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Der (auch das) Tabernakel (lat. tabernaculum = Hütte, Zelt) ist in der katholischen Kirche die Bezeichnung für den Aufbewahrungsort der eucharistischen Brotgestalt (Hostie), die als der Leib Christi verehrt wird ("das Allerheiligste"). Es handelt sich um einen künstlerisch gestalteten kleinen Schrank mit massiven Wänden und verschließbarer Tür.

Stiftshuette.png Der Name ist eine Erinnerung an das "Offenbarungszelt" (Einheitsübersetzung) bzw. die "Stiftshütte" (Lutherübersetzung) des Alten Testaments, die in der lateinischen Bibel tabernaculum testimonii heißt. In ihr wurden die Gebotstafeln Moses (als Allerheiligstes) aufbewahrt. Zugleich ist das Wort eine Vorwegnahme des "himmlischen Jerusalem" (siehe Eschatologie), das als "Wohnung Gottes bei den Menschen" (tabernaculum Dei cum hominibus) bezeichnet wird (Offb. 21,3).

In romanischen Kirchen war der Aufbewahrungsort des Allerheiligsten eine vergitterte Nische im Chorraum oder ein Wandtabernakel. Die Gotik entwickelte zuerst turmartige Sakramentshäuser aus kunstvoller Steinmetzarbeit. Ab dem 14. Jh. wurde der Tabernakel auch auf den Altar verlegt, wo er zentriert in das Retabel eingebaut wurde.

Spätestens in der Barockzeit war der Tabernakel fast immer mit dem Altar verbunden. Er sollte sich in der Regel auf dem Hauptaltar befinden, in Kirchen aber, in denen der Chordienst (Stundengebet) verrichtet wurde (Dom-, Kollegiat- und Klosterkirchen), sollte er sich auf dem Altar einer Seitenkapelle befinden. Dort wurde nach dem Caeremoniale Episcoporum üblicherweise nicht zelebriert, bis das so genannte Tabernakeldekret vom 1. Juni 1957 auch dies vorschrieb. Dasselbe Dekret schrieb den alten Brauch fest, dass am Tabernakel das ewige Licht die Aufbewahrung der Eucharistie im Tabernakel anzeigen sollte.

Das Zweite Vatikanischen Konzil wünschte in seiner Konstitution über die heilige Liturgie, Sacrosanctum Concilium, dass die Tabernakelgesetzgebung geändert werden sollte. In seit dieser Zeit gebauten oder umgebauten Kirchen befindet sich der Tabernakel daher meist in einer eigenen Seitenkapelle oder am Rand des Altarraumes auf einer Stele. Da der Tabernakel Symbol für Christus ist, werden diese Neugestaltungen bisweilen als Verdrängung des nach katholischer Auffassung real präsenten Christus aus dem Geschehen der Hl. Messe empfunden.

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