Swasiland (dt.: engl.: [) ist eine Monarchie in Afrika und liegt bei 26° 30' Süd und 31° 30' Ost. Es grenzt an Südafrika und Mosambik. Nationalfeiertag ist der 6. September, Tag der Unabhängigkeit (1968). Ursprünglich sollte Swasiland nach der Unabhängigkeit von Großbritannien Ngwana heißen.
Zum Teil ist Swasiland von Bergland bedeckt. Es wird in drei Zonen unterteilt:
Tiefland (Lowveld), das eine durchschnittliche Höhe von 200 m hat, trocken und klimatisch ungünstig ist;
Mittelland (middle veld), das eine durchschnittliche Höhe von 700 m hat, 26 % des Gesamterritoriums ausmacht und aus fruchtbaren Hügeln und Tälern besteht;
Die höchste Erhebung ist der 1862 m hohe Emlembe im Nordwesten an der Grenze zu Südafrika. Der Ingwempisi, der Swasiland durchfließt, ist der größte und längste Fluss des Staates. Im Osten befindet sich eine Trockensavanne.
Die Temperaturen im Sommer liegen bei 18° bis 26° C und im Winter bei 11° bis 17° C. Die Niederschlagsmenge kann im Hochland (Highveld) über 2000 mm betragen.
Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Manzini 110.537 Einwohner, Mbabane 76.218 Einwohner und Big Bend 10.342 Einwohner.
Die Aidsrate von Swasiland ist die höchste der Welt. Im Jahr 2004 litten 39 % der Bevölkerung an der Immunschwächekrankheit, 2005 waren es bereits 42 %, um Alte und Kinder bereinigt ca. 63% steigend. Daher ist ein Zusammenbruch der Bevölkerungsstruktur von Swasiland in den kommenden Jahren wahrscheinlich bzw. unabwendbar. Swasiland hat mit 33 Jahren schon jetzt eine der niedrigsten Lebenserwartungen der Welt (Stand 2004); die jährliche Zuwachsrate der Bevölkerung beträgt nur noch 0,25 %.
Am 6. September1968 erlangte Swasiland die Unabhängigkeit von Großbritannien, woran der Nationalfeiertag des Landes erinnert. Ursprünglich wollte der Führer der "Imbokodvo-Bewegung" Prinz Makosini Dlamini nach der Unabhängkeit den Staat Ngwana nennen.
1977 schaffte der König Sobhuza II. das Parlament ab, worauf der König die absolute Macht erhielt.
1986 wurde Mswati III., damals Prinz Makhosetive, König. Er ist für seinen luxuriösen Lebensstil bekannt. So gönnte er sich zu seinem 37. Geburtstag eine Aufstockung seines ohnehin schon umfangreichen Luxus-Fuhrparks: Trotz der bitteren Armut im Land orderte er nach einem Bericht der südafrikanischen Zeitung «Saturday Star» acht Mercedes-Limousinen mit vergoldeten Nummernschildern, die per Luftfracht aus Deutschland eingeflogen wurden.
Im Jahr 1996 kam es zu Widerstand gegen die autokratische Monarchie.
Parliament Building Swaziland.JPG
Swasiland ist eine konstitutionelle Monarchie im Rahmen des Commonwealths, in der der König eine dominierende Rolle in der Politik einnimmt. Das Staatsoberhaupt bestimmt die Exekutive und die Legislative. Seit 1973 sind politische Parteien verboten. Es existieren jedoch einige oppositionelle Gruppen, z. B. die Vereinigte Demokratische Volksbewegung (PUDEMO).
Verwaltungsgliederung
Der Staat besitzt vier Verwaltungsdistrikte, welche in 40 Gebiete aufgeteilt wurden, die je ein Häuptling verwaltet.
Swasiland hat ein gut ausgebautes Straßennetz. Aufgrund der geographischen Lage (Hochgebirge) sind diese Straßen aber zum Teil nur langsam zu befahren.
Die Eisenbahn Swazi Rail dient ausschließlich dem Güterverkehr.
Swasiland gehört zu den ärmsten Staaten der Welt. Ein Großteil der Bevölkerung lebt von weniger als einem Euro pro Tag. Etwa 200.000 Menschen waren 2005 auf Lebensmittelhilfe internationaler Organisationen angewiesen.
60 Prozent der Bevölkerung betreiben Subsistenzwirtschaft, d.h. sie produzieren nur für sich und ihre Familien und nicht für den Verkauf auf dem Markt oder den Export. Zu den wichtigsten Landwirtschaftlichen Erzeugnissen gehören:
Zuckerrohr, Baumwolle, Mais, Tabak, Reis, Zitrusfrüchte, Hirse und Erdnüsse, außerdem werden Rinder, Schafe und Ziegen gezüchtet.
Die Bedeutung des Bergbaus ist zurück gegangen, da seit 1978 die hochwertigen Eisenerzvorkommen erschöpft sind. Außerdem ist die Nachfrage nach dem gesundheitsschädlichen Asbest weltweit zurückgegangen. Es werden heute nur noch Diamanten, Steinkohle und Kaolin gefördert.
Die Wirtschaft ist sehr stark von Südafrika abhängig, 90% der Importe stammen aus Südafrika und etwa die Hälfte aller Exporte werden nach Südafrika exportiert. Swasiland ist Mitglied der Southern Africa Common Customs Union (SACCU) (Swasiland, Lesotho, Namibia, Republik Südafrika und Botswana), deren Verrechnungseinheiten faktisch auch eine Währungsunion bedingen.
Die durchschnittliche Inflationsrate (1990-2001) betrug 12,3%