Der Suriname (Sranan Tongo: Sranan-liba = Leben) ist ein Fluss in der Republik Suriname (Südamerika), der durch das Brokopondostuwmeer (Stausee) in zwei Hälften geteilt ist.
Flussverlauf
Er entspringt als
Gran-Rio am Nordabhang des
Eilerts-de-Haan-Gebirge im äußersten Südwesten des Distriktes
Sipaliwini. Der Fluss strömt in nord-östliche Richtung und formt den
Sintidam mit den
Adidon- und
Adindinfällen, bildet den
Awara- und nachdem die ersten
Marrondörfer passiert sind, den
Grandam mit dem
Taprawatrafall. Bei
Godo vereinigt sich der Gran-Rio mit dem
Pikin-Rio (kleiner Fluss). Zwischen Godo und der Ausmündung in den Stausee, nördlich von
Pokigron, fließt der Suriname nordwärts durch das dichter bewohnte Gebiet der
Saramaccaner und bildet diverse kleinere und größere
Wasserfälle: den
Toni-,
Bofrokule-,
Dahome-,
Ejkununu-,
Bia-ati-,
Vedubuka-,
Jin-Jin-,
Kuna-,
Jemongo-,
Ferulasi-,
Jaw-Jaw-,
Apresina- und
Bakaabotofall. Über den Stausee empfängt er seine früheren von rechts hereinströmenden Flüsse, den
Gran- oder
Marowijne- und den
Sarakreek. Durch das Wasserkraftwerk des Staudammes bei
Afobaka verlässt der Fluss den Stausee und strömt weiter nordwärts. Bei Victoria beugt der Fluss sich nach Westen, fließt via
Berg en Dal wiederum nach Norden und nimmt den
Mama-,
Klaas- und
Marchealkreek auf. Hier passiert er die
Transmigrations Dörfer
Klaaskreek und
Nieuw-Lombè. Anfang der 60er Jahre des
20. Jahrhunderts mussten ungefähr 5.000
Marrons ihre alten Dörfer und Kultstätten für den Stausee verlassen und wurden zum Teil hier angesiedelt. Bei
Paranam formt der Fluss einen großen Bogen und weiter nördlich folgt der Bogen von
Waterland, wo von rechts der
Surnaufluss zufließt. Hinter
Domburg nimmt der Suriname von rechts den
Pauluskreek und von links den
Parafluss sowie den
Saramaccakanal auf. Er passiert
Paramaribo sowie am anderen Ufer Meerzorg.
Surinamefluss.jpg
Hier besitzt der Fluss eine Breite von 900 Metern. Direkt neben den Markthallen von Paramaribo und in Meerzorg befinden sich Anlegestellen für eine in unregelmäßigen Abständen fahrende
Fähre. Bei
Nieuw-Amsterdam fügt sich von rechts der
Commewijne hinzu und der Suriname mündet hinter dem Fischerdorf
Pamona, bei der Sandzunge
Braamspunt in den
Atlantik.
Schifffahrt
Für den Im- und Export ist der Suriname mit Abstand der bedeutendste Fluss von Suriname. Hierüber verlassen nicht nur alle Schiffe mit
Bauxiterz und
Aluminium das Land- sondern fast alle Schiffe die die für Suriname unentbehrlichen Güter und Waren anliefern kommen via Braamspunt ins Land, um im Hafen von Paramaribo (unmittelbar südlich vom Stadtzentrum) ihre Ladung zu löschen. Die Häfen der Bauxitindustrie befinden sich circa 30 km südlich von Paramaribo, in Smalkalden und Paranam.
Wijdenboschbrücke.jpg der Goslar, 02. 2000]]
Vor Paramaribo ragt ein auf Befehl des Kapitäns durch Besatzungsmitglieder versenktes Schiff der Deutschen Handelsmarine, die Goslar aus dem Wasser. Das Schiff wurde kurz nach dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in die Niederlande im Mai 1940 geflutet, um die
Beschlagnahme durch die niederländische Kolonialmacht zu vereiteln.
Brücken
Im Mai 2000 wurde die
Jules Wijdenbosch Brücke in Paramaribo eingeweiht und für den Verkehr freigegeben. Es ist die erste Brücke über den Suriname in der Hauptstadt. Sie ist nach dem Auftraggeber und damaligen Präsidenten benannt. Die Brücke erschließt das östlich gelegene Gebiet von Suriname. Bei Carolina, circa 50 km südlich von Paramaribo verbindet eine weitere, Holzbrücke die beiden Ufer.
BrückeCarolina.jpg
einige Zahlen
Der Einzugsbereich des Flusses beträgt 16.500 km²; davon oberhalb des Stausees, bei Pokigron (250 Kilometer von der Mündung entfernt) 7.750 km². Die Länge des
Ästuars beträgt rund 140 Kilometer. Der mittlere
Tidenhub im Mündungsbereich liegt bei 1,8 Metern, das durchschnittliche Gezeitenvolumen beträgt 120 Millionen Kubikmeter. Die Salzgrenze reicht etwa 40 km landeinwärts bis zur Einmündung des
Pauluskreek.
Erforschung
Der Suriname war bis
Brokopondo schon in der Anfangszeit der
Kolonisation- und auch der Oberlauf war vor allem durch die Missionsarbeit der
Herrnhuter Brüdergemeine unter den Saramaccanern im 18. und 19. Jahrhundert bereits bekannt. Die wissenschaftliche Erforschung des Flusses begann 1885 durch den Deutschen K. Martin, der den Fluss aufwärts fuhr bis zum
Marrondorf Toledo, veröffentlicht unter: Geologische Studien über Niederländisch Westindien, Leiden 1888- und wurde durch die sog. Suriname-Expedition unter Eilerts de Haan 1908-1909 fortgesetzt.
Der Name
Erste echte Brunnen sind
Sir Walter Raleigh, 1595 und Lawrence Keymis, 1596 die den Fluss auffuhren und Suriname nannten. Bei der Schreibweise des Flusses kommen mehr als 30 Varianten in Karten und in der Literatur vor. Der Name ist wahrscheinlich von dem alten einheimischen Stamm, den
Surinen abgeleitet und ist später als staatskundige Einheit auf das Land übergegangen.
Literatur
- C.F.A. Bruijning und J. Voorhoeve (red.): Encyclopedie van Suriname. Amsterdam u. Brussel 1977, B. V. Uitgeversmaatschappij Argus Elsevier, ISBN 9010018423, Seite 591-592.
Fluss in Suriname
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