Hobbytaucherin1.jpg Als Tauchen wird im allgemeinen das Eindringen eines Körpers in eine Flüssigkeit bezeichnet. Häufig ist damit das Tauchen von Menschen unter Wasser gemeint. Im Gegensatz zum Schwimmen und Schnorcheln ist beim Tauchen der gesamte Körper unter der Wasseroberfläche.
Das Sporttauchen oder auch Hobby-Tauchen hat sich in viele verschiedene Unterbereiche aufgeteilt. Die Unterschiede lassen sich dabei einerseits an der Art und dem Umfang der verwendeten Ausrüstung und andererseits an dem beim Tauchen verfolgten Ziel festmachen.
Beim Apnoetauchen verzichtet der Taucher auf eine Atemluftversorgung und, bis auf Maske, Flossen und Anzug in der Regel auch auf Ausrüstung. Beim Wettkampf unterscheidet man
Ebenfalls in Apnoe wird die Ballsportart Unterwasserrugby gespielt.
Hauptartikel: Tauchausrüstung
Während beim Schwimmen der Kopf über Wasser bleibt und der Mensch mithin den Bereich, an den er evolutionär angepasst ist, nicht verlässt, ergibt sich beim Tauchen eine Reihe von Schwierigkeiten mit dem Aufenthalt unter Wasser (Druck, Kälte, von Luft abweichender Brechungsindex des Wassers, schwimmende Fortbewegung, Auftrieb). Um damit zurecht zu kommen, verwendet der Taucher eine spezielle Tauchausrüstung, die je nach der angestrebten Aufenthaltsdauer unter Wasser, dem dabei verfolgten Zweck und den Umweltbedingungen variiert.
Gerätetaucher verlängern ihre Aufenthaltszeit unter Wasser durch eine Zusatzausrüstung, welche die hierfür erforderliche Atemluft liefert. Dies erfolgt in den meisten Fällen durch Pressluftflaschen, die auf dem Rücken getragen werden, jedoch findet auch der Rebreather Verwendung, welcher der ausgeatmeten Luft Kohlendioxid entzieht und sie mit Sauerstoff anreichert. Reiner Sauerstoff wird in der Sporttaucherei wegen der damit verbundenen Gesundheitsgefahren (toxische Wirkung des Sauerstoffs unter Druck) überhaupt nicht benutzt. Allerdings gewinnt Nitrox (mit Sauerstoff angereicherte Luft) immer mehr an Bedeutung. Ferner trägt der Gerätetaucher die ABC-Ausrüstung, Taucheranzug, Tarierjacket und Bleigewichte.
Beim technischen Tauchen (Tec-Diving) verwendet der Taucher Ausrüstungen oder Ausrüstungsteile, die über das beim normalen Sporttauchen übliche Niveau hinausgehen, zum Beispiel den bereits erwähnten Rebreather, Vollgesichtsmasken, redundante Systeme, Backplate mit Harness etc. Die Grenze zum normalen Gerätetauchen sind fließend. Jedoch können technische Taucher ihre Ziele weiter stecken als durchschnittliche Sporttaucher. Beim Tauchen wird in der Regel Pressluft (gereinigte komprimierte „Oberflächenluft“) verwendet und zumeist nicht, wie oft behauptet, reiner Sauerstoff, werden in bestimmten Bereichen des Tec-Diving bei Tauchprofilen, die über das normale Sporttauchen hinausgehen, zuweilen alternative Atemgasgemische (Trimix) zur Durchführung des Tauchganges und / oder reiner Sauerstoff zur Verkürzung der Dekompressionspausen verwendet.
Im Gegensatz zum Berufstaucher begibt sich der Sporttaucher unter Wasser, um die Welt der Meere, Seen und Flüsse zu betrachten und zu erkunden. Ein Erlebnis eigener Art ist ferner die Schwerelosigkeit unter Wasser. Schließlich bringt das Buddy-System es mit sich, dass Sporttauchen (von Ausnahmen abgesehen) nicht als Wettkampf- sondern als Partnersport betrieben wird. Gleichwohl stellen unterschiedliche Bedingungen besondere Anforderungen an Mensch und Technik, denen mit besonderen Kenntnissen und Ausrüstungen zu begegnen ist.
Viele Höhlen sind ganz oder teilweise mit Wasser gefüllt. Es bildet einen besonderen Reiz, diese Höhlen tauchend zu erkunden. Damit verbunden sind jedoch Gefahren eigener Art, insbesondere, Enge, Dunkelheit und die Gefahr, die Orientierung zu verlieren. Da der Höhlentaucher in der Regel keine Möglichkeit hat, in Gefahrensituationen kurzfristig aufzutauchen, muss er über ein besonders hohes Maß an Selbstkontrolle verfügen und auch in technischer Hinsicht vorsorgen. Hierzu dient vor allem ein erheblich größerer Luftvorrat und die Verwendung einer Führungsleine.
Schiffswracks stellen besondere Anziehungspunkte für Taucher dar, einerseits aus Interesse am versunkenen Schiff selbst, außerdem wegen der oft bemerkenswerten Tier- und Pflanzenwelt. Das Wracktauchen hat jedoch ebenfalls eigene Gefahren, namentlich besondere Strömungsverhältnisse, hängengebliebene Fischernetze, hervorstehende scharfe Kanten und, sofern man in das Wrack eindringt, die Gefahr des Hängen- oder Steckenbleibens sowie der Orientierungsverlust.
Als Eistauchen bezeichnet man das Tauchen unter einer geschlossenen Eisdecke. Besondere Gefahren liegen hier vor allem in den Auswirkungen der niedrigen Wassertemperatur auf Taucher und Gerät sowie in der fast völligen Unmöglichkeit, die Einstiegsöffnung ohne Führungsleine wiederzufinden.
In letzter Zeit beginnt auch unter Sporttauchern das Interesse an alter Tauchtechnik zu wachsen. Insbesondere Helmtauchgeräte, wie sie zwischen 1900 und 1950 den Stand der Technik darstellten, aber zusehends aus der Berufstaucherei verschwinden, finden hier neue Beachtung. Im Vordergrund steht hier das Erlebnis des Umgangs mit alter Technik, vergleichbar mit der Liebhaberei alter Autos.
Hauptartikel: Unterwasserfotografie/Unterwasservideografie
Mit speziellen Kameras oder Gehäusen ist es möglich, unter Wasser Foto- und Videoaufnahmen zu machen. Dieses findet nicht nur im professionellen Bereich Anwendung, sondern auch im Tauchsport.
Orientierung unter Wasser stellt Anforderungen eigener Art, insbesondere durch die beschränkte Sichtweite, schlechteres Gefühl für zurückgelegte Strecken und die Bewegung in der dritten Dimension, d.h. nicht nur in Länge und Breite, sondern auch in der Tiefe. Beim Orientierungstauchen wird dieses zur Wettkampfdisziplin: Die Taucher haben Parcours von mehreren hundert Metern Länge unter Wasser zu absolvieren und haben dafür neben einem speziellen Tauchgerät einen Kompass und ein Streckenmessgerät zur Verfügung.
Die in den 1950er Jahren beginnende Verbreitung des Tauchsports zog zunächst erhebliche Umweltprobleme nach sich. Insbesondere der Umstand, dass Tauchgeräte bedenkenlos, dafür aber mit großem Erfolg bei der Unterwasserjagd und der Bergung von Altertümern eingesetzt wurden, führte zu erheblichen Schäden in der küstennahen Tier- und Pflanzenwelt sowie zur unwiderbringlichen Zerstörung von archäologischen Fundstätten. Daher haben in den Folgejahren einerseits die staatlichen Behörden mehr oder weniger strenge Schutzvorschriften erlassen oder sogar bestimmte Bereiche für das Tauchen gänzlich gesperrt. Andererseits liegt die Erhaltung einer intakten Umwelt und Fundstätten auch im Interesse der Taucher, da ihre Betrachtung einen besonderen Reiz bei dieser Sportart ausmacht. Entsprechend entwickelten die Tauchorganisationen Verhaltenskodizes und spezielle Kurse, die zu umwelt- und denkmalgerechtem Tauchen befähigen sollen. Dies verhindert zum einen, dass Sporttauchern Gesetzesverstöße unterlaufen, die mit teilweise drastischen Strafen belegt sind. Zum anderen machen sie das Tauchen zu einer Sportart, welche umweltverträglich ist und es ermöglicht, ungeahnte Einblicke in die Unterwasserwelt oder in die Kulturgeschichte zu erhalten.
Umsichtige Sporttaucher können für die Entdeckung archäologischer Fundstätten zuweilen sogar ausgesprochen wertvoll sein, sofern sie nichts verändern und die zuständigen Denkmalschutzbehörden benachrichtigen. Auch beteiligen sich Tauchsportvereine vielfach, wenn es gilt, Gewässer von hineingeworfenen Abfällen zu reinigen.
Den Berufstauchern zuzurechnen sind auch die Tauchlehrer, die sich mit der Ausbildung von Sporttauchern befassen. Schließlich verdienen auch die ortskundigen Führer an Tauchbasen ihren Lebensunterhalt damit, tauchende Touristen zu den Sehenswürdigkeiten unter Wasser zu führen.
siehe auch: Forschungstauchen · Unterwasserarchäologie
Mit den körperlichen Problemen und Gefahren beim Tauchen befasst sich die Tauchmedizin.
Um Tauchunfälle und Taucherkrankheiten zu vermeiden, sind verschiedene Sicherheits- und Verhaltensregeln einzuhalten. Sie gelten für alle Taucher, ob zivil, militärisch oder im Rettungsdienst. Hier die wichtigsten 12:
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