In der Analysis verwendet man die Taylor-Formel, um Funktionen in der Umgebung eines Punktes durch die sogenannten Taylor-Polynome anzunähern. Sie ist benannt nach dem Mathematiker Brook Taylor. Eng verwandt mit der Taylor-Formel ist die so genannte Taylorreihe.
Die Taylor-Formel ist aufgrund ihrer relativ einfachen Anwendbarkeit sowie Nützlichkeit Hilfsmittel in vielen Natur- und Ingenieurwissenschaften geworden.
Sei I ein reelles Intervall und eine (n+1)-mal stetig differenzierbare Funktion. Dann gilt für alle a und x aus I:
und dem so genannten -ten Restglied
In den Formeln stehen für die erste, zweite, ... n-te Ableitung der Funktion f.
Der Beweis dieser Formel für das Restglied erfolgt durch Induktion, der Induktionsanfang n = 0 entspricht dabei genau dem Fundamentalsatz der Analysis:
Es gibt außer der Integralformel noch andere Darstellungen des Restgliedes. Eine ist die Lagrangesche Form des Restgliedes:
Sie ist der Spezialfall p = n+1 der Schlömilch'schen Restgliedform für die natürliche Zahl p mit 1 <= p <= n+1:
Im Spezialfall p=1 erhalten wir das Cauchy'sche Restglied:
Das bedeutet, je näher x bei a liegt, desto besser stimmt das Taylorpolynom Tn an der Stelle x mit der Funktion f überein.
Eine Anwendung der Taylorformel sind Näherungsformeln, hier vorgestellt für Sinus und Kosinus (wobei das Argument im Bogenmaß angegeben wird).
Das 3. Taylorpolynom T3,sin der Sinusfunktion an der Entwicklungsstelle 0 hat diese Gestalt:
Liegt x zwischen -π/4 und π/4, dann liegt die relative Abweichung |(T3,sin(x)-sin(x))/sin(x)| bei unter 0,5%.
Die folgende Abbildung zeigt die Graphen einiger Taylorpolynome Tn des Sinus für n =1, 3, 5, 15. Der Graph zu n = ∞ gehört zur Taylorreihe, die mit der Sinusfunktion übereinstimmt.
Das vierte Taylorpolynom T4,cos der Kosinusfunktion an der Entwicklungsstelle 0 hat im Horner-Schema diese Gestalt:
Liegt x zwischen -π/4 und π/4, dann liegt die relative Abweichung |(T4,cos(x)-cos(x))/cos(x)| bei unter 0,05%.
Will man mit diesen Näherungsformeln den Sinus oder Kosinus von anderen x-Werten berechnen, sollte man die Reduktionsformeln benutzen, um |x| kleiner als π/4 zu machen.
Auch für Tangens und Kotangens kann man diese Formeln nutzen, denn es ist
mit einer relativen Abweichung von unter 0,5% für |x| < π/4, und cot(x) ~ 1/t(x) mit derselben relativen Abweichung. (Dabei ist t kein Taylorpolynom des Tangens.)
Braucht man eine noch höhere Genauigkeit für seine Näherungsformeln, dann kann man auf höhere Taylorpolynome zurückgreifen, die die Funktionen noch besser approximieren. Warum das so ist, wird im Artikel Taylorreihe erläutert.
Sei offen, und .
Die Funktion sei -mal stetig differenzierbar, also aus .
Dann gibt es für alle mit ein mit
wobei ein Multiindex ist mit:
heißt die Länge von
z.B.
und
so ist z.B.
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"Taylor-Formel".
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