Tay Road Bridge.jpg Der Fluss Tay * ist mit 193 km der längste Fluss Schottlands. Er entspringt an den Hängen des Ben Lui und fließt in die Nordsee.
Im Oberlauf heißt er Fillan, bis er bei Crianlarich zum Dochart wird. Bei Killin bildet er die spektakulären Wasserfälle der Dochart Falls, um sich wenige hundert Meter weiter von Südwesten in den See Loch Tay zu ergießen. Nachdem er diesen am nordöstlichen Ende bei Kenmore verlassen hat, fließt er als Tay zunächst in nordöstlicher, dann in südlicher Richtung, durch Aberfeldy, Dunkeld und Perth. Hier verbreitert er sich und bildet den langen Mündungstrichter des Firth of Tay. Östlich von Dundee schließlich erreicht er bei Broughty Ferry die Nordsee.
Während der Zeit der Romantik zu Beginn des 19. Jahrhunderts bauten begeisterte Landbesitzer Ruinen auf den Bergkuppen, denn das Ufer des Firth of Tay, mit seinen dicht am Wasser aufragenden Berghängen, erinnerte sie an die Landschaft am Mittelrhein mit seinen Burgruinen. Solche sinn- und zwecklosen Bauten, die nur der Laune ihrer Schöpfer entstammen, nennt man im Englischen Follies.
Der Tay hat mit 6216 km² das größte Einzugsgebiet aller schottischen Flüsse. Durchschnittlich transportiert er 170 m³ Wasser pro Sekunde. Die höchste gemessene Wassermenge waren 2269 m³/sec am 17. Januar 1993, als der Pegel bei Perth um 6,48 Meter über Normal stieg, was zu ausgedehnten Überschwemmungen in der Stadt führte. Der höchste Wasserstand in Perth ereignete sich 1814 mit 7 Meter über Normal. Weitere Hochwasser wurden in den Jahren 1210 und 1648 aufgezeichnet.
Eine folgenreiche Katastrophe war der Einsturz der gerade neu gebauten Eisenbahnbrücke über den Firth of Tay bei Dundee am 28. Dezember 1879, bei dem 75 Menschen ihr Leben verloren (Siehe auch Firth-of-Tay-Brücke.).
Mehrere Orte entlang des FLusses wurden nach dem Tay benannt: