Als Taille-Hüft-Verhältnis (THV) - engl.: Waist-hip ratio oder Waist-to-hip ratio (WHR) - wird das Verhältnis zwischen Taillen- und Hüftumfang angegeben
Das THV gilt als ein Maß für die Attraktivität einer Frau, indem - kulturunabhängig - Frauen mit einem Wert von 0,7 und weniger von Männern als attraktiver beurteilt werden. Erstmalig unterstrichen wurde dieser Zusammenhang 1993 von dem Psychologen Devendra Singh von der Universität Austin in Texas, der die im Playboy abgelichteten Fotomodelle und hier vor allem die „Playmates des Monats“ der Jahre 1955 bis 1990 für seine Untersuchungen heranzog und davon ausgehend 700 Männer befragte. Evolutionsbiologisch gesehen sei diese „Stundenglas-Silhouette“ ein Hinweis auf die Fruchtbarkeit und Gesundheit einer Frau. Bestärkt wird diese These durch die Tatsache, dass sich bei Mädchen mit dem Eintritt in die Pubertät die Taille ausbildet bzw. Brust- und Hüftumfang wachsen, somit das THV abnimmt, während mit dem Eintritt in die Wechseljahre dieses wieder zunimmt. Dennoch bleibt festzuhalten, dass für die Attraktivität einer Frau deren Gesicht, aber auch die Körperfülle insgesamt (angegeben als Körpermasseindex), für Männer eine wesentlich wichtigere Rolle spielen dürfte.
Der Taille-Hüft-Quotient gibt das Verhältnis von Taillenumfang zu Hüftumfang an. Dieser lässt sich folgendermaßen berechnen: Körperumfang in Taillenhöhe / Körperumfang in Hüfthöhe
Das Verhältnis von Taillen- zu Hüftumfang sollte bei Männern kleiner als 1,0 und bei Frauen kleiner als 0,85 sein.
Der Taille-Hüft-Quotient liefert die Antwort auf die Frage, wo die Fettpölsterchen sitzen. Diese Frage ist von besonderer Brisanz: Denn bauchbetontes Übergewicht der so genannte Apfeltyp bedeutet ein viel höheres Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erleiden. Für das kardiovaskuläre Risiko ist weniger das Ausmaß des Übergewichts als vielmehr das Fettverteilungsmuster entscheidend: Besonders nachteilig wirken sich hier Fettdepots im Bauchraum und an den inneren Organen aus. Dieses innere Bauchfett Fachleute nennen es „intraabdominales Fett“ oder "viszerales Fettgewebe"– ist sehr stoffwechselaktiv. Denn das "Innere Bauchfett" hat eine andere Zusammensetzung als das Fett an Po, Hüften und Oberschenkeln. Es produziert besonders viele Fettsäuren, die in der Leber in andere Fette umgebaut werden. Mit der Zunahme des Inneren Bauchfetts steigt daher auch das Risiko für Folgeerkrankungen. Diabetes und Bluthochdruck können auftreten, und vor allem die Blutfette verändern sich ungünstig: Das "schlechte" LDL- Cholesterin steigt und zur gleichen Zeit kommt es zur Absinkung des gefäßschützenden "positiven" HDL-Cholesterin. Dies führt im nächsten Schritt zu Ablagerungen an den Innenwänden der Arterien. Dadurch verengen sich die Gefäße und die Versorgung der Organe mit Nährstoffen und Sauerstoff ist eingeschränkt.
Inzwischen haben neuere Studien gezeigt, dass man gar nicht so viel rechnen muss um einzuschätzen, ob eine Gesundheitsgefährdung vorliegt: Unabhängig vom Hüftumfang weist ein Bauchumfang von über 88 cm bei Frauen und von mehr als 102 cm bei Männern bereits auf ein deutlich erhöhtes Erkrankungsrisiko hin. Einen Online-Test kann man hierdurchführen.
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