| ICD-10-Code Takayasu-Arteriitis
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| M31.4 | Aortenbogen-Syndrom (Takayasu-Syndrom)
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Die
Takayasu-Arteriitis ist eine
Autoimmunerkrankung, bei der es zu einer
granulomatösen Entzündung der
Aorta und ihrer Hauptäste kommt. Sie ist mit der
Riesenzellarteriitis verwandt und zählt wie diese zu den
Vaskulitien. Benannt ist sie nach ihrem Erstbeschreiber
Mikito Takayasu (1908).
Epidemiologie
Die Takayasu-Arteriitis betrifft vor allem junge Frauen unter 40 Jahren. Sie ist eine seltene Erkrankung, die
Inzidenz in Westeuropa liegt unter 1:1.000.000
[Primer on the Rheumatic Diseases, 12th Edition, Klippel JH (Hrgs.), Arthritis Foundation, Atlanta, USA, 2001].
Symptome
Die
Symptome lassen sich in zwei Komplexen zusammenfassen, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Der erste Komplex umfasst allgemeine
Entzündungsreaktionen wie
Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust und Gliederschmerzen. Die entstehenden Gefäßeinengungen führen zu den Symptomen des zweiten Komplexes: Durchblutungsstörungen der Extremitäten, Schwindel, Ohnmachtsanfälle, Sehstörungen,
Schlaganfall und
Bluthochdruck.
Pathomechanismen
Die Takayasu-Arteriitis befällt bevorzugt die großen
Arterien von elastischen Typ. Die
Granulome bilden sich vor allem in der mittleren Schicht der Gefäßwand, die dadurch zerstört wird. Einsetzende Vernarbungsprozesse führen dann zu einer Einengung des Gefäßdurchmessers und damit zu einem Hindernis für den Blutstrom. Bedingt durch den hohen Druck, der in den herznahen Gefäßen herrscht, kann es langfristig jedoch auch zur Bildung von
Aneurysmen (Aussackungen der Gefäßwand) kommen.
Diagnose
Die Diagnosestellung erfolgt anhand der ACR-Kriterien
[ Arend WP et al. The American College of Rheumatology 1990 criteria for the classification of Takayasu arteritis. Arthritis Rheum 33:1129 (1990) ] von denen mindestens drei vorhanden sein müssen.
- Alter < 40 Jahre
- Claudicatio der Extremitäten (vor allem der Arme)
- Abgeschwächter Puls der Brachialarterien
- Blutdruckdifferenz zwischen beiden Armen > 10 mmHg (systolisch)
- Strömungsgeräusche über der Aorta oder Arteria subclavia
- Veränderungen im Arteriogramm
Im Gegensatz zur
Wegener-Granulomatose finden sich bei der Takayasu-Arteriitis keine
ANCA-
Autoantikörper.
Therapie
Die Gabe von
Glucocorticoiden ist nach wie vor die medikamentöse Therapie der Wahl. Bei rupturgefährdeten
Aneurysmen kann eine gefäßchirurgischer Eingriff notwendig werden.
Prognose
Die Prognose der unbehandelten Takayasu Arteriitis ist schlecht, kann jedoch durch die aktuelle Therapie entscheidend verbessert werden. Größere Studien aus Japan besagen, dass zwei Drittel der Patienten in einem stabilen Stadium gehalten werden können und schwerwiegende Komplikationen nur bei einem Viertel auftreten
[Moriwaki R, Numano F: Takayasu arteritis: follow-up studies for 20 years. Heart Vessels Suppl. 1992;7:138-45. PMID 1360960].
Quellen
Autoimmunerkrankung | Rheumatologie
Takayasu's arteritis