Der Anglizismus Team (v. altengl.: team Familie, Gespann, Nachkommenschaft) bezeichnet einen Zusammenschluss von mehreren Personen zur Lösung einer bestimmten Aufgabe, bzw. zur Erreichung eines bestimmten Zieles:
In der Arbeitspsychologie wird der Teambegriff von manchen Autoren wie Jon Katzenbach, Daug Smith idealisiert. Sie sehen darin besonders arbeitsteilige und leistungsorientierte Arbeitsgruppen. Andere Autoren bestreiten die Möglichkeit einer wissenschaftlich sinnvollen Trennung der Begriffe "Team" und "Gruppe" (etwa Siegfried Stumpf, Alexander Thomas.)
In Unternehmen hat Teamarbeit inzwischen weithin Fuß gefasst. Dies ist begründet damit, dass aufgrund wachsender Komplexität, höheren Leistungsdrucks und immer besseren Zugangs zu Informationen mittels der Verbreitung elektronischer Medien in den Betrieben
- das Management immer weniger Überblick über die Geschehnisse hat und
- Entscheidungsverantwortung nach unten delegiert wird.
Zur Entscheidungsqualität in Gruppen lässt sich festhalten:
- Gruppenentscheide erweisen sich dann als tendenziell besser, wenn die Mitglieder verschieden sind und unabhängig voneinander urteilen (s. Surowiecki 2005)
- Aber bei einem hohen Ausmaß an gegenseitigem Verständnis oder hoher Gruppenkohäsion entsteht das "GroupThink"-Phänomen mit der Tendenz zum "risky-shift". Etwaige Bedenken fallen der Gruppenstimmung zum Opfer und werden nicht mehr geäußert; in der Hälfte der Fälle treffen Gruppen riskantere Entscheidungen als Einzelpersonen. (Vgl. Janis 1972; Jiranek, Edmüller 2003, beschrieben ebenfalls bei Surowiecki 2005)
Die Konzentration von Wissen und Entscheidungsmacht bei einigen wenigen überlebt sich zusehends. War bis vor kurzem nur von Mitarbeiterteams die Rede, so spricht man heute zunehmend auch von Managementteams.
Siehe auch: Teamrollen
Virtuelle Teams
In internationalen Unternehmen gibt es eine Entwicklung hin zu virtuellen Teams, die über nationale und kulturelle Genzen sowie Zeitzonen hinweg zusammenarbeiten. Der Begriff virtuell ist missverständlich, wie Zaccaro und Bader (2003) ausführen, denn er suggeriert, es handele sich um ein unwirkliches und künstliches Gebilde.
Tatsächlich handelt es sich bei virtuellen Teams um eine Organisationsform, deren Mitglieder
- zeitlich befristet, gelegentlich auch dauerhaft
- zur Bewältigung einer herausfordernden Aufgabe
- an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten zusammenarbeiten
Da der direkte persönliche Kontakt eher seltener erfolgen kann, bedient man sich überwiegend elektronischer Kommunikationsformen.
Virtuelle Teams stehen einer Reihe von Herausforderungen gegenüber:
- der direkte persönliche Kontakt untereinander ist begrenzt
- die Kommunikation wird durch verschiedene technische Hilfsmittel unterstützt
- Vertrauen ist besonders wichtig für den Erfolg
- die Kommunikation mit anderen erfolgt vielfach über Zeitgrenzen hinweg
- kulturelle Unterschiede beeinflussen das Miteinander
Diese Herausforderungen müssen durch die Teamführung gemeistert werden. Für die Führungsaufgabe in diesem Kontext hat sich der Begriff "Virtuelle Führung" herausgebildet.
Weblinks
Lag
Arbeits- und Organisationspsychologie | Soziologie der Arbeit
Literatur
- Janis, Irving (1972), Victims of Groupthink: psychological study of foreign-policy decisions and fiascoes (2nd edition). Boston: Houghton Mifflin.
- Jiranek, Heinz; Edmüller, Andreas (2003), Konfliktmanagement. München, Haufe Verlag
- Surowiecki, James (2005), Die Weisheit der Vielen, München
- Zaccaro, J.S., Bader, P. (2003), E-Leadership and the Challenge of Leading E-Teams: Minimizing the Bad and Maximizing the Good, in: Organizational Dynamics, Vol. 31 (4), 2003, S. 377 ff.