TeX logo.svg ist ein von Donald E. Knuth entwickeltes Textsatzsystem mit eingebauter Makrosprache (die ebenfalls als TeX bezeichnet wird). Das 'X' ist eigentlich der griechische Buchstabe χ (Chi). Deshalb soll die Lautschrift des Namens laut Knuth auch sein. Τεχνή ist griechisch und bedeutet Kunst. Da dies im deutschsprachigen Raum eher schwierig auszusprechen ist, hat sich hier auch die Form [ eingebürgert, die sich an der Aussprache griechischer Lehnwörter orientiert.
TeX wird durch eine Vielzahl von Makropaketen ergänzt, die eine effiziente und komfortable Nutzung von TeX erst ermöglichen. Das bekannteste dieser Pakete ist das von Leslie Lamport entwickelte LaTeX. Darauf aufbauend gibt es Dutzende von Zusatzpaketen für alle erdenklichen Gebiete. Mit dem Paket hyperref lässt sich beispielsweise ohne großen Zusatzaufwand ein Hypertext erstellen, der die Navigation im Inhaltsverzeichnis und im Index in einem PDF-Leseprogramm ermöglicht. Ein anderes Makropaket ist ConTeXt, das im Gegensatz zu LaTeX mehr Funktionalität (wie Hypertext-Unterstützung) direkt eingebaut hat, für das es aber weniger Zusatzpakete gibt. Das Programm BibTeX ermöglicht die Erstellung und Verwaltung von Literaturangaben und Referenzen in TeX-Texten.
Die Definition des Befehlsumfanges von TeX steht seit 1985 fest. Knuths Anliegen war es, ein qualitativ hochstehendes Programm zu schaffen; das Programm wird als abgeschlossen betrachtet, es finden nur noch Fehlerkorrekturen statt, und die Versionsnummer strebt gegen Pi. Weniger bekannt ist, dass Knuth ein beständiges System schaffen wollte (siehe Abschnitt unten).
Zuerst wird eine Textdatei (zum Beispiel "Text.tex") mit dem folgenden Inhalt erstellt: Hallo \bye Der zu setzende Text ist in diesem Fall "Hallo". "\bye" ist ein TeX Befehl, der das Ende der Datei angibt und auf der Ausgabe nicht erscheint.
Danach gibt man in einem Kommandozeileninterpreter den Befehl tex Text.tex ein. TeX erzeugt die Datei "Text.dvi" ("dvi" steht für "device independent", also "geräteunabhängig").
Die "Text.dvi" Datei kann (etwa mit dem "yap"-Programm der MiKTeX Distribution, oder mit "xdvi" unter UNIX) auf dem Bildschirm dargestellt werden. Auf dem Bildschirm erscheint eine Druckseite mit dem Wort "Hallo".
Die "dvi"-Datei kann direkt vom Anzeigeprogramm aus ausgedruckt werden oder in ein Druckerformat (etwa PostScript, mit dem "dvips"-Programm) umgewandelt werden.
Mit pdftex bzw. pdflatex können direkt PDF-Dateien erzeugt werden. pdftex Text.tex
Die Stärke von TeX liegt darin, dass für viele übliche Dokumente bereits Muster vorliegen, die man verwenden kann. LaTeX ist eine Sammlung von Makros, die in der Sprache TeX geschrieben sind. Das Beispiel skizziert wie die minimale Struktur für ein Buch aussehen kann.
\documentclass*{book} \usepackage*{fontenc} \usepackage*{inputenc} %% \begin{document} \chapter{...Kapitel-Überschrift} \subsection{ ... } %% Hier Text \end{document}
Um das Buch zu setzen ist auf der Kommandozeile folgendes aufzurufen. latex myfile.tex // erzeuge dvi dvips myfile.dvi // erzeuge ps aus dvi pdflatex myfile.tex // erzeuge pdf
Der erste Befehl erzeugt eine geräteunabhängige Datei (dvi steht für device independent file), der zweite erzeugt daraus eine PostScript-Datei und der dritte erzeugt eine PDF-Datei.
Volume 1 erschien 1968, Volume 2 1969. Die Druckvorlagen wurden mit der Monotype-Technologie gesetzt. Diese Art des Formelsatzes war extrem aufwendig, nur wenige Dutzend Experten auf der Welt waren in der Lage, damit hochwertige mathematische Texte zu setzen. Nach Erscheinen von Volume 3 1973 verkaufte Knuths Verleger seine Monotype-Maschinen. Die korrigierten Neuauflagen von Volume 1 und Volume 3, die 1975 erschienen, mussten in Europa gesetzt werden, wo noch einige Monotype-Systeme in Gebrauch waren. Die Neuauflage von Volume 2 sollte 1976 mit Fotosatz erstellt werden, doch die Qualität der ersten Proben enttäuschte Knuth sehr (Digital Typography, Kapitel 1). Er hatte 15 Jahre Arbeit in die Reihe gesteckt und wollte damit nur weitermachen, wenn die Bücher entsprechend gut gesetzt waren. Im Februar 1977 bot sich ein Ausweg, als Knuth im Rahmen einer Bücherevaluierung die Ausgabe eines digitalen Drucksystems mit 1000 dpi Auflösung vorgelegt bekam. Pat Winston hatte damit ein Buch über Artificial Intelligence geschrieben. Das Ergebnis war beeindruckend, offenbar hatte das Problem schöne Bücher zu drucken, sich von einem Problem der Metallurgie zu einem Problem der Optik und schließlich zu einem Problem der Informatik gewandelt. Als Knuth dies klar wurde, unterbrach er die Arbeit an Volume 4, von dem er die ersten 100 Seiten fertig gestellt hatte und entschloss sich, selbst die Programme zu schreiben, die er und sein Verleger brauchten, um Volume 2 neu zu setzen. Das Design von TeX begann am 5. Mai 1977. Er schätzte die notwendige Arbeit auf wenige Monate ein. Im Mai 1977 schrieb er an seinen Verleger, dass er die ersten Vorlagen im Juli fertig haben würde.
Nach vier Jahren Experimentieren mit einem Xerox-Satzsystem hatte er immer noch kein Ergebnis erzielt, welches den Fotosatz schlug. Aber Knuth gab nicht auf und traf viele wichtige Schriftdesigner, u.a. Hermann Zapf, von denen er lernte. Nach fünf weiteren Jahren Arbeit hatte er endlich einen Stand erzielt, auf den er stolz war. Die Fertigstellung von TeX wurde am 21. Mai 1986 im Computer Museum, Boston, Massachusetts gefeiert.
In den Büchern der TAOCP Reihe wollte Knuth bewusst einen Teil des Wissens der Informatik festhalten, von dem er annahm, dass es bereits eine solche Entwicklungsreife erlangt habe, dass dieses Wissen auch in hundert Jahren noch ähnlich dargestellt werde. Daher war es für ihn sehr ärgerlich, dass die typographische Qualität mit den damaligen Techniken von Auflage zu Auflage nachließ. Dass das TeX-Projekt dann fast zehn Jahre seiner Zeit in Anspruch nehmen würde, war nicht geplant.
Für seine hohe typographische Qualität ist TeX bekannt. Weniger verbreitet ist jedoch, dass Knuth mit diesem System vermutlich auch sein Ziel erreicht hat, dass seine TAOCP-Bücher auch noch in hundert oder mehr Jahren in der von ihm beabsichtigten Qualität gedruckt werden können.
Zu den Programmen des TeX-Systems und ihrer Benutzung verfasste Knuth eine fünfbändige Reihe:
Diese Bücher sind auf hochwertigem säurefreien Papier veröffentlicht worden, so dass man von einer langen Haltbarkeit ausgehen kann.
Sollten z. B. TeX-Quelltexte der TAOCP-Bücher ebenfalls auf hochwertigem Papier ausgedruckt worden sein und sicher gelagert werden, so kann in einer fernen Zukunft aus den Informationen der o. g. fünf Bücher zu TeX das komplette TeX-System auf den dann existierenden Rechnern implementiert werden (es sind lediglich ein Interpreter für die Pascal-ähnliche Programmiersprache, in der TeX geschrieben wurde, zu erstellen und Treiber für das Device independent file format für die zukünftigen Drucker zu schreiben, was machbar sein sollte). Mit diesem rekonstruierten TeX-System und den TeX-Quelltexten kann man dann die Bücher wieder drucken. Die verbreitetsten heutigen Textverarbeitungen schaffen es oft nicht mal, fünf Jahre alte Dokumente einwandfrei zu lesen und wie ursprünglich formatiert auszudrucken.
Der Verzeichnisbaum texmf, der durch die verschiedenen Installationen erzeugt wird, ist standardisiert.
Typografie | Beschreibungssprachen | Datenformat | TeX
TeX | TeX | TeX | TeX | TeX | TeX | TeX | TeX | TeX | TeX | TeX | TeX | TeX | TeX | Tex | TeX | TeX | TeX | TeX | TeX | TeX | TeX | TeX | TeX | TeX (мова програмування) | TeX | TeX