Taurus KEPD 350.jpg | Taurus KEPD 350 - ILA2002.jpg Taurus KEPD 350 ist ein Luft-Boden-Marschflugkörper für lange Distanzen. Der Name ist eine Abkürzung für Target Adaptive Unitary and Dispenser Robotic Ubiquity System / Kinetic Energy Penetrator and Destroyer. Der Marschflugkörper ist das deutsch-schwedische Gegenstück zur britisch-französischen Storm Shadow.
Der Marschflugkörper Taurus wird gemeinsam von der deutsch-schwedischen Taurus Systems GmbH, die sich 1998 gründete, und EADS entwickelt. Die relativ kurze Entwicklungszeit begann 1998 und endete im März 2004. Das Projekt befindet sich momentan in der Testphase kurz vor der Serienreife.
Der Erstflug einer Vorentwicklung, welche noch nicht von Taurus Systems stammte, gekoppelt an einem Tornado IDS und ohne Abwurf, fand im August 1996 statt. Im Oktober 1999 folgte der erste Selbstflug, von Taurus Systems durchgeführt, in Nordschweden. Im September 2000 wurde das System in mehreren Flügen in Südafrika erprobt. Der letzte bekannte Flugtest fand auf Drängen des deutschen Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung Ende 2004, wiederum gekoppelt an einen Tornado, in Südafrika statt. Die Bundeswehr bestellte 2005 600 Flugkörper zum Gesamtpreis von 570 Mio. Euro. Die Endtests sind inzwischen abgeschlossen. Am 8. November 2005 hat Taurus seine Präzision in Arniston, Südafrika bewiesen. Die Bundeswehr war sehr zufrieden mit den Tests, da Taurus sein Ziel (eine Brücke) zentimetergenau traf.
Der modulare Abstandslenkflugkörper Taurus KEPD 350 ist ein Luft-Boden-Lenkflugkörper mit einer Reichweite von etwa 350 Kilometern. Er wurde entwickelt für den deutschen Tornado. Weiterhin kann er an der F/A-18 Hornet und dem Eurofighter EF 2000 Typhoon (max. zwei Stück pro Maschine) adaptiert werden. Der 5,1 Meter lange Flugkörper besitzt Stealth-Eigenschaften und wird durch ein eigenes Triebwerk auf eine Marschgeschwindigkeit von Mach 0,8 - 0,9 beschleunigt. Die Navigation erfolgt über ein integriertes INS/GPS/IR-System. Neben einem Radarhöhenmesser wird für den Missionsflug auch ein bilddarstellendes Infrarotsuchsystem eingesetzt. Dieses wird zum Abgleich vorher ausgewählter Wegpunkte mit dem überflogenem Gelände benutzt. Der Infrarotsucher wird des Weiteren zur Feinkorrektur des Endanfluges auf das Ziel verwendet.
Eine durchschlagende Wirkung von vier Metern Stahlbeton hat der Marschflugkörper durch seinen Doppelladungssprengkopf "Mephisto". Dieser 450 kg schwere Standardgefechtskopf besitzt eine Vorladung, die ein Loch in die Panzerung des Ziels sprengen soll, durch welches der Penetrator mit 250 m/s (900 km/h) eindringen kann. Der Penetrator selbst hat einen vorprogrammierten, semi-intelligenten Zündmechanismus, der bereits zerstörte Gebiete der Struktur erkennt, Stockwerke zählen kann und die Ladung auf der voreingestellten Ebene zur Explosion bringt. Mehrere Endanflugprofile, vom flachen Überflug mit Explosion und Splitterwirkung in der Luft über weichen Zielen, bis hin zum steilen Anflug auf unterirdische Bunker sind wählbar.
- bgcolor="#DDDDDD" | Kenngröße | Daten | - bgcolor="#EEEEEE" | Länge | 5,1 m | - bgcolor="#EEEEEE" | Gewicht | 1400 kg | - bgcolor="#EEEEEE" | Geschwindigkeit | Mach 0,8 - 0,9 (970 km/h - 1090 km/h) | - bgcolor="#EEEEEE" | Antrieb | Williams WJ 38-15 Turbojet-Triebwerk | - bgcolor="#EEEEEE" | Navigation | INS / GPS / Radarhöhenmesser / IR-Sucher | - bgcolor="#EEEEEE" | Endphasenlenkung | IR-Sucher | - bgcolor="#EEEEEE" | Reichweite | 350 km |
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Folgende Flugzeugtypen können den Taurus einsetzen:
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"Taurus (Marschflugkörper)".
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