Szombathely * (vereinfachter Aussprachehinweis: ßómbåthäj, deutsch: Steinamanger, kroatisch Sambotel) ist eine Stadt in Westungarn in der Nähe der Grenze zu Österreich. Grenzübergang westlich Bucsu in 14 km, nordwestlich Rechnitz in 23 km und nördlich Rattersdorf in 30 km sowie Klingenbach in 80 km Entfernung. Es ist der Komitatssitz des Komitats Vas.
Auf einer Fläche von 9.752 ha hatte die Stadt 1880 17.055 und 2001 79.753 Einwohner.
Im 5. Jahrhundert wurde die Stadt nach und nach von ihren Bewohnern (vor allem Ostgoten) verlassen, die in sicherere Regionen des römischen Reichs zogen. Zudem wurde die Stadt am 7. September 456 durch ein Erdbeben stark zerstört.
791 tauchte der Name Sabaria wieder in den Chroniken auf. Karl der Große suchte die Stadt auf seinem Feldzug gegen die Awaren auf.
„Stein am Anger“, wie die Stadt früher in der deutschen Sprache bezeichnet wurde, gehörte ab dem 13. Jahrhundert den Bischöfen von Győr. 1407 erhielt sie einen Privilegbrief und damit das Stadtrecht. Ende des 16. Jahrhunderts stieg die Stadt zum Komitatssitz auf. 1605 wurde Szombathely vom Heiduckenkapitän Gergely Nemethy geplündert. Am 3. Mai 1716 wurde die Stadt durch eine Feuersbrunst teilweise zerstört. Am 4. März 1945 bombardierten britische Kampfflugzeuge die Stadt. Etwa 300 Menschen kamen dabei ums Leben.
Im Jahre 2000 wurde in Szombathely eine Tradition aus den 1960er Jahren wiederbelebt – der Historische Karneval, der in der Regel am vorletzten Wochenende im August stattfindet. Diese Veranstaltung hat sich mittlerweile als eine touristische Attraktion weit über die Grenzen Ungarns hinaus etabliert. Megyeszékhely - Vas megye - Szombathely.jpg
Auch im 21. Jahrhundert ist Szombathely immer noch ein Verkehrsknotenpunkt, an dem neun verschiedene Eisenbahnlinien zusammentreffen. Die direkte Eisenbahnverbindung über die Pinkatalbahn in den österreichischen Bezirksort Oberwart wurde nach dem zweiten Weltkrieg unterbrochen. Der Wiederaufbau ist auf österreichischer Seite bis Großpetersdorf nahe der Staatsgrenze bereits im Gange und wird seitens Österreich bis Szombathely angestrebt. Konkrete Vereinbarungen oder Planungen für den grenzüberschreitenden Abschnitt sind noch nicht erfolgt. Die steirische Ostbahn oder ungarische Westbahn - je nach Sichtweise - verbindet Szombathely mit der steirischen Landeshauptstadt Graz.
Heute ist Szombathely eine Stadt nach mitteleuropäischem Standard. Dies schlägt sich auch auf die Preise nieder. Es gibt kaum Industrie, dafür aber viele Wohnhochhäuser, die mangels Wartung allerdings wieder im Verfall begriffen sind. Das Land um Szombathely wird für die Landwirtschaft genutzt, die Anbauflächen ziehen sich kilometerweit in alle vier Windrichtungen. Die Stadt und die Umgebung erinnern auch heute noch an die Nachwirkungen des Kommunismus.
Dennoch sind in Szombathely amerikanische Fast-Food-Riesen vertreten, auch europäische Supermärkte und weitere Geschäfte haben sich hier angesiedelt. Die Stadt ist zur Wohn- und Einkaufsstadt geworden.
Bekannt ist die Stadt heute für den Zahnarzttourismus. Viele Österreicher, Deutsche und auch Schweizer kommen seit Jahren nach Szombathely, um von den gut ausgebildeten Zahnärzten zu profitieren und die wesentlich billigeren Leistungen in Anspruch zu nehmen.
Das Lohnniveau in Szombathely liegt 2005 etwa bei 20 % eines EU-Bürgers, Preise für Lebensmittel, Kleidung usw. haben allerdings schon EU-Niveau.
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