Die Syringomyelie (griech. Syrinx: Rohr, Flöte) ist eine seltene Erkrankung des Rückenmarks (6-9 Erkrankungen/ 100 000 Personen).
Die Erkrankung kann auf einer Entwicklungsstörung beruhen oder sich nach einer Verletzung, einem Tumor oder einer Entzündung entwickeln. Es findet sich eine Höhlenbildung im Rückenmarksgrau, insbesondere von Hals- und Brustmark. Betrifft die Erkrankung die Medulla oblongata (den hintersten Gehirnteil), wird sie Syringobulbie genannt. Nach den ersten Symptomen kann es zu einer über Jahre bis Jahrzehnte dauernden langsamen Verschlechterung des Befindens kommen.
Gemeinsame Ursache aller Syringomyelieformen ist eine Beeinträchtigung der freien Liquor-Zirkulation, die im Rückenmark zu einer Entstehung einer mit Liquor gefüllten Höhle, der „Syrinx“, führen kann. Die Größe einer Höhle korreliert nicht mit der Schwere der Erkrankung, vielmehr bestimmt die Lage der Syrinx die Symptomatik. Im fortgeschrittenen Stadium kann zu zusätzlich Rückenmark-Schädigung kommen durch eine lokale Blut-Minderversorgung. Weiterhin kann es zu einer Septierung der Syrinx kommen durch Wucherung der Bindegewebszellen des Rückenmarks (Gliazellen).
Der primären angeboren Syrinx liegt oft ein sog. „Arnold-Chiari-malformation“ (Fehlbildung des zerebromedullären Überganges mit sog. „Kleinhirn-Tonsillen-Tiefstand“) zugrunde. Durch die Verlagerung der Gehirnteils kommt es zu einer chronischen Liquorzirkulationsstörung, welche über Jahre in der Ausbildung einer Rückenmarkshöhle enden kann, meistens im zervikalen oder thorakalen Rückenmark.
Die sekundäre (=erworbene) Form kann sich z. B. nach Jahren nach einem schweren Unfall entwickeln oder auch nach multiplen, vom Patienten gar nicht erinnerlichen Mikrotraumen (Verklebung der Rückenmarkshäute mit konsekutiver Liquorzirkulationsstörung). Weiterhin kann eine Entzündung der Spinngewebshaut des Rückenmarks zu einer Liquorzirkulationsstörung führen. Schließlich können auch Tumore eine Syrinx induzieren.
Reicht die Syrinx bis in die unteren Hirnanteile, kann es zu Ausfallserscheinungen im Bereich der Hirnnerven kommen. Ebenfalls typisch für eine Höhle in dieser Lokalisation ist der Abbau von Muskelmasse im Bereich der Zunge. Auftreten können Empfindungsstörungen oder Schmerzen im Bereich des Gesichts. Diese Symptome treten oft einseitig auf und schreiten schnell fort.
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