Tartessos (griech.: ; bibl.: Tarsis oder Tarschisch) war nach der klassischen Überlieferung eine Hafenstadt an der Südküste der iberischen Halbinsel, an der Mündung des Guadalquivir. Die Stadt war in der Antike für ihren sagenhaften Metallreichtum bekannt, auch die Bibel berichtet von Silberlieferungen aus Tarschisch (Jesaja 60,9; Jeremia 10,9). Der Reichtum an Silber machte Tartessos zu einer Art Eldorado des Altertums. Der sagenhafte König Arganthonios soll seinen Freunden, den von den Persern bedrohten Phokaiern neue Mauern für ihre Heimatstadt geschenkt haben, berichtet Herodot (Hdt. I 163). Spekulationen zu Folge könnte Tartessos die reiche Stadt der Phaiaken - aus Homers Ilias - sein, oder gar das von Platon beschriebene Atlantis.
Der deutsche Archäologe Adolf Schulten grub zwischen 1905 und 1911 nach Tartessos, fand dabei aber nur die Ruinen einer eigenständigen Vorgängerkultur aus dem 26. bis 13. Jahrhundert v. Chr., die zu den ältesten auf dem europäischen Kontinent zählt.
Tarsis findet in der Bibel mehrfach Erwähnung. In der Genesis wird Tarsis als Sohn Javans aufgeführt.
"21 Und alle Trinkgefäße des Königs Salomo waren aus Gold *. Da war nichts aus Silber; es wurde in den Tagen Salomos wie gar nichts geachtet. 22 Denn der König hatte eine Tarschisch-Schiffsflotte auf dem Meer zusammen mit Hirams Schiffsflotte. Einmal alle drei Jahre kam jeweils die Tarschisch-Schiffsflotte, beladen mit Gold und Silber, Elfenbein und Affen und Pfauen."
Für die Annahme der Existenz großer Goldvorkommen auf der iberischen Halbinsel spricht die Tatsache, dass die Römer unter der Herrschaft des Aurelian große Goldminen in ihren iberischen Kolonien unterhielten. Elfenbein muss allerdings aus Afrika stammen.
"3 Und Jona machte sich dann auf und lief weg nach Tarschisch, von Jahwe hinweg, und er kam schließlich nach Joppe hinab und fand ein Schiff, das nach Tarschisch fuhr. So zahlte er seinen Fahrpreis und stieg in dasselbe hinab, um mit ihnen nach Tarschisch zu fahren, von Jahwe hinweg."
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