Die Töss * ist ein Schweizer Fluss. Die Töss entspringt im Zürcher Oberland in der Gegend der Berge Tössstock und Schnebelhorn bei Gibswil und durchfliesst das Tösstal gegen Norden. Bei Teufen mündet sie an der Tössegg in den Rhein.
Die Landschaften um das rund 50 Kilometer lange Flüßchen Töss sind im oberen und unteren Talbereich sehr unterschiedlich. Im oberen Einzugsbereich liegt das Tössbergland, in das sich die Töss und ihre Seitenbäche während der Eiszeit, die dem Bergland Eisfreiheit beschert hatte, in den aus Nagelfluh und Sandstein (Molasse) aufgebauten Untergrund einzuschneiden begannen. Daher entstand hier eine eigenartige Bergwelt mit einem nur recht schmalen Haupttal, aber tobelartigen Seitentälern und hochliegenden Terrassen. Die wilde Landschaft, in deren bewaldeter Bergeinsamkeit sich u. a. Tibeter angesiedelt haben (z. B. in der Umgebung von Rikon, wo sich auch das 1968 gegründete Tibet-Institut befindet), steht heute ein wenig im Widerspruch zur “gezähmten” Töss, der man durch eine 1876 durchgeführte Flußkorrektur den Wildbachcharakter genommen hat.
Ab Winterthur ändert sich das Landschaftsbild erheblich. Durch die Arbeit der eiszeitlichen Gletscher wechseln sich hier die sanfteren Molasse-Hügelzüge mit der breiten, von Schotter und Lehm angefüllten Talsohle ab. Das dichtbewaldete, durch die starke und tiefe Zertalung für den Ackerbau kaum geeignete Tössbergland war bis in die Neuzeit hinein ein armes Bauernland geblieben, in dem sich die Menschen nur durch Flößholz und Köhlerei ein Zubrot verdienen konnten. Erst die im 17. Jahrhundert eingeführte Baumwollspinnerei schuf eine gute Existenzgrundlage, was einen Bevölkerungszuwachs und damit eine stärkere Besiedlung nach sich zog, so daß sich diese Gegend schließlich zu einem der am stärksten industrialisierten Gebiete der Schweiz entwickelte. Die kraftspendende Töss ermöglichte den Betrieb von Baumwollspinnereien, die aber nur zögerlich zur Fabrikarbeit übergehen konnten. So kam es ab der Mitte des 19. Jahrhunderts zum Umkehrtrend, daß nämlich die Mechanisierung der Weberei eine Entvölkerung der Berggebiete nach sich zog. Viele der ausgedehnten Waldgebiete von heute gehen auf Aufforstungen von Wiesen und Weiden jener Zeit zurück. Das untere Töss-Tal dagegen ist zwischen Irchel und Dattenberg eingetieft, und die steilen Uferhänge bilden eine ausgesprochene Verkehrsbarriere. Durch seine tiefe Lage jedoch konnte sich hier traditionell der Ackerbau ausbilden, und die sonnenbeschienenen Hänge lieferten seit alters her eine gute Grundlage für den Weinbau.
Nebenflüsse der Töss: Eulach, Kempt
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"Töss (Fluss)".
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