Die Talbrücke Wilde Gera ist mit 252 m Spannweite die größte Stahlbetonbogenbrücke Deutschlands.
Einleitung
Talbrücke_Wilde_Gera.jpgDie Brücke liegt im Zuge der
A 71 im
Thüringer Wald zwischen den Anschlussstellen
Gräfenroda und
Oberhof in geringem Abstand nördlich des
Rennsteigtunnels und wurde in den Jahren
1997 bis
2000 erbaut. Sie überspannt mit einer Gesamtlänge von 552 m in einer maximalen Höhe von 110 m über Grund das Tal der
Wilden Gera bei
Gehlberg mit der im Talgrund verlaufenden Landesstraße (L 2149) und der Bahnstrecke
Zella-Mehlis –
Gräfenroda. Zunächst als
Pfeilerbrücke geplant wurde als Sondervorschlag die
Bogenbrücke ausgeführt, um so die Gründung der Pfeiler in einer alten
Mülldeponie sowie an dem altersschwachen Bahndamm zu vermeiden. Die Brücke hat im Grundriss einen Radius von 7800 m und ein Längsgefälle von 2,56%. Sie kostete ungefähr 23 Millionen €.
Am 12. März 2006 wurden die Ingenieure, die die Brücke planten mit dem ersten Deutschen Brückenpreis ausgezeichnet. Gelobt wurden die filigrane Ausführung der Brücke sowie die Anpassung an die landschaftliche Umgebung.
Überbau
Bogenbr2.png
Der 3,74 m hohe
Überbau besteht aus einem einzelligen unten 7,6 m breiten und oben 11 m Stahlhohlkasten mit Schrägstreben aus Stahlrohren und, als
Verbundquerschnitt ausgebildet, der 26,3 m breiten Stahlbeton
fahrbahnplatte. Die Feldweiten des 14-feldrigen Überbaus betragen 30 m + 36 m + 10x42 m + 30 m + 36 m. Der Ruhepunkt des Überbaus mit den festen
Lagern in Längsrichtung ist im Bogenscheitel.
Der Stahlüberbau wurde von dem Widerlager West aus im Taktschiebeverfahren abschnittsweise mit Taktlängen von 63 m eingeschoben. Anschließend wurde die Stahlbetonfahrbahnplatte, deren Dicke zwischen 20 cm am Kragarmende und 45 cm über den Stegen des Hohlkastens variiert, mit einem Schalwagen in Abschnitten mit Längen von maximal 21 Meter hergestellt.
Unterbauten
In Brückenmitte wird der Überbau von einem Stahlbetonbogen mit 252 m Spannweite abgetragen. Der Bogenquerschnitt ist ein 10,30 m breiter zweiteiliger Hohlkasten mit Wandstärken zwischen 30 und 40 cm. Die Bauhöhe beträgt an den
Kämpferfundamenten maximal 5,50 m und verringert sich zum Bogenscheitel hin auf 3,30 m. Die Kämpferfundamente, in welchen der Bogen eingespannt ist, sind bis zu 6,00 m dick und haben Grundrißabmessungen von 17 m x 14,5 m. Die Herstellung des Bogens erfolgte im
Freivorbau mit Taktlängen von ungefähr 6 Meter. Gehalten wurde der Bogen mit Hilfsabspannungen, die im Fels verankert waren. Während der Herstellung wurden sämtliche Bauwerksverformungen mit Hilfe eines umfangreichen Messprogramms überwacht.
Die Pfeiler haben einen Hohlkastenquerschnitt mit Abmessungen von 2,5 x 9,0 m (Kämpferpfeiler 3,5 x 9,0 m) und 0,4 m Wandddicke.
Weblinks
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