Taktschieben.png | Itztalbruecke_2005-07-24.jpg bei Coburg]] Hohlkasten.png
Mit Taktschiebeverfahren bezeichnet man ein Herstellungsverfahren von Brücken.
Dabei erfolgt der Bau des zusammenhängenden Brückenüberbaus (Mehrfeldträger) abschnittsweise hinter einem Widerlager in einer Fertigungsstätte, die auch als "Taktkeller" bezeichnet wird. Nach der Fertigstellung eines Brückenabschnittes wird dieser zusammen mit den zuvor hergestellten Abschnitten über den Pfeilern verschoben ("eingeschoben"), um den nächsten Abschnitt (Takt) herstellen zu können. Das Verfahren wird insbesondere bei längeren Brücken mit geraden oder nahezu kreisförmigem Grundriss angewendet und mit einheitlichem Kuppen oder Wannenhalbmesser im Aufriss angewandt.
Diese Herstellungsart wurde anfangs aufgrund der begrenzten Blechlängen insbesondere bei Stahlbrücken verwendet. Im Spannbetonbau wurde erstmals 1962 in Venezuela die Brücke über den Rio Caroni mit Hilfe von Gleitlagern und Vorbauschnabel eingeschoben. Für den Bau der Autobahnbrücke Inntal bei Kufstein optimierten Fritz Leonhardt und Willi Baur diese Baumethode und entwickelten die auch heute noch angewendete Technik des Taktschiebeverfahrens.
Beim Taktschiebeverfahren im Spannbetonbau tritt an Stelle der Herstellung von Brücken auf Lehrgerüsten oder Vorschubgerüsten eine fabrikmäßige Fertigung in sich wiederholenden Abschnitten. Dabei wird in einer ortsfesten Schalung hinter dem Widerlager der Überbau in kurzen Abschnitten (Takten) hergestellt. Die einzelnen Teilstücke werden unmittelbar aneinander betoniert und durch Spannkabel miteinander biegefest verbunden. Anschließend wird der erhärtete neue Brückenabschnitt einige Millimeter angehoben und um eine Taktlänge zusammen mit den anderen schon festiggestellten Takten in Richtung Brückenachse nach vorne verschoben. Dies erfolgt mittels hydraulischen Pressen und PTFE-Gleitlagern. Danach wird der nächste Abschnitt an der gleichen Stelle in der gleichen Schalung hergestellt. Meist wird ein Takt pro Woche hergestellt. Am vordersten Teilstück wird ein stählerner Vorbauschnabel montiert, um die beim Verschieben bis zum Erreichen der Stützen auftreten Kragmomente zu reduzieren. Insbesondere Hohlkastenquerschnitte sind für das Taktschieben geeignet. Das Verfahren ist wegen seiner kurzen Transportwege, kleinen Geräteparks, guter Schalungs- und Rüstungsausnutzung sowie wiederkehrender Arbeitsvorgänge sehr wirtschaftlich. Nachteilig ist, dass verfahrensbedingt der Querschnitt des Überbaus unverändert bleiben muss und somit die für die größte Spannweite erforderliche Konstruktionshöhe maßgebend ist.
Beim "Match-Cast-Verfahren" ist es erstmals möglich, auch Brückenüberbauten mit veränderlich gekrümmter Lageplanachse (z.B. eine Klothoide) herzustellen. Dabei ersetzt ein Näherungspolygon die veränderlich gekrümmte Lageplanachse, der die einzelnen Überbautakte wie eine Gelenkkette mit unterschiedlichen Knickwinkeln folgen. Die Taktfertigungsanlage wird dabei im Grundriss verdrehbar und eventuell auch kippbar hergestellt. Beim Anbetonieren eines neuen Taktes an den bereits erstellten Überbauzug werden die Knickwinkel eingestellt, die sich aus der Berechnung des Näherungspolygons ergeben. Der Ausgleich der beim Vorschub auftretenden seitlichen und höhenmäßigen Abweichungen des Überbaus gegenüber der Endposition erfolgen im einfachsten Fall durch querverschiebbare Verschublager auf den Pfeilern, im Fall einer veränderlichen Gradiente durch hydraulisch höhenverstellbare Lager mit einer entsprechenden Steuerung.
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"Taktschiebeverfahren".
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