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Tel Aviv-Jaffa (hebräisch: תל אביב-יפו Tel Aviv-Jafo, Tel-Aviv bedeutet Hügel des Frühlings) ist eine Großstadt in Israel, bis 1949 war sie auch dessen Hauptstadt.
Bedeutung der Stadt
Tel Aviv-Jaffa ist die zweitgrößte Stadt Israels und das Wirtschaftszentrum des Landes. Es hat darüber hinaus eine erhebliche politische Bedeutung; bis 1949 war es die Hauptstadt des Landes, und als Israel 1980 durch das
Jerusalemgesetz Ostjerusalem annektierte, verlagerten nahezu alle Staaten ihre Botschaft nach Tel Aviv; auf internationaler Ebene wird damit Tel Aviv als funktionelle Hauptstadt von Israel angesehen. Zum jetzigen Zeitpunkt (2005) haben lediglich
Costa Rica sowie
El Salvador Botschaften in Jerusalem. Die
USA haben zusätzlich zu ihrer Botschaft, die sich in Tel Aviv befindet, noch eine ständige Vertretung (Konsulat) in Jerusalem. Des Weiteren wurde in Tel Aviv auch die Unabhängigkeitserklärung durch den ersten Premierminister
David Ben Gurion verlesen. Die Zeremonie dauerte allerdings nur etwa eine halbe Stunde, da Israel angegriffen wurde. (
Arabisch-Israelischer Krieg von 1948)
Der Großraum von Tel Aviv schließt einige Gemeinden ein, die im zersiedelten Gebiet bis zu 14 km von der
Mittelmeerküste entfernt liegen, sodass der Großraum Tel Aviv (
Gusch Dan) – zugleich das größte Ballungsgebiet Israels – etwa 3,1 Millionen Einwohner hat.
Tel Aviv selbst hat 558.000 Einwohner (2005) und ist damit die zweitgrößte Stadt in Israel.
Verkehr
Nahe Tel Aviv befindet sich in
Lod mit dem
Ben-Gurion-Flughafen der größte Flughafen des Landes. Die Stadt ist zudem der zentrale Knotenpunkt für die Busverbindungen der staatlichen Busgesellschaft
Egged, die in Tel Aviv ihren größten Busbahnhof (das mehrstöckige Gebäude gilt als größter Busbahnhof der Welt) unterhält. Im Bereich der Stadt laufen mehrere
Autobahnen und
Eisenbahnlinien zusammen.
Als großes Problem gilt der Individualverkehr auf den Einfallstraßen nach Tel Aviv. Staus sind an der Tagesordnung, viele Zufahrtsstraßen sind chronisch verstopft. Diese Situation ist einer der wesentlichen Gründe dafür, dass in den zurückliegenden Jahren der Regionalverkehr auf der Schiene durch die Israel Railways erheblich verbessert und ausgeweitet wurde. Ein U-Bahn-System ist seit vielen Jahren in Planung.
Geschichte
Die Stadt Jaffa ist sehr alt, archäologische Ausgrabungen zeigen, dass der Ort schon 3.500 vor Christus besiedelt war. In der Bibel taucht Joppe als Hafen der
Tarsis-Schiffe auf (
Buch Jona).
Im Mittelalter und noch vor der Gründung Israels war Jaffa eine arabische Stadt. Im Mittelalter war Jaffa sowohl militärisch als auch in punkto Handel sehr wichtig und behielt diese Bedeutung auch in der Neuzeit.
Jaffa war von Gottfried von Bouillon 1100 befestigt worden, und erfolglos von Daimbert von Pisa, dem ersten Lateinischen Patriarchen von Jerusalem für sich beansprucht worden. Als Hugo II. du Puiset 1134 gegen König Fulko rebellierte, wurde die Grafschaft in eine Reihe kleinerer Einheiten aufgeteilt, Jaffa selbst wurde Krongut.
Im Königreich Jerusalem führte gewöhnlich der Thronerbe den Titel "Graf von Jaffa und Askalon". Heinrich von Champagne hinterliess Jaffa seinen Töchtern als Morgengabe. Nach dem Tod von Alice von Champagne fiel Jaffa an ihre Tochter Maria von Champagne, die mit Walter von Brienne verheiratet war. Nach dem Tod von Alice 1246 fiel es an ihren Sohn, König Heinrich I. von Lusignan. Zwischen 1246 und 1247 belehnte Heinrich I. Johannes Ibelin mit Jaffa. 1268 eroberten die Mameluken die Stadt und beendeten die Herrschaft der Kreuzfahrer.
Geschichte Tel Avivs
Die Siedlung im Gebiet des heutigen südlichen Tel Aviv wurde in den
1880ern gegründet, um einen Ersatz für die eher teuren arabischen Viertel in
Jaffa zu haben.
Der Grundstein für die Stadt Tel Aviv selbst wurde am
11. April 1909 gelegt. Die erste Siedlung dort hieß
Ahuzat Bayit (zu ihren Gründerfamilien gehört auch die Familie des späteren Ministerpräsidenten
Mosche Scharet). Sie vereinigte sich mit zwei anderen neuen Vierteln, nämlich
Nahalat Binyamin und
Geula, und das neue Gebilde wurde, nach dem Titel der
hebräischen Übersetzung des utopischen Romans "
Altneuland" von
Theodor Herzl, "Tel Aviv" genannt. Den Namen hatte der Übersetzer seinerseits dem
biblischen Buch
Ezechiel entnommen, wo er einen Ort in
Babylonien bezeichnet, an dem der
Prophet Ezechiel seine
Offenbarungen empfängt.
Die Stadt wuchs schnell und wurde zum Zentrum städtischen Lebens in Israel, und ist es auch heute noch. Eine Besonderheit stellen die mehr als 4000 Häuser im Bauhausstil dar. Sie wurden alle in den 1930er-Jahren gebaut, als viele Professoren und Studenten aus Dessau und Berlin flohen, um dem nationalsozialistischen Terror zu entgehen.
1950 wurden Tel Aviv und Jaffa zu einer Stadtgemeinde zusammengeführt.
Städtepartnerschaften
Bildungseinrichtungen
Die
Universität Tel Aviv, die größte Universität in Israel, liegt im Viertel
Ramat-Aviv im Norden von Tel-Aviv.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- David Avidan, israelischer Dichter, Maler, Filmemacher, Publizist, Dramatiker
- Hila Bronstein, deutsche Popsängerin
- Dan Chalutz, israelischer General
- Carmela Corren, israelische Schlagersängerin
- Lizzie Doron, israelische Schriftstellerin
- Oded Fehr, israelischer Film- und Theaterschauspieler
- Elisa Gabbai, israelische Sängerin
- Uri Geller, Bühnenmagier (Löffelbieger)
- Batya Gur, israelische Schriftstellerin
- Ofra Haza, israelische Sängerin
- Dana International, israelische Popsängerin
- Menashe Kadishman, israelischer Zeichner, Maler und Bildhauer
- Daniel Kahneman, israelisch-US-amerikanischer Psychologe, Nobelpreisträger
- Sagi Kalev, israelischer Bodybuilder
- Dani Karavan, israelischer Bildhauer
- Liel Kolet, israelische Sängerin
- Samy Molcho, einer der bekanntesten Pantomimen des 20. Jahrhunderts
- Abu Nidal, palästinensischer Menschenrechtler/ Freiheitskämpfer und der Gründer des Fatah-Revolutionsrates
- Salah Khalaf (Abu Iyad), palästinensischer stellvertretender Führer der PLO
- Bassam Ali Taher Khalaf (Abu Ali), palästinensischer Geschäftsmann
- Achinoam Nini, israelische Sängerin
- Avi Primor, israelischer Diplomat und Publizist
- Doron Rabinovici, Schriftsteller, Historiker
- Rafael Seligmann, israelischer Schriftsteller
- Adi Shamir, Mathematiker und Kryptologe
- Koby Shimoni alias Subliminal, israelischer Sänger (Rapper)
- Ezer Weizmann, ehemaliger israelischer Präsident
- Michael Wolffsohn, deutscher Historiker und Politikwissenschaftler
- Pinchas Zukerman, israelischer Geiger und Dirigent
- Ephraim Kishon, israelischer Autor für Bücher, Theaterstücke und Hörspiele
- Maxim Vengerov, israelisch-russischer Sologeiger, der an der Weltspitze steht
Weblinks
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