article

Eine Synagoge (v. griech.: συναγω synago; * versammeln) ist ein jüdisches Versammlungs- und Gotteshaus für Gebet, Schriftstudium und Unterweisung. Synagoge-Kassel-1.jpg [[Bild:Mannheimer-Hauptsynagoge-1.jpg|thumb|Synagoge in Mannheim von 1855
(Lithografie von Jakob Ludwig Buhl)]] Alte_synagoge_essen.jpg | Synagoge-dresden.jpg | Karlsruhe_Synagoge_Luftbild.jpg (1971)]]

Die hebräische Bezeichnung für die Synagoge ist Beth Knesset (בית כנסת Haus der Versammlung) oder Beth Tefila (Haus des Gebets). Sie ist unterteilt in den Gebetsraum (das Hauptheiligtum) und kleinere Räume zum Studium. Diese Lehrräume werden als Beth Midrash (hebr.: Haus der Lehre) bezeichnet. An der Ostwand in Richtung Jerusalem (Misrach), in einem speziellen Schrein , dem Aron Kodesh (Heilige Lade), werden die Tora-Rollen (Sifrei-Torah-Pergamentrollen) für die Verlesung der Wochenabschnitte aufbewahrt. Über dem Aron HaKodesh ist eine symbolische Gebotstafel (ähnlich den Zehn Geboten) angebracht; im Judentum gibt es aber weit mehr als diese, nämlich 248 Ge- und 365 Verbote. Über der Lade hängt ein Licht, Ner Tamid oder Ewiges Licht genannt. Es erinnert an die Feuersäule, die die Israeliten auf ihrem Weg durch die Wildnis der Wüste Sinai begleitet hat. Zudem befand sich vor dem Tempel in Jerusalem das ewige Licht als Symbol der ewigen Verbundenheit der Juden mit Gott. Während des Gebetszeremonie wird die heilige Tora aus dem Schrein ausgehoben und auf die Bimah oder Alemor, das Lesepult, gelegt.

In traditionellen aschkenasischen Synagogen (wie heute etwa in den neueren Synagogen Mannheim oder Recklinghausen) befindet sich die Bima in der Mitte des Innenraums. In sefardischen Bauten stehen sich der Aron-Hakodesch an der nach Jerusalem weisenden Ostwand und die Bima im Westen gegenüber, wobei sie in italienischen Synagogen auch mit einer nach außen vortretenden Nische verbunden sein kann. Im frühen 19. Jahrhundert übernehmen die aschkenasischen Reformer diese Raumvorstellung. Ein siebenarmiger Leuchter (Menora) schmückt den Raum.

Historisch gibt es diesen Versammlungsraum der Tradition nach seit der Zerstörung des Tempels in Jerusalem und der dann folgenden Babylonischen Gefangenschaft des jüdischen Volkes 586 - 539 v. Chr. Archäologisch belegt sind sie erst aus der Zeit des zweiten Tempels.

Synagogen dienen nicht nur zum jüdischen Gottesdienst, sondern auch für Gemeindeveranstaltungen, Erwachsenenbildung und als Hebräischschulen für schulpflichtige Kinder. Die orthodoxen und die meisten konservativen Juden nennen ihre Gotteshäuser Synagogen; einige benutzen die hebräische Bezeichnung Beth Knesset oder den jiddischen Begriff Schul. Im Gegensatz zu einer katholischen oder orthodoxen Kirche ist eine Synagoge kein geweihter Raum. Fast jedes Gebäude kann zu einer Synagoge werden, wenn es gewissen Anforderungen gerecht wird.

Die meisten amerikanischen Reformjuden und einige Konservative in den USA verwenden die Bezeichnung "Tempel" für ihr Gotteshaus, aber die meisten traditionellen Juden empfinden diese Bezeichnung als ungenau, da das Judentum historisch nur einen Tempel hat - in Jerusalem. Es werden drei tägliche Gebete angeboten: normalerweise einen Morgengottesdienst Shacharit und zwei abendliche Gottesdienste Mincha und Maariv.

Es gibt spezielle Gottesdienste am Shabbat (den Sabbat) und an den jüdischen Feiertagen. Viele kleinere Gemeinden haben nur ein- oder zweimal die Woche Gebetsgottesdienste.

Viele ultraorthodoxe Juden ziehen sich in Schtiebel (wörtlich "Stübchen") zurück, abgesonderte Räume von Privathäusern oder in Geschäftsräumen oder Nebenräumen großer Synagogen oder Gemeindezentren. Schtiebels bieten keine großen Gemeindegottesdienste; sie sind speziell für Gebetsandachten bestimmt.

Viele Juden haben Chavurot gebildet (Gebetsgruppen), die sich regelmäßig an einem bestimmten Ort, normalerweise in jemandes Haus oder Wohnung, versammeln.

Novemberpogrome 1938


In Deutschland und Österreich zerstörten Nationalsozialisten (zumeist Angehörige der SA) bei den Novemberpogromen 1938 (auch Reichskristallnacht genannt) am 9. November / 10. November 1938 2676 Synagogen und jüdische Gemeindehäuser, wobei mindestens 91 Menschen getötet wurden. Allein in Wien wurden 42 Synagogen und Bethäuser in Brand gesteckt. Synagogue - Budapest.jpg

Literatur


  • Carsten Claußen: Versammlung, Gemeinde, Synagoge. Göttingen 2002, ISBN 3525533810
  • Institut für Auslandsbeziehungen der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.): Synagogen in Deutschland. Eine virtuelle Rekonstruktion der Technischen Universität Darmstadt, Birkhäuser 2004, ISBN 3764370343

Weblinks


Synagoge | Synagogenbau

Sinagoga | Sinagoga | Synagoga | Synagoge | Synagogue | Sinagogo | Sinagoga | Sünagoog | Synagoga | Synagogue | בית כנסת | Sinagoga | Zsinagóga | Synagoga | Sinagoga | Sýnagóga | Sinagoga | シナゴーグ | Sinagoga | Synagoge | Sinagoga | Synagoge | Synagoge | Synagoge | Synagoga | Sinagoga | Синагога | Sinagoga | Sinagoga | Synagogue | Synagóga | Sinagoga | Синагога | Synagoga | Sinagog | Синагога | שול | 猶太會堂

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Synagoge".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld