Tauberbischofsheim ist die Kreisstadt des
Main-Tauber-Kreises im Nordosten von
Baden-Württemberg.
Geografie
Stadtgliederung
Zu Tauberbischofsheim gehören die Stadtteile Dienstadt, Distelhausen, Dittigheim, Dittwar, Hochhausen und Impfingen.
Geschichte
Die Stadt wird im Jahre
836 in der Lebensbeschreibung der Heiligen
Lioba als
Biscofesheim erstmals erwähnt. Die Hl. Lioba gründete hier ein Frauenkloster.
Die Vergabe der Stadtrechte an Tauberbischofsheim wird auf etwa 1240 datiert, da im Mainzer Einkünfteverzeichnis von 1248 die Stadt als
civitas bezeichnet wird. Das kurmainzische Schloss war der Wohn- oder Verwaltungssitz des Stadtherren.
1866 besiegte Preußen in der Schlacht bei Tauberbischofsheim die württembergischen Truppen, die an der Seite Österreichs kämpften. Ein Denkmal an der Albert-Schweitzer-Straße erinnert an die Gefallenen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
Rathaus Tauberbischofsheim.jpg
In der vormals von einer Stadtmauer umgebenen Altstadt befinden sich das
Kurmainzische Schloss aus der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts, das heute das Tauberfränkische Museum beherbergt, und zahlreiche
Renaissance-Häuser. Die Nachfolgebauten des auf die hl. Lioba zurückgehenden Frauenklosters sind heute noch im Stadtbild vorhanden. Im sogenannten Klosterhof, der aus drei einen Hof umgebenden Gebäuden besteht, darunter dem ehemaligen
Dormitorium, ist heute ein Teil der Stadtverwaltung untergebracht. Die sich zum Marktplatz hin anschließende, der heiligen Lioba geweihte ehemalige Klosterkirche zeigt sich im Innenraum in barocker Ausstattung. Der Marktplatz wird weiterhin umgeben vom neugotischen Rathaus sowie etlichen
Fachwerkhäusern. Die 1914 fertiggestellte Stadtpfarrkirche St. Martin, ebenfalls im neugotischen Stil mit barockem Turmhelm, enthält Kunstwerke aus den zahlreichen Vorgängerbauten. Darunter sind ein Altar aus der Ulmer Werkstatt von Niklaus Weckmann d. Ä. mit Tafelbildern von Hans Schäufelein, eine Madonna von Hans Multscher und eine Kopie der
Tauberbischofsheimer Kreuzigung von
Matthias Grünewald (das Original wurde nach Karlsruhe transferiert).
Tauberbischofsheim, Türmersturm.jpg
Sport
Die Stadt wurde als Sitz des
Bundesleistungszentrums für
Fechtsport bekannt und ist
Olympiastützpunkt für mehrere
Sportarten. Athleten des
Fecht-Club Tauberbischofsheim e.V. errangen bisher 21 Medaillen bei Olympischen Spielen und 228 Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften. Darunter waren u.a. Dr.
Thomas Bach,
Anja Fichtel,
Matthias Behr und Dr.
Zita Funkenhauser.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Tauberbischofsheim liegt an der
Eisenbahnlinie Crailsheim–
Aschaffenburg (DB-Linie 788), am Fluss
Tauber sowie direkt an der
Bundesautobahn 81. Die Stadt gehört der
Verkehrsgemeinschaft Main-Tauber an.
Es existiert ein
Segelflugplatz: Tauberbischofsheim Hunsenberg.
Ein nahegelegener
Verkehrslandeplatz ist z.B.
Niederstetten.
Ansässige Unternehmen
- Michael Weinig AG, Holzbearbeitungsmaschinen
- VS Vereinigte Spezialmöbel Fabriken (früher: Vereinigte Schulmöbel-Fabriken)
- MAFI Transport-Systeme GmbH, Hersteller von Fahrzeugen für den innerbetrieblichen Transport, www.mafi.de
- Amira, Personaldienstleistungen
Medien
Behörden, Gerichte und Einrichtungen
Tauberbischofsheim ist Garnisonstadt, Sitz der Kreisverwaltung sowie Standort mehrerer Landesverwaltungsbehörden, darunter ein
Finanzamt und eine
Agentur für Arbeit. Tauberbischofsheim ist außerdem Sitz eines
Amtsgerichts, das zum
Landgerichtsbezirk Mosbach gehört. Die Stadt ist ferner Sitz des Dekanats Tauberbischofsheim des
Erzbistums Freiburg.
Bildung
Tauberbischofsheim hat vier Grundschulen (in der Kernstadt die Christian-Morgenstern-Grundschule und die Grundschule West sowie in den Stadtteilen eine Grundschule in Impfingen und die Erich-Kästner-Schule in Distelhausen), eine Hauptschule mit Werkrealschule (Pestalozzischule), eine Realschule (Riemenschneider-Realschule), ein allgemeinbildendes Gymnasium (Matthias-Grünewald-Gymnasium) und eine Förderschule (Christophorusschule).
Der Main-Tauber-Kreis ist Träger der beiden Beruflichen Schulen (Gewerbliche Schule, unter anderem mit Technischem Gymnasium und Kaufmännische Schule, unter anderem mit Wirtschaftsgymnasium) sowie der Krankenpflegeschule am Kreiskrankenhaus.
Die private Abendrealschule Tauberbischofsheim und die Fachschule für Sozialpädagogik der Gesellschaft für Berufliche Bildung runden das schulische Angebot Tauberbischofsheims ab.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Söhne und Töchter der Stadt
Weblinks
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