Tahiti.png Tahiti, dessen ursprünglicher Name Otaheite lautet, ist die Hauptinsel der Gesellschaftsinseln und die größte Insel Französisch-Polynesiens in der Südsee. Die Hauptstadt Papeete liegt an der Nordwestküste. Die Insel liegt bei 149,5° West und 17,66° Süd.
Rund um die Insel liegt ein stellenweise unterbrochenes Korallenriff, welches die Lagune vom offenen Meer abgrenzt. Anders als bei vergleichbaren Vulkaninseln in Polynesien hat sich vor Tahitis Festland bisher keine nennenswerte Atollstruktur gebildet. Lediglich ein paar kleine Motus (tahitianisch: Inseln), wie etwa Motu Martin im Norden Tahitis, sind vorhanden. Sie sind der Beginn einer Entwicklung, die über Jahrtausende zum Versinken der Hauptinsel und zur Bildung eines großen Atolls führen wird.
Beide Inseln Tahitis sind geprägt von der über Jahrhunderte aus dem ursprünglichen Vulkan entwickelten Bergwelt. Die Berge mit bis zu 2200 m Höhe sind meist bis zur Häusergrenze mit dichtem Regenwald bewachsen.
Mit etwa 100.000 Bewohnern leben heute ca. 70 % der Bevölkerung Französisch-Polynesiens auf Tahiti. Die Bevölkerung setzt sich zusammen aus 83 % Polynesiern, 11 % Europäern, 4 % Asiaten und 2 % Mischlingen.
Bis Mitte des 20 Jahrhundert boten fruchtbare Böden und der fischreiche Ozean reichlich Nahrung für die Bewohner. Die entspannte Atmosphäre und die Zufriedenheit der ansässigen Kulturen beeindruckten die europäischen Besucher ungemein. Die berühmteste Geschichte darüber ist wohl die Meuterei auf der Bounty. Heute ist die schnell wachsende Bevölkerung Tahitis, speziell im den Ballungsraum Papeetes, mit typischen europäischen Großstadtproblemen wie Umweltverschmutzung und Verkehrsstaus konfrontiert.
Während der Regierungszeit der Königin Aimata Pomaré IV. (* 1812, reg. 1827–1877) wurde Tahiti 1842 französisches Protektorat. Die Monarchie bestand unter französischer Oberherrschaft weiter. Die Erhebung der Polynesier gegen die französische Herrschaft wurde 1842–1847 von französischen Truppen niedergeschlagen. Spezialkarte_von_Tahiti_und_Eimeo.jpg 1880 schließlich wurde Tahiti französische Kolonie: König Pomaré V., der 1877 seiner Mutter nachgefolgt war, schloss am 29. Juni einen Vertrag mit Frankreich, wonach die Hoheit über Pomarés Herrschaftsgebiet – die Gesellschaftsinseln, die Tuamotu-Inseln sowie die Austral-Inseln – auf den französischen Staat überging. Mit dem entsprechenden französischen Gesetz vom 30. Dezember wurde Tahiti als Teil Französisch-Ozeaniens, das später in Französisch-Polynesien umbenannt wurde, französische Kolonie.
Während des Zweiten Weltkrieges diente die Insel den USA als Vorposten im Südseeraum.
Nach langjähriger Unterdrückung durch Missionare lebt die alte tahitianische Kultur wieder auf.
Alljährlich findet Ende Juni/Anfang Juli die Heiva, das Tanzspektakel Polynesiens, statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung messen sich die verschiedenen Tanzformationen in den traditionellen tahitianischen Tänzen. In sehr aufwändigen und kreativen Kostümen bieten über etwa zwei Wochen jeweils eine Formation pro Abend, die Tänzerinnen und Tänzer, ein über Monate eintrainiertes Programm dar. Die Heiva ist das Großereignis Tahitis. Die lokalen Medien berichten kontinuierlich von den Abenden. Auf verschiedenen kleineren Inseln, wie etwa Bora Bora, finden kleinere Heivas statt, die in der Qualität des Tanzes hinter der Heiva Tahitis zurückstehen.
Der Maler Paul Gauguin (1848 bis 1903) lebte und wirkte auf Tahiti. Die Spas auf Tahiti sind weltberühmt.
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