriptive bibliography. Pittsburgh, Pa. u. a.: Univ. of Pittsburgh Press 1995. ISBN 0-8229-3769-7
  • Therese Fischer-Seidel: Mythenparodie im modernen englischen und amerikanischen Drama. Tradition und Kommunikation bei Tennessee Williams, Edward Albee, Samuel Beckett und Harold Pinter. Heidelberg: Winter 1986. (= Anglistische Forschungen; 174) ISBN 3-533-03592-1
  • Anne Fleche: Mimetic disillusion. Eugene O'Neill, Tennessee Williams and US dramatic realism. Tuscaloosa, Ala. u. a.: Univ. of Alabama Press 1997. ISBN 0-8173-0838-5
  • Alice Griffin: Understanding Tennessee Williams. Columbia, SC: Univ. of South Carolina Press 1995. ISBN 1-570-03017-0
  • Ronald Hayman: Tennessee Williams. Everyone else is an audience. New Haven u. a.: Yale Univ. Press 1993. ISBN 0-300-05414-9
  • Kenneth Holditch u. Richard Freeman: Tennessee Williams and the South. Jackson, Miss.: Univ. Press of Mississippi 2002. ISBN 1-578-06410-4
  • Christian Jauslin: Tennessee Williams. Velber: Friedrich 1969. (= Friedrichs Dramatiker d. Welttheaters; 59)
  • Andrea Kallenberg-Schröder: Die Darstellung der Familie im modernen amerikanischen Drama. Untersucht an ausgewählten Dramen von Arthur Miller, Tennessee Williams und Edward Albee. Frankfurt am Main u. a.: Lang 1990. (= Europäische Hochschulschriften; Reihe 14; 207) ISBN 3-631-42421-3
  • Gulshan Rai Kataria: The faces of Eve. A study of Tennessee Williams's heroines. New Delhi u. a.: Sterling Publ. 1992.
  • Jürgen Koepsel: Der amerikanische Süden und seine Funktionen im dramatischen Werk von Tennessee Williams. Bern: Lang 1974. (= Mainzer Studien zur Amerikanistik; 5) ISBN 3-261-00991-8
  • Lyle Leverich: Tom. The unknown Tennessee Williams. New York, NY: Crown Publ. 1995. ISBN 0-517-70225-8
  • Carol Petersen: Tennessee Williams. Berlin : Colloquium 1975. (= Köpfe des XX. Jahrhunderts; 80) ISBN 3-7678-0378-X
  • Gene Daniel Phillips: The films of Tennessee Williams. Philadelphia: Art Alliance Press u. a.: Associated University Presses 1980. ISBN 0-87982-025-X
  • Annette J. Saddik: The politics of reputation. The critical reception of Tennessee Williams' later plays. Madison u. a.: Fairleigh Dickinson Univ. Press u. a. 1999. ISBN 0-8386-3772-8
  • David Savran: Communists, cowboys, and queers. The politics of masculinity in the work of Arthur Miller and Tennessee Williams. Minneapolis, Minn. u. a.: Univ. of Minnesota Press 1992. ISBN 0-8166-2123-3
  • Barbara Vahland: Der Held als Opfer. Aspekte des Melodramatischen bei Tennessee Williams. Bern: Lang 1976. (= Europäische Hochschulschriften; Reihe 14,28)
  • Dennis Vannatta: Tennessee Williams. A study of the short fiction. Boston: Twayne 1988. (= Twayne's studies in short fiction; 4) ISBN 0-8057-8304-0
  • Nada Zeineddine: Because it is my name. Problems of identity experienced by women, artists, and breadwinners in the plays of Henrik Ibsen, Tennessee Williams, and Arthur Miller. Braunton Devon: Merlin Books 1991. ISBN 0-86303-517-5

Weblinks


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