Teamim, auch Kantillation genannt, (hebräisch טעמי המקרא ta'amei ha-mikra oder kurz טעמים te'amim; Jiddisch (auch im Englischen gebräuchlich) trope: Artikulationszeichen, Akzente) sind Zeichen im masoretischen Text der Hebräischen Bibel (Tanach), die zusätzlich zu Konsonanten und Vokalzeichen (=Nikud) den musikalischen Vortrag im jüdischen Gottesdienst festlegen. Teamim und Vokale wurden im frühen Mittelalter von den masoretischen Gelehrten festgelegt (siehe Hebräisches Alphabet).
Einige dieser Zeichen wurden auch in den mittelalterlichen Handschriften der Mischna benutzt.
Fast alle der insgesamt 48 Teamim stehen bei den betonten Wortsilben und zeigen so auch den Wortakzent an.
Teamim dienen außerdem als Interpunktionszeichen. Durch verbindende und trennende Bedeutung strukturieren sie den Satz, ähnlich wie Komma, Semikolon und Punkt. In manchen Fällen können sie auch die Aussprache beeinflussen, etwa durch gelängte Vokale bei stark trennenden Teamim (Pausalbetonung).
Die wichtigsten Teamim zur Angabe der Interpunktion sind die „Kaiser“ („Sof pasuq“ am Versende, „Atnach“ bzw. „Etnachta“ in der Versmitte) und die „Könige“ (der erste davon im Halbvers, meistens „Saqef qaton“, bezeichnet die Mitte des Halbverses). In den Psalmen, den Sprüchen und im Buch Hiob (Ijob) wird ein etwas anderes Schema verwendet, in welchem die beiden Halbverse unterschiedlich voneinander weiter unterteilt werden.