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Swatches
 

Swatch * ist ein Schweizer Unternehmen in der Uhrenbranche und zugleich eine Uhrenmarke des selben Unternehmens.

Die Swatch-Uhr


Swatch1983.jpg SwatchMonsterTime1994.jpg

Allgemeines

Das Unternehmen ist bekannt für seine verspielten, bunten Uhren, mit halbjährlich wechselnden Kollektionen. Für die meist mit Plastikgehäuse versehenen Armbanduhren mit Quarzwerk gibt es einen Sammlermarkt. Die Produktlinie Irony hat ein Metallgehäuse und meist auch Metallarmbänder. Das Zifferblatt der Uhren ist häufig mit bunten Mustern oder Motiven bedruckt. In unregelmässigen Abständen gibt es limitierte Sondereditionen, die manchmal auch in hochwertigerer Bauweise ausgeführt sind, z.B. mit Platingehäuse oder mit Diamantlünette. Der Name Swatch steht als Abkürzung für Swiss watch. Als Vater der Swatch gilt zu unrecht Nicolas G. Hayek. Es waren die zwei jungen Ingenieure Elmar Mock und Jacques Müller, die im Mai 1980 ihrem damaligen Chef Ernst Thomke beim Grenchner Uhrwerkfabrikanten ETA die Pläne zur Ur-Swatch skizzierten und damit die Uhrenindustrie nachhaltig veränderten. Ab 1984, unter den Fittichen des Marketing-Talents Nicolas Hayek trat die einfache Plastikuhr dann den Siegeszug rund um die Welt an. Die Einführung der neuen Marke durch den damaligen Marketingleiter Konstantin Theile am 1. März 1983 in Zürich hatte Anfang der 1980er Jahre neben der zeitgleich durchgeführten Neustrukturierung der schweizer Uhrenkonzerne einen Hauptanteil daran, dass die Schweizer Uhrenindustrie wieder die Weltmarktführerschaft erringen konnte. Innerhalb von nur fünf Jahren wurde die damalige SMH (auf deutsch: Schweizerische Gesellschaft für Mikroelektronik und Uhrenindustrie AG (heute: Swatch Group) zum grössten Uhrenproduzenten der Welt. Swatchuhren werden auf vollautomatischen Fertigungsstrecken in der Schweiz produziert.

Swatch Uhr.jpg designte zu dieser Uhr eigens zwei Outfits für den längsten Laufsteg der Welt in Berlin) aus dem Jahr 1997.]]

Events

Im Jahr 1992 wurde die 100'000'000ste Swatch-Uhr produziert. Zu diesem Anlass lud der Schweizer Konzern den französischen Musiker Jean-Michel Jarre im September des selben Jahres nach Zermatt ein, wo er eine Lasershows vor dem Matterhorn vorführte.

Produkte

2002 erreichte Swatch einen Weltmarktanteil von 25 Prozent und produzierte jährlich 114 Millionen Uhren.

Mittlerweile gibt es eine ganze Swatch-Uhrenfamilie. Zur klassischen Plastik-Swatch, die meist bunt und knallig in Erscheinung tritt und die es in verschiedenen Grössen (Die Maxi als Wanduhr ist mit 210 cm die längste.) und mit verschiedenen Funktionen gibt (z. B. Access), hat sich inzwischen die seit 1994 erfolgreiche Irony mit Metall- bzw. Aluminiumgehäuse gesellt.

1995/1996 wurde das als elektronischer Skipass für Wintersportler entwickelte Prinzip der Access in die Swatch integriert. Dabei erlaubt ein eingebauter Mikrochip, verschiedenste Informationen abzuspeichern (z. B. Zutrittskontrollen an Skiliften, Stadien etc., bargeldlose Zahlung oder interaktive «Spielereien»). Der integrierte Sensor-Ring (Antenne) sendet diese Infos an ein Leseterminal: z. B. Türöffner oder Abbuchungsgeräte). Nach «Erkennen» der Information setzt das Terminal dann die entsprechende Funktion in Gang (z. B. Öffnen des Liftdrehkreuzes oder Zahlungsvorgänge).

Ausflüge, einen Markentransfer auf andere Produkte erfolgreich zu etablieren, scheiterten meist recht schnell. So gab es Swatch-Brillen, Swatch-Pager, Swatch-Telefone und Anrufbeantworter, die allesamt früher oder später wieder vom Markt verschwanden. Selbst das ehrgeizige Projekt des Swatch-Autos Smart wurde schliesslich fallen gelassen und findet sich nun im Daimler-Chrysler-Konzern wieder. Bild:SwatchSkinFront.jpg|Swatch Skin SFK100 Jelly Skin Bild:SwatchSquare.jpg|Swatch Square im Jahr 2000 Bild:SwatchEyes.jpg|Swatch-Brillen gab es in verschiedenen Formen und Farben – Rio Mio aus dem Jahr 1991/92

Club und Sammeln

Obwohl der z. T. masslos übertriebene Hype anfangs der 90er Jahre abgeebbt ist, findet sich immer noch eine beachtliche Anzahl von Sammlern weltweit, von denen sich ein Teil im Swatch Club organisieren.

Begehrtestes Sammlerstück aus finanzieller Sicht ist das 1989 von Mimmo Paladino in einer Gesamtauflage von 140 Stück kreierte Swatch Art Special oigol ORO (GZ 113), welches in einer ersten Serie (nummeriert von 001 bis 100/100) an 99 namentlich bekannte Persönlichkeiten verteilt wurde. Auf der Auktion für Gegenwartskunst am 7. Dezember 1991 in der Galerie Rudolf Mangisch in Zürich erzielte ein Exemplar aus der zweiten Serie, die für den Künstler und Swatch bestimmt war (Nr. XXXII/XL), den Höchstpreis von CHF 56'000.

Bild:SwatchClub2.jpg|Swatch Uhr GZ121 Lots of Dots, (1992), war das zweite Club-Special und wurde von Alessandro Mendini kreiert Bild:SwatchHolly.jpg|Swatch-Uhr GZ116 Hollywood Dream: X-Mas Special aus dem Jahr 1990, Auflage: 9999 Bild:SwatchPrototyp.jpg|Ein Modell des Themas «Elements» im Jahr 1997; rechts der Prototyp, links die produzierte Version Bild:SwatchPeople1992.jpg|Swatch Uhr GZ126 Swatch The People aus dem Jahr 1992

Verlauf der Produktionszahlen

Die folgende Liste ergibt einen guten Überblick über die Entwicklung der Fertigungszahlen von Swatch:

1983 - Die Lancierung von Swatch wird in Zürich angekündigt
1984 - 1'000'000 Swatch-Uhren produziert
1984 - 3,5 Millionen Swatch-Uhren
1985 - 10-millionste Swatch
1988 - 55-millionste Swatch
1992 - 100-millionste Swatch. Dieser Produktionsrekord wird in Zermatt mit einem Konzert des französischen Synthesizermusikers Jean-Michel Jarre gefeiert.
1996 - 200-millionste Swatch
1998 - 250-millionste Swatch
2006 - 333 Milionen Swatch-Uhren. Das zweitägige Fest «Splashtival» in Lugano soll das Ereignis würdigen.

Das ehrgeizige Ziel: Bis zum Jahr 2033 sollen 1111 Millionen Swatch-Uhren verkauft werden.

Swatch Telecom


SwatchTwinphone.jpg Eine gewisse Sonderstellung nahm Swatch Telecom ein. Die Produkte dieser Sparte konnten sich vergleichsweise lange halten. Das Twinphone - seit 1988/89 am Markt - ermöglichte, dass mit einem Telefon zwei Personen gleichzeitig sprechen konnten. Später 1992 war es auch mit Anrufbeantworter (TwinTam) erhältlich.

Mit der Marktdurchdringung der schnurlosen Telefone erschien das Swatch Cordless I und II. Waren Telefon und Anrufbeantworter zuerst nur getrennt erhältlich, gab es in der 2. Generation bereits integrierte Geräte. (Die dritte Generation wurde nicht mehr ausgeliefert.)

Ab 1991/92 gab es den Pager in der Uhr - Swatch The Beep. Anfangs nur als nummerische Empfänger, später als alphanummerische Version zur Übermittlung von Nummern und Textnachrichten. Durch den boomenden Handymarkt Mitte der 90er Jahre wurde die eher eingeschänkte Funktion des Dienstes Scall so schnell überholt, dass die fertige Version des etwas kleineren Midi-Pagers nicht mehr eingeführt wurde. Auch der nicht in eine Uhr integrierte Pager von Swatch war nur kurz am Markt.

Bild:SwatchCordless.jpg|Swatch Cordless Handset Bild:SwatchPager.jpg|Swatch Pager Bild:SwatchPagerPrototyp.jpg|Swatch Midi Pager, funktionstüchtiges Modell

Flik Flak


Flik Flak ist die Kindermarke von Swatch. Die ersten Uhren kamen 1987 auf den Markt. Mit dem buntem Design, den zwei Werbefiguren «Flik» (Minutenzeiger) und seiner kleinen Schwester «Flak» (Stundenzeiger), wurde die Marke schnell zu einer sehr erfolgreichen Produktlinie. Die anfangs in sehr einfachem Cartoon-Stil gehaltenen Werbefiguren sind inzwischen immer neueren Versionen gewichen.

Swatch Gruppe


Die Swatch Group of Switzerland umfasst heute folgende Uhrenmarken:

Breguet Blancpain Glashütte Original Jaquet Droz Leon Hatot
Omega Rado Longines Union Glashütte Balmain
Calvin Klein Tissot Hamilton Certina Mido
swatch flik flak endura DYB Swatch Group Les Boutiques

Hinzu kommen diverse Zulieferbetriebe, unter anderem der wichtigste Schweizer Uhrwerkshersteller ETA SA und der Batteriehersteller Renata AG. Weitere Firmen im Swatch Group Verbund sind: EM (Chiphersteller), LASAG (Laser), Lemania (Rohwerke), Micro Crystal (Quarze), Nivarox (Triebfedern), Oscilloquartz (Quarzoszillatoren), F. Piguet (Rohwerke), Renata (Batterien), SOKYMAT AUTOMOTIVE (Transponder), Unitas (Rohwerke), Universo (Zeiger) und Valjoux (Rohwerke).

Siehe auch


Weblinks


Uhrenhersteller | Unternehmen (Schweiz)

The Swatch Group Ltd. | Swatch

 

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