Teilautonome Arbeitsgruppen (TAG) bieten den Mitarbeitern die Möglichkeit, in sozio-technischen Einheiten selbstständig zu handeln und zu entscheiden. Neben Ausführungstätigkeiten werden einer TAG auch Organisations- und Planungs, sowie Kontrollaufgaben übertragen. Die TAG bestehen aus mehreren Mitarbeitern aus verschiedenen hierarchischen Ebenen im Unternehmen. Die Gruppe organisiert sich selbstständig, d. h. sie verteilt die anfallenden Aufgaben selbstständig auf die Gruppenmitglieder. Das Konzept vereint die Gedanken des Job-Enlargements (Arbeitserweiterung), Job-Enrichment (Arbeitsbereicherung) und Job-Rotation (Arbeitswechsel). Die Qualität der Arbeit wird somit verbessert. Mitglieder einer TAG werden entweder formal von der Unternehmensführung benannt, oder sie finden sich selber zusammen. Letzteres entspricht mehr dem Gedanken der Selbstbestimmung und ist daher vorzuziehen.
Die Idee der teilautonomen Arbeitsgruppen kommt aus Japan. Toyota hat diese Form der Arbeit entdeckt und sie zu einem Grundfaktor in seinen japanischen Automobilwerken gemacht. Man darf allerdings nicht vergessen, dass die japanische Grundeinstellung zur Arbeit nicht mit der deutschen vergleichbar ist. Japan ist eines der kollektivistisch am stärksten geprägten Länder. Japaner sehen sich in der Regel nicht als Individuum, sondern als Teil einer Gruppe. Im westlichen Kulturkreis ist dies anders. Hier ist die Gruppe Mittel zur Individualisierung. Das japanische Erfolgskonzept kann deshalb nicht eins zu eins übertragen werden. In der Theorie sind teilautonome Arbeitsgruppen das „non plus ultra“ der modernen Personalentwicklung. In der Praxis sind die Ergebnisse der Gruppen allerdings kritisch zu betrachten, da die Gruppenmitglieder aus verschiedenen Intentionen einer Arbeitsgruppe beitreten. Positiv ist sicherlich, wenn seitens der Mitarbeiter konkretes Interesse an der Aufgabenstellung besteht. Problematisch wird es allerdings, wenn Gruppenmitglieder meinen, sich unter dem Deckmantel der Gruppe verstecken zu können und ihre Arbeitsleistung zurückfahren. Weiterhin kann es passieren, dass sich Gruppenmitglieder profilieren wollen und nur der Arbeitsgruppe beitreten, um eine Plattform für ihre Meinung zu haben. Nicht zu vergessen sind Mitarbeiter, die mit ihrer Arbeit bislang zufrieden waren und nun genötigt werden, einer Arbeitsgruppe beizutreten. Besonders bei älteren Mitarbeitern kann sich hier Angst verbreiten, da sie nicht mehr die gewohnte Arbeit ausführen können, sondern neue Dinge lernen müssen. Die drei Schlagwörter „Job.Rotation“, „Job-Enrichment“ und „Job-Enlargement“ sind zwar aus personalwirtschaftlicher Sicht grundsätzlich positiv zu sehen, haben allerdings den Nachteil, dass neue, unproduktive Einarbeitungszeit entsteht.
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"Teilautonome Arbeitsgruppe".
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