Dali2.jpeg Der Surrealismus war eine künstlerische und literarische Bewegung des 20. Jahrhunderts, die sich vom psychoanalytischen Begriff des Unbewussten inspirieren ließ. In Bezug auf den Traum als Reservoir des Unbewussten, als originäre kreative Quelle bezog allerdings von Mitte bis Ende der 40er Jahre eine eher obskure Zürcher Künstlergruppe gänzlich andere Positionen als die Surrealisten. Die Bewegung der Surrealisten versuchte, das Unbewusste darzustellen, indem sie Traum und Realität miteinander verschmelzen ließ. Es werden absolut reale Dinge in völlig abstrusen Zusammenhängen dargestellt, so dass es dem Betrachter kaum mehr möglich ist zwischen Traum und Realität zu unterscheiden.
Das Wort „Surrealismus“ bedeutet wörtlich „über den Realismus“ oder „jenseits des Realismus“. Die vom französischen Schriftsteller und Kritiker André Breton seit 1921 in Paris geführte surrealistische Bewegung suchte die eigene Wirklichkeit des Menschen im Unbewussten und verwertete Rausch- und Traumerlebnisse als Quelle der künstlerischen Eingebung, und sie bemühte sich darum, das Bewusstsein und die Wirklichkeit global zu erweitern und alle geltenden Werte umzustürzen. Sie ist daher eine anarchistische revolutionäre Kunst- und Weltauffassung.
Größere Bekanntheit erlangte die Bewegung durch das im Jahre 1924 von André Breton veröffentlichte Erste Manifest des Surrealismus sowie durch das Magazin La Révolution Surréaliste („Die surrealistische Revolution“). Breton forderte u. a. das automatische Schreiben, welches völlig spontan und ohne bewusste moralische oder ästhetische Selbsteinschränkungen sein sollte. Die zwei grundlegenden Arbeitsweisen waren:
Bei surrealistischen Kunstwerken wurde versucht, das rationale Denken während der Arbeit völlig auszuschalten und Träume zeichnerisch darzustellen, wobei die Schnelligkeit, mit der man seinen Traum auf das Papier brachte, die Traumnähe vergrößerte.
Die Bildaufbauten vieler bekannter Surrealisten ähneln sich sehr. So sind zum Beispiel weite Horizonte, die zum Teil bis ins Unendliche gehen und alltägliche Dinge allgegenwärtig. Die Bilder der Surrealisten haben oftmals traumhafte und abstrakte Wirkung auf den Betrachter. Ein vielbehandeltes Bildthema der surrealistischen Malerei ist z. B. Die Versuchung des Heiligen Antonius, unterstützt durch den Bel-Ami-Wettbewerb von 1946, an dem viele bekannte Künstler der Zeit (Max Ernst, Salvador Dalí u. v. a.) teilnahmen.
Man kann den Surrealismus in 2 Unterarten unterteilen:
Texte und Ideen von Rene Magritte hatten später großen Einfluss auf die Konzeptkunst, z. B. Marcel Broodthaers. Die Situationisten beriefen sich in den 60er Jahren bei ihrem Angriff auf die Wirklichkeit auch auf die Surrealisten.
Heute wird jeder Stil als surrealistisch bezeichnet, der Reales mit Traumhaftem oder Mystischem verbindet. So beansprucht auch das Irreale oder der sinnlose Zusammenhang den gleichen selbstverständlichen Realitätscharakter, wie die alltägliche Wirklichkeit, die selbst oft surreal oder absurd scheint. Surrealistische Bild- und Traumwelten haben durch Werbung und Massenmedien als kommerzielle Produkte den Weg in den Alltag gefunden (z. B. zeitgenössisches Spielzeug). Doch auch in der zeitgenössischen Malerei ist der Surrealismus (wieder) lebendig. Künstler wie Helmut Gerigk oder Horst Rost leisten Ihren Beitrag zur Aufrechterhaltung dieser interessanten Kunstrichtung.
„Ich glaube an die künftige Auflösung dieser scheinbar so gegensätzlichen Zustände von Traum und Wirklichkeit in einer Art absoluter Realität, wenn man so sagen kann: Surrealität. Nach ihrer Eroberung strebe ich, sicher, sie nicht zu erreichen, zu unbekümmert jedoch um meinen Tod, um nicht zumindest die Freuden eines solchen Besitzes abzuwägen.“ André Breton
„Der Surrealismus ist so schön, wie die zufällige Begegnung eines Regenschirmes mit einer Nähmaschine auf dem Seziertisch.“ Comte de Lautréamont
Es gibt eine Reihe surrealistischer Filme. Die bekanntesten darunter sind Ein andalusischer Hund (Un chien andalou) und Das Goldene Zeitalter (L'Âge d'Or) von Salvador Dalí und Luis Buñuel. Letzterer verursachte bei seiner Aufführung im Jahre 1930 einen Skandal, als rechtsgerichtete Gruppierungen Farbbeutel gegen die Leinwand warfen und surrealistische Bilder zerstörten. Zur Aufrechterhaltung der Ruhe wurde der Film für Jahrzehnte verboten. Alfred Hitchcock ließ eine Traumsequenz seines Films Spellbound von Dali gestalten, der ein surrealistisches Bühnenbild entwarf.
Chien andalou frame publicdomain.png]] Filme aus der surrealistischen Bewegung vor dem Zweiten Weltkrieg:
Eine surrealistische Ästhetik wurde im Film auch von einigen Regisseuren aufgegriffen, als bekannter aktueller Vertreter kann David Lynch angesehen werden. Lynch war nie an der surrealistischen Bewegung oder surrealistischen Aktivitäten beteiligt; viele seine Filme (z. B. Eraserhead oder Lost Highway) haben jedoch unbestreitbar einen surrealen Charakter. Eine traumartige Atmosphäre lässt immer wieder die Grenzen zwischen Realität und Imagination zerfließen.
Filme mit stark ausgeprägten surrealistischen Zügen:
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