Die TAZARA (Tanzania-Zambia Railway) ist eine Eisenbahnstrecke von Dar-es-Salaam in Tansania nach Kapiri Mposhi an der Eisenbahnstrecke Lusaka-Kitwe in Sambia. Sie ist 1.860 km lang und in Kapspur ausgeführt, was theoretisch durchgehende Zugläufe von Dar-es-Salaam bis Kapstadt ermöglicht. Dies wird aber - von einem privaten südafrikanischen Reiseveranstalter mit einem Hotelzug - nur einmal im Jahr angeboten.
Die binationale Betreibergesellschaft nennt sich TZR. Sie gehört den Staaten Tansania und Sambia gemeinschaftlich und ist rechtlich von den dortigen Staatsbahnen unabhängig. Sie ist Mitglied in der UIC.
Derzeit sind mehr als 30 Lokomotiven für den Verkehr auf der Strecke vorhanden. Unter anderem handelt es sich um Fahrzeuge der Klasse U30C von Krupp und General Electric. Hinzu treten Rangierlokomotiven. Dies ist etwa noch ein Viertel der zu Betriebsbeginn der Strecke vorhandenen Lokomotiven. Die ursprünglich eingesetzten Lokomotiven aus chinesischer Produktion fahren heute nicht mehr. Nach älteren Angaben – vermutlich hat sich diese Zahl inzwischen auch verringert – sind 2.061 Güterwaggons und 98 Personenwaggons im Einsatz. Die zulässige Achslast beträgt 17 t (für Lokomotiven 20 t). Da die TAZARA durch sehr bergiges Gelände führt (sie durchquert den Großen Afrikanischen Grabenbruch), sind die Verbindungen in der Regenzeit oft durch Erdrutsche unterbrochen. Trotzdem gilt die TAZARA als eine der gut unterhaltenen Eisenbahnlinien in Afrika.
Fahrplanmäßig verkehren auf der Gesamtstrecke zwei Reisezüge in jede Richtung pro Woche. Die Fahrzeit beträgt etwa 36 Stunden. Auch der Güterverkehr ist nicht sehr bedeutend. Der Betrieb wurde 1976 aufgenommen. Da der Hafen von Dar-es-Salaam nie adäquat ausgebaut wurde und die Effizienz südafrikanischer Häfen nie erreichte, gab es sogar Überlegungen, den Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen einzustellen.
Die Strecke wurde als Exportroute für sambisches Kupfererz konzipiert und deshalb auch in der in Sambia üblichen Kapspur ausgeführt. Finanziert wurde die Strecke aus politischen Gründen durch die Volksrepublik China, um die einzige damals vorhandenen Exportroute über südafrikanische Häfen zu umgehen. Damit sollte Sambia von den damaligen Apartheids-Regimes in Rhodesien (Simbabwe seit 1980) und Südafrika unabhängiger werden.
Das Kernproblem stellten nach Angaben von Mitarbeitern der UNCTAD die Gleise im Hafen von Dar-es-Salaam dar, die nicht zur TAZARA, sondern zum Hafen gehören. Da die LKW-Lobby mehr Bestechung für den Transport der Güter aus dem Hafen gezahlt hätte als die TAZARA, wären Gleise und Weichen angeblich immer defekt gewesen. Die Folgeprobleme wären gravierend gewesen: Da die TAZARA keine Lagerhäuser unterhält, wurden Güter neben den Gleisen von den LKW geladen. Bei Kunstdünger hieß das bei längerer Lagerung, dass die oberste und die unterste Lage unbrauchbar waren. Dies wiederum hätte in Sambia zu Ernteeinbußen geführt, weil der Kunstdünger unbesehen seiner Lagerung verkauft wurde.UNCTAD, Country Report Tansania 1984, Mission RAF-83-A03
Dadurch, dass die TAZARA in der auch in Südafrika, Simbabwe, Mozambique und Sambia verbreiteten Kapspur ausgeführt wurde, ist ein Übergang ihrer Fahrzeuge zum sonst meterspurigen Netz der Tansanischen Eisenbahn (Tanzania Railway Cooperation) nicht möglich.
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