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Tatra.gif | Tatra 87.jpg Tatra1009.jpg Tatra1021.jpg | Tatra1011.jpg | Tatra 815 1.jpg Tatra ist eine der ältesten Automarken der Welt, beheimatet im heutigen Tschechien.

Gegründet im Jahre 1850 als Nesseldorfer Wagenfabrik im österreichisch-ungarischen Nesselsdorf (tschechisch: Kopřivnice in Nord-Mähren) von Ignác Šustala (1822 - 1891) und zwei Freunden, wurden Wagen und Kutschen produziert, zusätzlich seit 1882 Eisenbahnwagen. Bereits 1897 brachte die Marke ihr erstes Automobil, den "Präsident", auf den Markt. Es war, abgesehen vom Wagen des Siegfried Marcus - ein Prototyp aus dem Jahr 1888 (oder später) - das erste Automobil Österreich-Ungarns. Auf der „Collectivausstellung österreichischer Automobilbauer“ - im Rahmen der Kaiser Franz Joseph Jubiläumsausstellung von 1898 - wurde der Präsident zusammen mit dem Egger-Lohner Elektromobil, dem 6 HP Lohnerwagen und eben dem Marcus-Wagen, den man damals bereits als historisches Fahrzeug ansah, einer breiten Öffentlichkeit präsentiert.

1898 folgte auch schon der erste Lastwagen.

1921 erfolgte die Fusion mit den Ringhoffer'schen Waggon-Fabriken in Prag und die Umbenennung des nach dem Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie nun in der neu gegründeten Tschechoslowakei liegenden Werkes in Tatra (in Anlehnung an das nahegelegene Tatra-Gebirge). Die Fahrzeuge selbst trugen bereits seit 1920 den Namen Tatra, bis dahin war die Markenbezeichnung NW (Nesselsdorfer Wagenbau) verwendet worden.

1923 entwickelte der Konstrukteur Hans Ledwinka den Prototyp T-11, einen PKW mit Zentralrohrrahmen, luftgekühltem Zweizylinder-Boxermotor vorne und Pendelachse hinten, im Volksmund Bügeleisen genannt, wegen der Form seiner spitzen, kühlerlosen Frontpartie. Dem folgte eine ganze Reihe dieser Baulinie, auch mit Vierzylindern. 1931 wurde der Prototyp V-570 gebaut, mit stromlinienförmiger Karosserie und luftgekühltem Zweizylinder-Boxermotor im Heck. Dieses Auto ging nicht in Serie, kann aber als ideeller Vorgänger des deutschen Käfers gelten (Ledwinka war mit Ferdinand Porsche befreundet und die beiden hatten einen regen Ideenaustausch). 1934 folgte der große stromlinienförmige T-77 mit luftgekühltem V-Achtzylinder im Heck mit 3 Liter Hubraum und OHV-Ventilen, der in der letzten Vorkriegsstufe T-87 bis zu 160 km/h schnell war (Cw-Wert 0,38). An der Entwicklung dieser Baureihe war maßgeblich Ledwinkas Sohn Erich (geb. 15. Juli 1904 in Klosterneuburg, Studium an der TH in Wien, Promotion TH Graz, ab 1950 Chefingenieur und später technischer Direktor bei der Firma "Steyr-Daimler-Puch", großes Verdienstkreuz der Republik Österreich, Goldenes Verdienstkreuz des Landes Steiermark) beteiligt. In den Jahren 1947 - 1950 unternahmen Miroslav Zikmund und Jiří Hanzelka mit dem T-87 eine Reise durch drei Kontinente.

Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte die neue sozialistische Führung, die Marke Tatra ganz auf die LKW-Produktion umzustellen. So wurde die 1947 eingeführte kleinere Version des T-87 mit 2-Liter Vierzylinder T-600 (Tatraplan) in das Škoda-Werk in Mladá Boleslav verlegt. Dieses Vorhaben wurde jedoch aufgegeben, als die Produktion eigener repräsentativer Fahrzeuge notwendig wurde. Zu diesem Zweck wurden die auf dem T-87 basierenden Modelle T603 (seit 1956) und der von Vignale karossierte T613 (seit 1975) in handwerklicher Weise gebaut. Als letzter Versuch, im PKW-Geschäft mitzumischen, brachte Tatra 1996 den T 700 auf den Markt, dessen Produktion jedoch nach zwei Jahren eingestellt wurde.

Heute beschränkt sich Tatra auf die LKW-Produktion, die ebenfalls eine lange Tradition hat.

Alle Tatra-LKW zeichnen sich durch luftgekühlte V-Motoren, Stirnrad-Differentialgetriebe, einen zentralen Rohrrahmen und Allradantrieb aus. Dank der Pendelachsen sind sie sehr geländetauglich.

Legendär wurde der dreiachsige T 111 mit V-12-Diesel (ab 1943, einige Nachfolger). Eine Weiterentwicklung des T 111 war die schwere Zugmaschine T 141, die von 1958 bis 1970 im Zweigwerk Bánovce nad Bebravou in der heutigen Slowakei hergestellt wurde.

Der 1953 eingeführte, leichte T 805 mit V-8-Benziner diente überwiegend in den Streitkräften. Die Produktion wurde aber bald wieder eingestellt, da sich Tatra aufgrund einer Entscheidung des Ministeriums für Maschinenbau im Jahre 1952 auf Fahrzeuge mit 7 bis 10 Tonnen Nutzlast spezialisieren sollte. Zikmund und Hanzelka machten 1959 - 1964 eine weitere Weltreise mit dem T 805.

Ab den 60er Jahren wurden nur noch 10-Tonner hergestellt. 1961 ging der Hauber T 138 in die Serienfertigung und löste den veralteten T 111 ab. Zehn Jahre später, nach einem weiteren Entscheid des Ministeriums, Tatra zukünftig auf geländegängige Lkws ab 12 Tonnen Nutzlast zu spezialisieren, wurde er seinerseits durch den T 148 ersetzt, welcher noch heute der am häufigsten anzutreffende Haubenlaster in Tschechien ist. Die neueste Generation der Tatra-Hauber ist der seit 2001 produzierte T 163 JAMAL.

1967 wurde der schwere Frontlenker T 813 vorgestellt, welcher der Nachfolger des T 141 wurde. Dieser Typ gilt bis heute als einer der geländegängigsten Lastkraftwagen überhaupt. Er wird erfolgreich bei Trial-Rennen eingesetzt. Eine Besonderheit ist die Einzelradaufhängung mit extremen Federwegen. Es gab eine Sonderausführung mit 1000-PS-Gasturbine für die Streitkräfte. Im ersten untersetzten Gang erreicht er 3,6 km/h bei Vollgas und ist in der Lage, festgefahrene Panzer mit 40 Tonnen Gewicht zu bergen. Die Steigfähigkeit beträgt weit über 100%, Wattiefe 2,20 m. Der Spritverbrauch beträgt zwischen 65 und 250 Liter pro hundert Kilometer, im schweren Bergeeinsatz 500 Liter pro hundert Kilometer. Bei der Rally Paris-Dakar wurde der LKW nicht zugelassen, weil er als Prototyp eingestuft wurde. Deshalb nahm Tatra mit dem Nachfolger T 815 teil.

1983 folgte der T 815, der in grossen Stückzahlen und in verschiedenen Ausführungen produziert wurde. Der neueste Frontlenker trägt den Namen TERRNo1. Der T 815 hat mehrmals die Rallye Paris-Dakar in der Kategorie der Lastkraftwagen gewonnen.

Seit Anfang 2002 gehört TATRA zur amerikanischen Terex-Corporation.

Hauptabsatzmärkte sind Osteuropa und Asien.

Siehe auch


  • Foto eines Tatra 613 Coupe Prototyps bei Vignale
  • Fotos des Baumusters T603 bei Tatra 603

Weblinks


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