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siehe auch: Tambora (Musikinstrument)

Der Tambora (Tomboro) ist ein Vulkan vom Typ Stratovulkan auf der östlich von Java gelegenen Insel Sumbawa in Indonesien.

Die Eruption des Tambora zwischen dem 10. April und dem 15. April 1815 ist die größte, über die es genauere Aufzeichnungen gibt. Sie verursachte einen Vulkanischen Winter und führte so zum „Jahr ohne Sommer1816. Auf der Skala für Vulkanausbrüche, dem so genannten Vulkanexplosivitätsindex, erreichte die Eruption einen Skalenwert von 7. Aus den letzten 10.000 Jahren sind nur vier vergleichbar große Ausbrüche bekannt, u. a. der des Santorini in Griechenland im Jahre 1628 v. Chr.. Nur aus prähistorischer Zeit sind gewaltigere Ausbrüche bekannt, wie der des Toba (heute Sumatra) vor 74.000 Jahren, der Lava-Creek-Ausbruch (vor 600.000 Jahren), der Huckleberry-Ridge-Ausbruch (vor 2,2 Mio. Jahren) in Yellowstone (heute USA) und der Fish-Canyon-Ausbruch in den San Jose Mountains (heute USA) vor 27,8 Mio. Jahren.

Vor dem Ausbruch war der Tambora etwa 4000 m hoch, heute hat er eine Höhe von 2850 m ü. NN. Der Vulkan misst auf Seehöhe etwa 60 km im Durchmesser und ist 600 bis 1100 m tief. Die 1815 entstandene Caldera hat einen Umfang von 23,7 km; der mittlere Durchmesser beträgt 7,3 km und ist 1287 m tief. Durch die Explosion wurden zirka 100 km³ Gestein, Asche und Staub in geschätzte 44 bis 70 km Höhe geschleudert und verdunkelten den Himmel. Die geschätzte Sprengkraft der Eruption entsprach etwa der von 170.000 Hiroshimabomben. Die Druckwellen waren bis in 15.000 km Entfernung wahrnehmbar.

Es wird geschätzt, dass 10.000 Menschen direkt durch die Auswirkungen des Ausbruchs starben. Durch die folgenden Flutwellen und Hungersnöte starben etwa 100.000 weitere Menschen. (Angabe aus anderer Quelle: weitere etwa 82.000 Menschen kamen durch Hunger und Krankheiten um).

In einem Umkreis von 500 km kam es durch die dichten Aschewolken drei Tage lang zu einer kompletten Verdunkelung. Nachfolgende schwächer werdende Ausbrüche zogen sich bis zum 15. Juli 1815 hin.

Die Staubteilchen wurden durch Luftströmungen um die ganze Erde verteilt und verursachten sogar noch in Europa Missernten und Hungersnöte. Der folgende Sommer, im Volksmund „Schneesommer“ genannt, war der kälteste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Zahlreiche europäische Staaten erlebten Ernteausfälle, Hungersnöte und Wirtschaftskrisen, die viele Menschen zur Emigration veranlassten. In Frankreich und England kam es zu Aufständen, in der Schweiz musste sogar der Notstand ausgerufen werden. Wegen der Ernteausfälle kam es zu einem großen Pferdesterben in Europa, was die Entwicklung der Draisine vorantrieb.

Map indonesia volcanoes.gif

Weblinks


Vulkan | Berg in Indonesien

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