Alletemp.jpg Die Temperamentenlehre kategorisiert Menschen nach ihrer Grund-Wesensart.
Sie geht auf die Humoralpathologie (Viersäftelehre) zurück, die dem Hippokrates von Kós (griech. Arzt, 5. Jahrhundert v. Chr., 460-375 v. Chr.) zugeschrieben wird. Innerhalb des Corpus Hippocraticum wurde sie in der Schrift "Die Natur des Menschen" erstmals entwickelt, welche dem Polybos, Schwiegersohn und Schüler des Hippokrates zugeschrieben wird.
Die Verknüpfung der Viersäftelehre mit der Lehre von den vier Temperamenten erfolgte durch Galenus von Pergamon, der den vier Flüssigkeiten des Körpers ("humores") je ein Temperament zuordnete. Je nach Vorherrschaft einer dieser vier Flüssigkeiten bilde sich das damit verbundene Temperament besonders hervor. Galen griff dabei eine Auffassung auf, die in gewissen Bereichen, z.B. der Melancholie bereits zuvor gebildet worden war, und systematisierte sie:
Im Mittelalter wurde die Temperamentenlehre Galens noch durch entsprechende Sternzeichen und Tonarten ergänzt.
Sie wurde viele Jahrhunderte akzeptiert und inspirierte moderne Persönlichkeitspsychologen wie Hans Eysenck (1916 - 1997), der in seinem Persönlichkeitszirkel die Eigenschaft "instabil" zwischen melancholisch und cholerisch, "extrovertiert" zwischen cholerisch und sanguinisch, "stabil" zwischen sanguinisch und phlegmatisch sowie "introvertiert" zwischen phlegmatisch und melancholisch einordnete.
temperament | Medizingeschichte Anthroposophie Überholte Theorie Pseudowissenschaft
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