Das Unternehmen Symrise GmbH & Co. KG aus Holzminden produziert und vertreibt Duftstoffe und Aromen. Geschäftsführer sind Dr. Gerold Linzbach (CEO) und Dr. Heinz-Jürgen Bertram (CTO).
Die Produkte der Firma werden nicht an Endverbraucher, sondern an andere Unternehmen wie Beiersdorf, Bahlsen, Dr. Oetker, Procter & Gamble, Fritolay und Feinparfümeriehäuser u.a. Dior, Guerlain, Cartier, Hermes, Givenchy und Kenzo geliefert. Diese mischen die Grundstoffe in ihre Produkte ein.
Symrise hat nach Angaben im Mai 2005 weltweit 5000 Mitarbeiter in 25 Produktionsstandorten. Davon sind ca. 2000 Mitarbeiter in Deutschland und 920 in den USA beschäftigt. Nach Givaudan (Schweiz), International Flavors & Fragrances (USA) und Firmenich (Schweiz) liegt Symrise 2004 mit einem Anteil von 9,3 % auf dem 4. Platz am globalen Markt der Düfte und Aromen vor Imperial Chemical Industries (Großbritannien) mit Quest International.
Die Fusion am 20. Februar 2003 bezeichnete Horst-Otto Gerberding als unabdingbar. Der Aufwand für Forschung und Entwicklung sei hoch (bei Symrise im Jahr 2003 bei 7,8 % vom Umsatz), die Abnehmer aus der Kosmetik-, der Körperpflege- und Nahrungsmittelindustrie wollten nur noch mit wenigen großen Herstellern zusammenarbeiten. Aus dem fünftgrößten (Haarmann & Reimer) und dem achtgrößten Anbieter der Branche (Dragoco) ist mit Symrise der viertgrößte geworden, mit einem Marktanteil von 9,3 % und einem Umsatz 2004 von 1,138 Milliarden Euro.
Die Forschungsabteilungen für Parfümerie hat Symrise am Stammsitz in Holzminden und in Teterboro (New Jersey) in den USA.
Auf diesem Weg will EQT die Profitabilität (zurzeit 13,5 % EBITA) weiter erhöhen und hierzu Personal abbauen. Nach mehreren kurzfristigen Wechseln in der Geschäftsführung wurde Symrise von Oktober 2003 bis März 2005 von James D. Forman geführt, der vorher die Stollwerck AG geleitet hat. Als Ergebnis einer Untersuchung der Unternehmensberatung Roland Berger sollen zur Optimierung der Prozesse 420 bis 500 Arbeitsplätze weltweit abgebaut werden. Auch Produktionsverlagerungen in Billiglohnländer wurden in Erwägung gezogen, da das bisherige Ergebnis (13,5 % EBITA, s.o.) dem Investor EQT nicht ausreicht. Die Ergebnisse wurden der Belegschaft in einer tumultartig verlaufenden Betriebsversammlung am 22. Juni 2004 mitgeteilt. Danach erfolgte eine weitere Betriebsversammlung am 16. November 2004 in der die Geschäftsführung auf eine Produktionsverlagerung nach Polen verzichtet. Dafür mussten die Mitarbeiter die 40 Stundenwoche und einen Verzicht auf Lohnerhöhungen für 2005 und 2006, sowie den Verzicht auf bezahlte Kurzpausen im Schichtdienst akzeptieren. Trotzdem sollten noch bis Ende 2005 rund 350 Arbeitsplätze in Deutschland abgebaut werden.
Am 12. März 2005 berichtet das Unternehmen erneut von einen Führungswechsel. Nach nur eineinhalb Jahren verlässt der Geschäftsführer James D. Forman das Unternehmen Symrise „im gegenseitigen Einvernehmen”. Für ihn kam zum 1. März 2005 Dr. Gerold Linzbach, der zuvor Präsident bei INVISTA Resins (Kunststoffe) & Fibers (Textilfasern) (ehemals Kosa) in den USA (Delaware) war. Davor hatte Linzbach zahlreiche Schlüsselpositionen im Management von Trevira Technical Fibers und Celanese Acetate LLC (bis 30. September 2003) inne und war Mitglied des Proforma Boards bei Aventis Pharma (heute Sanofi-Aventis). Durch seine Tätigkeiten in verschiedenen Management-Positionen und seine Erfahrungen in der strategischen Neuausrichtung von Unternehmen sowie der Planung und Umsetzung von Reorganisationsprozessen soll er Symrise strategisch so ausrichten, dass es in die Weltklasse der Top-3 in der Geruchs- und Geschmackstoffindustrie aufsteigt.
Am 31. März 2005 übernahm Symrise den 1998 gegründeten britischen Aromenhersteller Flavours Direct (Umsatz 2004: 10 Mio. Euro) mit Sitz in Corby.
Ab Juni 2005 wird der Bereich Fragances unter dem Leiter Achim Daub umstrukturiert. Die Parfümerie-Abteilung in Hamburg wird aufgelöst und das dort erst 2002 angesiedelte Kreativcenter für Haushaltsparfümerie erhält wieder ihren Sitz in Holzminden. Weltweit gehen durch diese Umstrukturierungsmaßnahmen ca.100 Arbeitsplätze verloren, in Deutschland - also in Holzminden und Hamburg - werden es 25 sein. In Hamburg verbleibt aber der Kosmetikbereich des Unternehmens.
Am 21. Juni 2005 informierte der Vorstandsvorsitzende Gerold Linzbach über die Beteiligung von Symrise am Bieterverfahren für die Lebensmittelchemiesparte ("Food Ingredients") der Degussa AG in Düsseldorf. Die Sparta beinhaltete die zwei Segmente künstliche Aromen ("Flavours") und Stoffe, die die Konsistenz von Lebensmitteln verbessern ("Texturants"). Symrise bot für den Flavours-Teil und EQT für den Texturants-Teil. Die "Texturants" wären bei einem erfolgreichen Gebot nicht in Symrise integriert worden. Degussa verkaufte beide Segmente im September 2005 allerdings für ca. 540 Millionen Euro an Cargill Inc. in Minneapolis, USA.
Am 6. Dezember 2005 berichtet Symrise von einem Ausbau des Standortes Nördlingen im Anton-Jaumann-Industriepark, der auf die Entwicklung und Herstellung von Aromen und Grundstoffen für die Getränkeindustrie spezialisiert ist. Für 1.500.000 Euro werden neue Produktionsanlagen angeschafft sowie in die Labor- und Anwendungstechnik investiert. Zusätzlich übernimmt die Logistik größere Kapazitäten für den Musterversand.
Eine erneute Umstrukturierung wird in einer Betriebsversammlung am 7. Dezember 2005 durch Symrise-Chef Gerold Linzbach bekannt gegeben:
- der Servicebereich Technik und Umwelt (Engineering, Instandhaltung, Sicherheit, Umwelt, Energieversorgung, Infrastruktur) unter dem technischen Leiter Dr. Norbert Kalkert wird mit 214 Mitarbeitern in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert, die als hundertprozentige Tochter geführt wird und bekommt einen Dienstleistungsvertrag für das Unternehmen Symrise bis 2010. Mittlerweile ist bekannt, dass die neue Gesellschaft unter dem Namen TESIUM (Technik, Sicherheit, Umwelt) firmieren wird. Offizieller Starttermin ist der 1. Juli 2006. Die neue Gesellschaft konnte bereits vor der Ausgründung einige externe Projekte akquirieren (z. B. Bau einer Ölmühle zur Herstellung von Biodiesel).
- die Informatik (Informations Systems) mit weltweit ca. 100 Mitarbeitern und einem Budget von 20 Millionen Euro ist zum 1. Februar 2006 an den französischen EDV-Dienstleister Atos Origin (Umsatz: 5 Mrd. Euro, 46.000 Beschäftigte) verkauft worden.
- die interne Logistik wird unter dem Leiter Dipl.-Ing. Wolfgang Ast ab 1. Juni 2006 mit dem neuen Namen symotion ausgegliedert.
Während für Technik und Umwelt und die Informatik durch die Änderungen unmittelbar keine Arbeitsplätze gefährdet sind, wird bei der Logistik mit einem Abbau gerechnet. Von den Umstrukturierungsmaßnahmen sind im Frühjahr 2006 rund 400 Mitarbeiter betroffen.
Am 19. Januar 2006 wurde bekannt, dass Symrise die Kaden Biochemicals GmbH mit Sitz in Hamburg übernimmt. Das Unternehmen für hochreine Pflanzenextrakte mit 33 Beschäftigten wurde zuvor mit einem Anteil von 90 % von dem Eigentümer Heinrich Kaden geleitet. Kaden Biochemicals ist vorrangig auf dem deutschen und US-amerikanischen Markt vertreten.
Am 24.05.2006 ist auf der website finanznachrichten.de (Quelle: dpa-AFX) zu lesen, dass der CEO Gerold Linzbach einen Börsengang ausschließt. Dies steht im Widerspruch zu bisherigen Äußerungen, Symrise in 2007 oder 2008 an die Börse zu bringen.