Die Bezeichnung Tablet PC (engl. tablet "Tablett") bezeichnet einen PC, dessen Bauform an ein Tablett erinnert. Der Benutzer soll dabei Eingaben per Stift oder Finger auf dem Grafiktablett-ähnlichen Bildschirm tätigen können, was den natürlicheren Umgang mit Computern fördern soll.
Einen frühen Gehversuch der Stifteingabetechnologie stellt beispielsweise das T100X-Dynapad von Toshiba aus dem Jahr 1993 dar; es war mit einem berührungsempfindlichen Graustufen-LCD ausgestattet und lief unter MS-DOS 6.2 & Windows 3.1 mit Microsoft Pen Services for Windows.
Inzwischen wird der Begriff "Tablet PC" durch den von Microsoft definierten Standard für stiftbediente Notebooks genauer beschrieben: Tablet PCs können durch Schreiben mit dem Stift auf dem Bildschirm bedient werden, wobei ein induktiver Digitizer die Stiftbewegung erfasst; im Gegensatz zum Touchscreen ist der Bildschirm berührungsunempfindlich, d.h. die Hand kann auf dem Bildschirm liegen ohne die Erkennung zu stören. Als Betriebssystem kommt meist eine angepasste Version von Windows XP zum Einsatz, die Windows XP Tablet PC Edition 2005. Es gibt aber durchaus Bestrebungen Tablet PCs unter Linux zu Unterstützen. Die Firma Lycoris beispielsweise bietet eine entsprechend angepasste Linux-Version an. Mit einigen Stiften ist es außerdem möglich, die Stärke des Drucks beim Schreiben zu messen, geeignete Anwendungen können dies berücksichtigen. Diese Eigenschaft wird vom Standard jedoch nicht zwingend vorgeschrieben.
Derzeit gibt es zwei verschiedene Konzepte von Tablet PCs: Convertible und Slate.
Unter einem Convertible versteht man einen Tablet PC, der in der Regel die gleiche Funktionalität wie ein Notebook hat und insbesondere auch eine Tastatur hat. Zusätzlich ist es möglich, das Display um 180° zu drehen und anschließend mit dem Bildschirm nach oben auf die Tastatur zu klappen, so dass der Convertible wie ein Notizblock benutzt werden kann. Somit vereint diese Bauform die Vorteile von Tablet PCs und konventionellen Notebooks. Nachteilig wirkt sich das "normale" Gewicht und die "normale" Höhe des Notebooks aus, welche dauerhaftes Benutzen auf dem Arm erschweren. Dennoch sind Convertibles verbreiteter, weil die eingebaute Tastatur Benutzern die Sicherheit gibt, jederzeit mit dem gewohnten und bei Texteingabe schnelleren Eingabegerät arbeiten zu können.
Unter einem Slate (engl. "Schiefer") versteht man einen Tablet PC, der auf das Wesentliche beschränkt ist und insbesondere keine Tastatur eingebaut hat, so dass im Gegensatz zum Notebook das Gehäuse aus nur einem einzigen Block besteht, statt in Tastatur- und Display-Block aufgeteilt zu sein. Durch die kompakte und gewichtsreduzierte Bauform dieser Geräte sind sie sehr mobil und ermöglichen auch längeres Arbeiten auf dem Arm. Das Fehlen der Tastatur ist unproblematisch, da sich alle Tablet PCs auch ausschließlich durch den Stift mit Zeichenerkennung sowie die am Gehäuse angebrachten Funktionstasten bedienen lassen. Bei Bedarf müssen Laufwerke und Tastatur als externe Geräte oder via Dockingstation wie bei normalen PCs angeschlossen werden.
Der Tablet PC ist der erste wirklich mobile Computer, der alle Anforderungen eines gebräuchlichen Desktop PCs erfüllt und auch im größeren Stil eingesetzt wird. Im Gegensatz zu Notebooks kann er auch beim Stehen und Gehen mitgeführt und komfortabel bedient werden.
Bereits Jahre vor diesem Konzept existierte unter Windows 3.1 bereits ein ähnlicher Ansatz. Allerdings waren die entsprechenden Geräte nicht sehr verbreitet.
Die Idee des (Windows XP) Tablet PCs war, dem Benutzer mit dem Stift auf dem Bildschirm das Gefühl zu geben, er würde mit Stift und Papier arbeiten. Dafür errechnet das System aus der Stiftspur auf dem Bildschirm B%C3%A9zierkurven, die das Geschriebene mathematisch repräsentieren. Je nach Stift und Fähigkeit des Displays werden auch Druck und Stiftneigung ausgewertet. Anschließend werden die Kurven gerendert auf dem Display angezeigt. Dadurch entsteht das Gefühl, man würde auf dem Bildschirm zeichnen.
Um diese Art der Eingabe nutzen zu können, werden spezielle Anwendungen benötigt. Bei der Tablet PC Edition von Windows XP ist das Programm Microsoft Journal dabei, welches Schreiben und Zeichnen wie auf einem normalen Block Papier ermöglicht und darüber hinaus die Möglichkeiten von Computerprogrammen bietet, also durchsuchen, rückgängig machen, kopieren, Format ändern, verschieben, skalieren etc. Microsoft OneNote führt diesen Gedanken deutlich weiter. Ab Microsoft Office XP ist durch ein Erweiterungspack auch eine Freihandeingabe in den einzelnen Anwendungen möglich, wodurch z.B. in Microsoft Word ein extra Freihandobjekt erstellt wird. Die meisten vektorbasierenden Zeichenprogramme unterstützen von Haus aus Stifteingabe.
Auch Programme, die sonst nur über Tastatureingaben bedient werden können, kann man mit dem Stift verwenden. Hierfür gibt es alternativ zu einer virtuellen Tastatur ein Handschrifteingabefenster, welches bei Bedarf eingeblendet wird. Dort werden die vom Benutzer handgeschriebenen Worte in Echtzeit erkannt und anschließend an die wartende Anwendung übergeben. Insbesondere für mathematische Formeln gibt es spezialisierte Erkennungsprogramme.
Es gibt 2 Arten von Digitizern/Stiften:
Die technische Erkennung der Eingabe erfolgt dabei wie bei Grafiktabletts. Dies geht soweit, dass bei zahlreichen aktuellen Tablet PCs die Erkennungstechnologie von Wacom, einem Spezialisten für Grafiktabletts, kommt.
Die Bildschirmdarstellung eines Tablet PC kann jederzeit um 90° gedreht werden. Damit ist es möglich im Hochformat zu arbeiten, wie dies bei Schreibblöcken üblich ist.
Windows XP benötigt normalerweise die Tastenkombination Strg-Alt-Entf zum Anmelden an das System. Um auch ohne Tastatur Anmeldungen möglich zu machen, bietet ein Tablet PC eine spezielle Taste dafür an.
Ein Tablet PC muss folgende Anforderungen erfüllen:
Microsoft nimmt mit der Windows XP Tablet PC Edition (aktuelle Version 2005) eine Voreiterrolle ein. Diese Software bietet neben dem auf Vektorgrafik basierenden Notizprogramm Windows Journal und dem inzwischen sehr flexiblen Tablet PC Eingabebereich auch einige Erweiterungen an (über die kostenlosen Microsoft Experience-, Education- und PowerToys Packs). Einige davon haben noch Spielzeugcharakter, andere wie etwa Ink Art als Zeichenwerkzeug, Music Composition Tool zum Notensetzen und das Snipping Tool zum Ausschneiden und Kommentieren von Screenshots sind im Alltag nützlich.
Die Firma EverNote bietet in Form von ritePen eine alternative zum Microsoft Tablet PC Eingabebereich. Mit diesem Programm ist die handschriftliche Texteingabe auf dem kompletten Bildschirm möglich.
Das Konzept der Tablet PCs ist noch nicht perfekt in die Software umgesetzt, so haben Tablet PCs von Haus aus noch keine besondere Unterstützung für die Eingabe von mathematischen Inhalten, sodass diese lediglich als Vektorgrafiken abgespeichert werden. Dies wurde erst mit dem Produkt MathJournal der Firma XThink ermöglicht.
Die Software SignSecure der Firma SOFTPRO ersetzt die Eingabe von Benutzernamen und Passwort per Tastatur, was Sinn macht, wenn Ihr Tabelt PC keinen Fingerprintreader hat. Der Benutzer kann sich einfach anhand seiner Unterschrift an seinem Windows-System anmelden. Das funktioniert bereits verblüffend gut. Die Software MaxiVista ermöglicht die Verwendung eines Tablet PCs als erweiterten Monitor eines Desktop-Computers, was ohne die Software nicht möglich wäre, da Tablet PC üblicherweise keinen VGA-Eingang aufweisen.
Für Anwender in Büroumgebungen finden sich viele sehr praxisorientierte Empfehlungen in dem Buch "Seize the Workday" von Michael Linenberger. Er führt in einem umsetzungsorientiertem Schreibstil die Anwendungen Termin- und Aufgabenplanung, E-Mail mit Stift und Tastatur, Präsentationen mit dem Tablet PC, Mitschreiben in Meetings, Mindmapping und Dokumente mit dem Stift (Pen) überarbeiten vor. Er untersucht dabei oft mehrere verfügbare Softwarepakete und vergleicht diese.
Das Microsoft Office Paket bietet ab Version 2003 recht gute Unterstützung für Tablet PCs und bietet insbesondere das speziell für Tablet PCs entwickelte Programm Microsoft OneNote, mit dem Besprechungen per elektronischer Tinte festgehalten werden und anschließend einfach durchsucht werden können. In Microsoft Word 2003 und Microsoft Powerpoint können handschriftliche Notizen direkt eingefügt werden. Selbst E-Mails lassen sich mit Microsoft Outlook handschriftlich verfassen - der Empfänger erhält ein Bild mit dem Geschriebenen.
Auch spezielle Plug-Ins für Microsoft Office können die Produktivität auf dem Tablet PC steigern. Beispiele hierfür sind "Tablet Enhancements for Outlook TEO" und "InkGestures for Word".
Eine gute Seite zum Überblick über spezielle Software für den Tablet PC ist der "Tablet PC Post".
Gesten, das sind Bewegungen mit dem Stift, die bestimmte Aktionen auslösen, eignen sich ideal für die Arbeit mit dem Tablet PC. Einige Programme haben das eingebaut, eine allgemeine und intelligent programmierbare Lösung zum Einsatz mit der Maus für Desktop PCs bietet "StrokeIt". Einfach ausprobieren.
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