Tartegnin ist eine politische Gemeinde im Distrikt Rolle des Kantons Waadt in der Schweiz.
Geographie
Tartegnin liegt auf 492 m ü. M., 11 km nordöstlich der Stadt
Nyon (Luftlinie). Das Weinbauerndorf erstreckt sich leicht erhöht am unteren Südhang der Waadtländer Côte inmitten der Rebhänge am Dorfbach
Flon, in aussichtsreicher Lage rund 120 m über dem Seespiegel des
Genfersees.
Die Fläche des nur gerade 1.1 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt im zentralen Teil der Waadtländer Côte. Der Gemeindeboden erstreckt sich in einem schmalen Streifen vom Hangfuss nordwärts über den Rebhang und den anschliessenden waldbedeckten Steilhang bis auf die Höhe bei La Gillière. Hier wird mit 810 m ü. M. der höchste Punkt von Tartegnin erreicht. Die östliche Grenze bildet der Bach Flon. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 7 % auf Siedlungen, 40 % auf Wald und Gehölze und 53 % auf Landwirtschaft.
Zu Tartegnin gehören einige Weingüter. Nachbargemeinden von Tartegnin sind Gilly, Essertines-sur-Rolle und Rolle.
Bevölkerung
Mit 209 Einwohnern (Ende 2005) gehört Tartegnin zu den kleinen Gemeinden des Kantons Waadt. Von den Bewohnern sind 86.1 % französischsprachig, 4.1 % englischsprachig und 3.6 % portugiesischsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Tartegnin belief sich
1900 auf 174 Einwohner. Nachdem die Bevölkerung bis
1980 auf 130 Einwohner abgenommen hatte, wurde seither wieder eine deutlich steigende Tendenz beobachtet.
Wirtschaft
Tartegnin war bis Mitte des
20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die
Landwirtschaft geprägtes Dorf. Noch heute spielt die Landwirtschaft als Erwerbszweig der Bevölkerung eine wichtige Rolle. Am gesamten Hang der Côte unterhalb einer Höhe von 550 bis 600 m ü. M. wird
Weinbau betrieben. Weitere Arbeitsplätze sind im Dienstleistungssektor vorhanden. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf dank seiner attraktiven Lage zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige arbeiten auswärts und pendeln teilweise bis in die Städte
Lausanne und
Genf.
Verkehr
Die Gemeinde ist verkehrstechnisch gut erschlossen. Sie liegt etwas oberhalb der Hauptstrasse, die von
Nyon entlang den Hängen der Côte nach
Aubonne führt. Der Autobahnanschluss Rolle an der
1964 eröffneten
A1 (Genf-Lausanne) ist rund 2 km vom Ort entfernt. Durch den Postautokurs, der von
Rolle nach
Gland verkehrt, ist Tartegnin an das Netz des öffentlichen Verkehrs angebunden.
Geschichte
Im
11. Jahrhundert wird der Ort unter dem Namen
Tritiniaco erstmals erwähnt. Später erschienen die Bezeichnungen
Tertygnens (
1265) und
Tertinnie. Tartegnin gehörte seit dem
Mittelalter zur Herrschaft Mont-le-Vieux. Mit der Eroberung der Waadt durch
Bern im Jahr
1536 kam das Dorf unter die Verwaltung der Vogtei
Morges. Nach dem Zusammenbruch des
Ancien régime gehörte Tartegnin von
1798 bis
1803 während der
Helvetik zum Kanton Léman, der anschliessend mit der Inkraftsetzung der
Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufging.
1798 wurde es dem Bezirk Rolle zugeteilt.
Sehenswürdigkeiten
Tartegnin besitzt einen kompakten Ortskern mit mehreren typischen Weinbauernhäusern aus dem
17. bis
19. Jahrhundert. Der Ort hat keine eigene Kirche, er gehört zur Pfarrei
Gilly.
Weblinks
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