article

Ein Superschurke ist eine Variante des Bösewichts, welche gewöhnlich in Comics, Action-Filmen und dem Science-Fiction-Genre auftritt. In aller Regel sind Superschurken die Gegenspieler von Superhelden und weisen in ihrer Selbstdarstellung einige Ähnlichkeiten mit jenen auf; etwa das Tragen von (eher düster gehaltenen) Kostümen, Tarnnamen und auch Geheimidentitäten. Ihre herausragenden, oft übermenschlichen Fähigkeiten (bspw. Intelligenz, aber auch regelrechte ’’Superkräfte’’) machen sie dabei zu weitaus ernstzunehmenderen Gegnern als normale Schurken, selbst für die größten Helden.
Ein häufiges Motiv von Superschurken besteht in größenwahnsinnigen Ambitionen, der Akkumulation von Macht bishin zur Weltherrschaft, was meistens inspiriert ist von typischen Charakteristika real existierender Diktatoren, Krimineller und Terroristen.

Typische Merkmale


Obgleich die Superschurken sehr unterschiedlich sind, gibt es einige Attribute, die ihren Charakter definieren. Die meisten Superschurken vereinen dabei einige der folgenden Merkmale auf sich:

  • Der Wunsch, spektakuläre Verbrechen zu begehen und/oder die Welt zu beherrschen – oder in manchen Fällen auch eine ganze Galaxie, ein Universum oder gar Multiversum – was auch immer hierzu erforderlich sein mag, wie etwa Darth Sidious, bekannt als Imperator Palpatine, aus der Star Wars-Saga.
  • Allgemeine Verachtung gegenüber den Helden, Zivilisten, den eigenen Lakaien und wer auch immer ihren Plänen im Weg stehen mag.
  • Eine sadistische Veranlagung und die Tendenz zum Aufbegehren mittels ihres soziopathischen Verhaltens und/oder ihrer (angenommenen) intellektuellen Überlegenheit.
  • Eine brillante wissenschaftliche Befähigung, welche zur Umsetzung ihrer bösen Taten ge- bzw. missbraucht wird (siehe auch Verrückter Wissenschaftler und böses Genie)
  • Übermenschliche Fähigkeiten oder besondere Gaben, ähnlich denen von Superhelden. Gemeinhin sind solche Fähigkeiten intellektueller oder erfinderischer Natur oder ergeben sich aus technisch basierten Kräften und wurden aus dem Verlangen heraus erlangt, mächtiger zu werden – im Gegenteil zu den Gaben von Superhelden, welche zumeist angeboren sind oder durch Zu- bzw. Unfälle entstanden. (Man vergleiche nur die Ursprünge des Grünen Kobolds oder des Doctor Octopus mit jenen ihres Widersachers Spider-Man)
  • Einen oder mehrere Widersacher, welche wiederkehrend bekämpft werden.
  • Der Wunsch, Rache an besagten Feinden zu nehmen. Die Methoden gehen dabei oft über das einfache Töten hinaus und sollen jene Feinde vor ihrem Tod vor allen Dingen leiden lassen, etwa durch den Gebrauch von Todesfallen.
  • Ein düsteres und bedrohlich aussehendes Hauptquartier oder Lager als Ort, welcher gewöhnlich vor Polizei, Helden und der allgemeinen Öffentlichkeit geheimgehalten wird (Magnetos „Astroid M“, die „Hall of Doom“ der Legion of Doom). Einige Superschurken, die sich sicher vor Verfolgung fühlen, leben und arbeiten jedoch in palastartigen Gebäuden (Doctor Dooms Burgen in seinem Land Latveria und Lex Luthors LexCorp-Bürogebäude). Andere sind mobil und haben keine bestimmte Basis für ihre Operationen.
  • Ein Thema, welches als Vorlage für ihre kriminellen Taten dient. So drehen sich beispielsweise die Verbrechen des Two-Face um das Konzept der Dualität und Mysterios beziehen sich auf Spezialeffekte von Filmen.
  • Obwohl Superschurken gelegentlich Gruppen bilden und manche Superschurkengruppen auch dauerhaften Bestand haben (wie die Bruderschaft der Mutanten und die Sinstre Six), arbeiten die meisten Superschurken nicht mit anderen zusammen, sondern unterhalten eine Mannschaft von einfach gestrickten und entbehrlichen Handlangern, welche ihnen assistieren. Manche Superschurken wie Darth Vader oder Cobra Commander befehligen sogar ganze Armeen.
  • Eine starke Verbundenheit zu ihrer kriminellen Profession, so dass sie unverzüglich ihre Tätigkeiten in ihrem Lieblingsbereich wieder aufnehmen, nachdem sie dem Gefängnis entflohen sind oder sich von einer ernsthaften Verletzung erholt haben.
  • Die Ablehnung, Verantwortung für persönliche Fehler und Rückschläge zu übernehmen, zugunsten der Schuldzuweisung an ihre Widersacher.
  • Eine Hintergrundgeschichte, welche erklärt, wie der Charakter sich von einer gewöhnlichen Person zu einem Superschurken entwickelt hat. Diese Geschichte beinhaltet gewöhnlich eine große Tragödie, die die Wende markiert hat. In den Fällen vieler Superschurken, einschließlich Two-Face, Magneto, Doctor Doom und einiger Versionen von Lex Luthor, beinhaltet die Geschichte auch die einstige Freundschaft mit dem zukünftigen Widersacher.

Persönlichkeitstypen


Charaktere werden aus sehr unterschiedlichen Beweggründen zu Superschurken.

  • Red Skull, Lex Luthor, Professor Moriarty, Leonardo Leonardo und viele andere wurden als schlichtweg böse und machthungrig potraitiert, wenngleich einige Autoren versuchen, sie humaner darszustellen oder ihnen ausgleichende Qualitäten zu verleihen. Dieser Typus war der gebräuchlichste während des Goldenen Zeitalters der Comics, jedoch bevorzugten die nachfolgenden Autoren sympathischere Schurken. Stan Lee – Zeichner und Editor von Marvel Comics – vertritt die Ansicht, es sei wichtiger, dass der Leser mit den Schurken sympathisiert als mit den Helden.
  • Darth Vader, Venom, Zen-Aku und der Grüne Kobold unterlagen einem korrumpierenden Einfluss. In manchen Fällen, wie dem berühmten Ende von Star Wars: Return of the Jedi, überwindet der Charakter den Manipulator und es gelingt ihm, seine Fehler wettzumachen.
  • Sabretooth, Typhoid Mary, der Joker und die meisten anderen Gegner Batmans sind geisteskranke Kriminelle, die unfähig sind ihre mörderischen Triebe unter Kontrolle zu halten.
  • Sandman, Electro und Blob sind gewöhnliche Gauner mit übermenschlichen Fähigkeiten. Sie arbeiten oft als Handlanger von ehrgeizigeren und intelligenteren Superschurken.
  • Man-Bat, The Lizard und Sauron haben Veränderungen in animalische Kreaturen durchgemacht, die ihre Wildheit nicht unter Kontrolle halten können.
  • Mr. Mxyzptlk, Impossible Man und Q sind „Trickster“, welche Helden zu ihrem Vergnügen quälen.
  • Skeletor, Davros, Lord Zedd und Brainiac sind Außerirdische, deren Verhalten in ihrer Heimat entweder nicht ungewöhnlich ist oder sogar gefördert wird.
  • Einige Charaktere, die als Superschurken angesehen werden, verfolgen Ziele, die als nobel oder selbstlos bezeichnet werden könnten, deren Mittel und Wege jedoch übertrieben und unangemessen sind. Das beste Beispiel jenes Typus ist der Feind der X-Men, Magneto, welcher die Unterdrückung der Mutanten durch die Menschen beenden möchte. Er glaubt aber, dass dies nur durch die Herrschaft der Mutanten über die Menschen erreicht werden kann und scheut sich nicht, terroristische Mittel zu diesem Zweck einzusetzen.
    John Sunlight, der in den Doc Savage-Groschenheften auftauchte, Batmans Ra’s al Ghul und Ozymandias aus dem Comic Watchmen hängen großangelegten, utopischen Ziele an, sind aber bereit, hierzu auf extrem zerstörerische Maßnahmen zurückzugreifen.
  • Obwohl es in der westlichen Comic-Tradition eher selten auftritt, existiert außerdem das Konzept des „noblen Schurken“, welches dem vorgenannten ähnelt. Der Unterschied besteht im Wesentlichen darin, dass der Schurke dem Helden einigen Respekt zollt, anstelle ihn zu hassen. Häufig tritt dies in Animes und Tokusatsu auf. Solche Schurken sind keine eigentlichen Anti-Helden und vollführen auch weiterhin böse Taten; sie revanchieren sich aber bei den Helden, wenn sie selbst, ihre Kameraden oder nur die eigenen Leute diesen etwas schuldig geblieben sind. Ist die Schuld jedoch abgetragen, fahren sie mit ihren kriminellen Taten unvermindert bis zum nächsten Mal fort. Üblicherweise enden Schurken dieses Typs, indem sie sich mit dem Held duellieren, zum (Anti-)Helden werden oder bei der Rettung eines Helden sterben, dem sie etwas schuldig geblieben waren. Zuletzt wird dann zudem oft dem Helden noch eine letzte Bitte angetragen, die dieser annimmt, nachdem der Schurke umgekommen ist. In diesem Fall sind Held und Schurke auf den jeweils anderen bezogen und haben die gleiche Lebenserfahrung gemacht, sich jedoch für unterschiedliche Wege entschieden.
    Storm Shadow ist vermutlich der bekannteste unter den westlichen „noblen Schurken“.
  • Einige weniger Superschurken, wie Galactus, personifizieren Naturgewalten und können nicht nach den Maßstäben herkömmlicher Moral beurteilt werden

In den heutigen, modernen Comicbüchern sind Helden und Schurken allgemein weniger moralisch absolut (gut oder böse). Während viele Superhelden psychisch komplex oder als fehlbare Anti-Helden portraitiert werden, haben auch die Schurken an Facetten gewonnen. Psychische Impulse und persönliche Tragödien sind als Beweggründe hinter ihrem Verhalten aufgezeigt worden. In der Zwischenzeit wurden zudem etliche Schurken „bekehrt“ und wandelten sich, permanent oder vorübergehend, zu Anti-Helden. Beispiele hierfür sind Magneto, Elektra, Venom, Sandman, Catwoman, Emma Frost, Juggernaut und Mystique.

Ursprünge


Gemäß den meisten Defintionen war der erste Superschurke Professor Moriarty, der Erzfeind von Arthur Conan Doyles Detektiv Sherlock Holmes, 1891 eingeführt. Dr. Fu Manchu, der Antagonist zahlreicher populärer Romane von Sax Rohmer, wird zugeschrieben, Pate für zahlreiche typische Charakteristika moderner Superschurken gestanden zu haben; einschließlich der sadistischen Persönlichkeit, seines Wunsches, die Weltherrschaft an sich zu reißen, seine Nutzung finsterer Lagerstädten und Handlanger, sowie die Durchführung „thematischer Verbrechen“. Rohmers Arbeiten hatten großen Einfluss auf Ian Fleming, dessen James Bond-Romane und deren Filmadaptionen die Popularität von Superschurken in der Popkultur noch erhöhten.

Der erste Superschurke, der ein bizarres Kostüm trug, war Lightning, aus dem Film „Fighting Evil Dogs“ des Jahres 1938, welcher dem ersten Superhelden vorausging, Superman.

Der erste Superschurke, der regelmäßig Kämpfe mit einem Superhelden austrug, war Ultra-Humanite, der erstmals in Action Comics #13 von 1939 auftauchte.

Bekannte Superschurken


  • Darth Vader, schwarz gewandeter Sith Lord und in der ursprünglichen Star Wars-Trilogie Widersacher von Luke Skywalker und den Jedi-Rittern
  • Doctor Doom, verrückter Wissenschaftler, Zauberer und Diktator des fiktiven Landes Latveria, Erzfeind der Fantastischen Vier, sowie Widersacher der Superhelden der Marvel Comics im allgemeinen.
  • Ernst Stavro Blofeld, internationaler Terroristenführer und Erzfeind von James Bond in den frühen Filmen.
  • Dr. Fu Manchu, der Prototyp moderner Superschurken, Antagonist verschiedener Romane von Sax Rohmer.
  • Der Joker, einen Clown verkörpernder Psychopath mit einem kranken Sinn für Humor, Erzfeind von Batman.
  • Der Kingpin, überaus mächtiger Mafia-Boss aus New York, Widersacher von Daredevil, sowie den Superhelden der Marvel Comics im allgemeinen.
  • Lex Luthor, ursprünglich als kaltherziger, verrückter Wissenschaftler dargestellt, seit langem aber bekannt als milliardenschwerer Industrieller und Wirtschaftskrimineller, Erzfeind von Superman.
  • Palpatine, Sith Lord, ehemaliger Senator und Kanzler der Republik, der zum Imperator der Galaxis in der Star Wars-Saga avancierte.
  • Professor Moriarty, kriminelles Genie und Gegenspieler des Sherlock Holmes, der ihn den „Napoleon des Verbrechens“ nannte. Angesehen als erster Superschurke.
  • Venom, ein Symbiont aus dem Weltall, wohlbekannter Gegner von Spider-Man.
  • Hank Scorpio Simpsonscharakter und Chef von GLOBEX. Erpresste die Vereinten Nationen und besetzte die Amerikanische Ostküste.

Comicfigur

Supervillain | Superroisto | Super-vilain | Supercriminale | 怪人 | Superskurk

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Superschurke".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld