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Die Marke Tchibo gehört zur Tchibo Holding AG, deren Tochtergesellschaften Kaffee rösten und verschiedene Kaffeesorten sowie Gebrauchsartikel in Filialen und im Versand verkaufen. Das Hamburger Unternehmen beschäftigte einschließlich der Tochterunternehmen im Jahre 2003 10.686 Mitarbeiter (davon 3.092 im Ausland) und machte im Jahr 2004 3,77 Milliarden Euro Umsatz. Die Marke Tchibo hat in Deutschland einen Bekanntheitsgrad von 99 %. Tchibo vertreibt seine Non-Food-Artikel unter der Handelsmarke TCM (Tchibo Magazin).
Am 13. Oktober 1955 eröffnete in Hamburg die erste Tchibo-Filiale, in der die Kunden den Kaffee vor dem Kauf probieren konnten. Das Filialnetz wuchs in der Folgezeit schnell und dehnte sich auf die gesamte damalige Bundesrepublik aus. Ab 1963 richtete Tchibo in Bäckereien und Konditoreien sogenannte „Frisch-Depots“ ein. Hierbei handelte sich um Regale, die – optisch hervorgehoben – in den Läden aufgestellt und in denen die Tchibo-Kaffeesorten angeboten wurden.
Nach dem Tod seines Vaters führte Günter Herz die Firma ab 1965 weiter. Seit den 50er Jahren wurde Kaffee bei Tchibo in Behältnissen verkauft. Da Kaffee in dieser Zeit als Luxusgut galt, beschloss Tchibo die Verpackung entsprechend hochwertig zu gestalten und verkaufte ihn zunächst in Tüchern und später in orangefarbenen Dosen. Diese Kopplung von Kaffee mit einem Nebenprodukt (z.B. der Dose) wurde Tchibo auf Betreiben des deutschen Einzelhandels 1972 gerichtlich untersagt. Anstatt jedoch diese Nebenprodukte aus den Filialen zu entfernen, verkaufte Tchibo 1973 nun in den Filialen ein wöchentlich wechselndes Sortiment an Gebrauchsartikeln.
Tchibo erwarb 1977 eine Minderheitsbeteiligung an der Beiersdorf AG und 1980 die Mehrheitsbeteiligung an der Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH. Durch diese Beteiligungsgeschäfte erreichte die Tchibo AG eine höhere Diversifikation. 1988 wandelte sich die Tchibo Frisch-Röst-Kaffee AG in die Tchibo Holding AG um und gliederte das Kaffee-Geschäft in die neugegründete hundertprozentige Tochter Tchibo Frisch-Röst-Kaffee GmbH aus. Ab 1991 wurde das Auslandsgeschäft der Tchibo Holding AG von der ebenfalls neu gegründeten Tochter Tchibo International abgewickelt.
In den Folgejahren expandierte Tchibo im Ausland, insbesondere in Osteuropa. 1994 wurde die Tchibo Café Service als selbständiges Tochterunternehmen für die Belieferung von Gastronomie- und Bürokunden ausgegliedert. Ein eigenes Versand- (Tchibo Direct) und ein Reiseunternehmen (Tchibo Reisen) folgten zwei Jahre später. Tchibo übernahm 1997 mit der Eduscho-Firmengruppe einen Mitbewerber und begann im selben Jahr mit einem eigenen Online-Verkauf. 2001 erhöhte die Tchibo Holding AG ihre Beteiligung an Beiersdorf AG. Im darauffolgenden Jahr verkaufte Tchibo seine Beteiligung an der Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH an die Imperial Tobacco Group PLC. 2003 kaufte Tchibo von der Allianz AG deren 44-Prozent-Anteil an Beiersdorf. Der Kaffee-Konzern überbot damit den Beiersdorf-Konkurrenten Procter & Gamble, der ebenfalls auf die Allianz-Anteile geboten hatte. Dies wurde von Hamburger Politikern begrüßt, die den Verkauf des erfolgreichen Hamburger Unternehmens Beiersdorf befürchtet hatten und Tchibo beim Kauf unterstützt hatten. Seit 2003 arbeitet Tchibo mit der Royal Bank of Scotland bei der Vergabe von Krediten zusammen. Darüber hinaus werden in den Filialen auch Mobilfunkprodukte angeboten.
Nahrungsmittelunternehmen | Unternehmen (Hamburg) | Handelskette | Franchiser | Markenname (Lebensmittel) | Kaffee | Gegründet 1949