article

Kraftfluss_1.png Die Talbrücke Haseltal ist eine 845 m lange Balkenbrücke mit einem Verbundquerschnitt als Überbau. Markant sind die Schrägstreben und der blaue Anstrich der stählernen Brückenkonstruktion.

Die Brücke liegt im Zuge der Bundesautobahn 73 bei Suhl zwischen dem Autobahndreieck Suhl und der Anschlussstelle Suhl – Zentrum. Sie überspannt in einer maximalen Höhe von ungefähr 82 m im Bereich des Suhler Stadtteils Heinrich das Tal der Hasel mit dem ehemaligen Werksgelände von Simson, den heutigen Gewerbepark, sowie mit der Landesstrasse (L 1140) und der Bahnstrecke Suhl-Grimmental. Im Grundriss verläuft die Brücke auf der Nordseite anfangs gerade. Nach ungefähr 400 m folgt eine Klothoide mit A = 400 und anschließend ein Kreisbogen mit 800 m Radius. Außerdem ist ein Längsgefälle zwischen 1 und 2 % Richtung Süden vorhanden. Gebaut wurde die Brücke zwischen den Jahren 2003 und 2005. Die Brücke kostete ungefähr 34 Millionen €.

Vorplanung


Aufgrund der Trassenplanung mussten 10 Familien aus dem Suhler Ortsteil Suhl-Heinrichs (Heiligenland), ihr Haus aufgeben und umziehen. In keinem Fall kam es zur Enteignung, jedoch hatte die Stadtverwaltung Suhl bei der Planung der A 73 das betroffene Areal als Grünland ausgewiesen, obwohl sich dort Garten- und Wohnhäuser befanden.

Überbau


Die Stützweiten zwischen den Widerlagern bzw. Stützen betragen 70 m – 88,5 m – 125 m – 175 m – 125 m – 95 m – 92,5 m – 74 m. Der 5,0 m hohe Überbau besteht aus einem einzelligen Stahlhohlkasten, der an der Unterseite 8,6 m und 11,0 m auf der Oberseite breit ist. Aufgrund der Krümmung im Grundriss hat der Kastenträger oben ein Stahldeck. Mit der Fahrbahnplatte aus Stahlbeton sind die Kastenstege durch Kopfbolzendübel verbunden und bilden somit einen Verbundquerschnitt. Die Fahrbahnplatte ist 28,5 m breit, mindestens 28 cm dick und gevoutet ausgebildet. Die weite Auskragung von 9 m wird durch Schrägstreben im Abstand von 10 m unterstützt. Die maximale Spannweite des 8-feldrigen Überbaus beträgt 175 m. Zur Reduzierung der großen Stützweiten sind an den beiden Talpfeilern stählerne Schrägstreben vorhanden. Die Aussteifung der Brücke erfolgt durch die beiden hohen Talpfeiler. Diese sind durch den Überbau und die Schrägstreben miteinander rahmenartig verbunden.

Unterbau


Die Widerlager und südlichen Hangpfeiler sind flach gegründet, die übrigen vier Pfeiler auf Pfahlkopfplatten mit bis zu 15 Großbohrpfählen bei einem Durchmesser von 1,5 m und Längen von maximal 25 m.

Ausführung


Der Stahlüberbau wurde an beiden Widerlagern in Taktkellern vorgefertigt und im Taktschiebeverfahren abschnittsweise über die Stützpfeiler eingeschoben. Um die auskragende Länge des Hohlkastens zu reduzieren, wurden in den 125 m langen Feldern Hilfsstützen errichtet. Nach dem Einschub erfolgte das Verschweißen der beiden 87,5 m auskragenden Brückenhälften in Brückenmitte und die Montage der 300 Tonnen schweren Schrägstreben. Diese wurden mit hydraulischen Litzenhebern vom Stahlüberbau aus eingezogen. Anschließend wurde die Stahlbetonfahrbahnplatte mit einem Schalwagen abschnittsweise hergestellt.

Weblinks


Balkenbrücke | Stahlverbundbrücke | Autobahnbrücke | Suhl | Brücke in Thüringen

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Talbrücke Haseltal (A73)".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld