Die Comicfigur Superman ist der erste Superheld der Comicgeschichte. Die Entstehung des Charakters ist stark mit der Situation der 1930er Jahre verbunden, mit der Great Depression, der Weltwirtschaftskrise und dem Zweiten Weltkrieg. Der Name „Superman“ verweist auf das Konzept des deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche, den Übermenschen aus seinem Werk „Also sprach Zarathustra“. Superman kämpft für "Wahrheit, Gerechtigkeit und den amerikanischen Lebensstil". ("American Way of Life")
Der von Jerry Siegel und Joe Shuster geschaffene »Mann aus Stahl« erschien erstmals 1933 in ihrem Fanzine Science Fiction. Der Titel des Comics lautete „The Reign of the Superman“.
Die Anfangszeit stellte sich als nicht sehr erfolgreich für Siegel und Shusters Supermann heraus. Sie versuchten, ihre Geschichte an Zeitungen zu verkaufen (das war damals das einzige Medium für Comicstrips), aber ohne Erfolg. Eine Wende trat erst im Jahre 1938 ein, als ihr Superman-Comic von dem heutigen DC Comics gekauft wurde, einem reinen Comic-Verlag. Sie erhielten einen Scheck über $130 für insgesamt 98 Panels, angeordnet auf 13 Seiten, und traten damit gleichzeitig ihre Rechte an der Figur ab.
1938 erschien das Heft Action Comics #1, das seitdem regelmäßig bei DC erscheint und das am längsten ohne Unterbrechung erscheinende Comicheft der Welt ist (es wurde lediglich durch eine zweimonatige Pause unterbrochen). Action Comics #1 ist wahrscheinlich das teuerste Comicheft der Welt, da es nur noch wenige Exemplare gibt und wurde zuletzt für eine halbe Million US-Dollar versteigert. Superman-billiondollarlimited1942.jpg
Die Herkunftsgeschichte wurde im Laufe der Jahre immer wieder verändert, bleibt im Kern aber die folgende: Der Junge Kal-El wird von seinem Vater (Jor-El) zur Erde geschickt, bevor ihr Heimatplanet Krypton explodiert. Das Raumschiff landet im amerikanischen Bundesstaat Kansas, am Stadtrand Smallvilles. Der Junge wird von dem kinderlosen Farmer-Ehepaar Kent gefunden, die ihm den Namen Clark geben und als ihren eigenen Sohn großziehen. In seiner Pubertät erkennt er seine besonderen Kräfte, er bereist die Welt und entschließt sich, das Verbrechen zu bekämpfen. So entsteht seine zweite Identität: Superman, der Mann von Morgen. Superman kann fliegen (bis 1950 nur besonders hoch und weit springen), ist stark wie eine Lokomotive, schnell wie eine Pistolenkugel und nahezu unverwundbar.
Im Alltag arbeitet er für den Daily Planet, die wichtigste Zeitung seiner Heimatstadt Metropolis (als Synonym für die Stadt New York gedacht), was ihm die Möglichkeit bietet, gleich an Ort und Stelle zu sein, wenn er gebraucht wird. Ebenso berühmt wie der Mann aus Stahl selbst ist seine Kollegin beim Daily Planet, Lois Lane, die ihn zwar anhimmelt, aber von seinem vermeintlich tolpatschigen Alter-Ego Clark Kent nichts wissen will.
Schon oft ist Superman Mitglied und früher einmal Gründungsmitglied der Justice League of America, einer Gruppe von Superhelden, zu denen unter anderem auch Wonder Woman, Batman oder Flash gehören, gewesen.
In den 1980ern erfährt die Figur des Superman eine Änderung. Diese wie auch viele andere Veränderungen liegen einem grundlegenden Umdenken des herausgebenden Verlags DC Comics zu Grunde. In einem in seiner Größe noch nicht gekannten Event wurden alle bestehenden Charaktere durch ein Ereignis beeinflusst. Die "Crisis on Infinite Earths". Durch diese Krise wurden Handlungsstränge zusammengewoben und zusammengelegt, Charaktere umgeschrieben und bearbeitet, wie auch Superman und ihm anhängende Personen.
Seine übermenschlichen Kräfte werden dadurch erklärt, dass sein Körper unter unserer gelben Sonne (im Gegensatz zur roten Sonne Kryptons) mit Energie aufgeladen wird. Jeder Kryptonier (oder Bewohner eines ähnlichen Planeten) hat damit auf der Erde dieselben Fähigkeiten. Diese wurden oft verändert, ausgeweitet und Mitte der Achtziger wieder zurückgestuft. Mittlerweile haben sich folgende Eigenschaften etabliert:
1945 tauchte zum ersten mal die mysteriöse Substanz Kryptonit in der Superman-Radio-Show auf. Man hatte es erfunden, um den kurzzeitigen Stimmenwechsel der Hauptperson zu erklären, da der ursprüngliche Sprecher wegen einer Krankheit ausgefallen war.
Von Kryptonit gibt es verschiedensten Formen:
Superman wurde ein so großer Erfolg, dass er neben mehreren Comicserien auch in Hörspielen, Zeichentrickserien, Filmen und Computerspielen auftrat, die fast alle große Erfolge wurden. Aus der Serie sind mehrere andere Superhelden hervorgegangen, vor allem Superboy, Supergirl und Steel. Superman gilt als eine Ikone der Pop-Kultur, die auch in die moderne Kunst Eingang gefunden hat. In den 1990er Jahren wurde der Erfolg Supermans langsam kleiner, und so versuchte man, ihn zu modernisieren. 1986 schuf Comicautor John Byrne den Mann aus Stahl neu, indem er ihn komplett neu erschuf. Superman wurde vieler Kräfte beraubt und menschlicher gemacht. Er verlor gegen den Antihelden und intergalaktischen Kopfgeldjäger Lobo, wurde schließlich von Doomsday getötet, stand wieder auf, verwandelte sich in ein Energiewesen, das sich schließlich in ein blaues und ein rotes Wesen aufteilte und fand Anfang des neuen Jahrtausends wieder zu sich selbst zurück.
Seit dem sogenannten Byrne-Revamp (der tiefgreifenden Veränderung Supermans durch Comic-Schreiber John Byrne) und zur großen Verwirrung von Comic-Laien, wird Clark als der eigentliche Charakter angesehen, Superman dagegen als seine Geheimidentität. „Clark ist das was ich bin, Superman ist das, was ich sein kann“ (TV-Serie „Lois & Clark“). Byrne ging es darum, den Helden zu vermenschlichen und so für den Leser greifbarer zu machen. Durch den Film Superman Returns wird man aber wohl auch in den Comics wieder zur engelshaften Darstellung der Figur übergehen.
Superman bot viele Gelegenheiten für Parodien. So erschien ab 1962 die Figur Wunderwarzenschwein (Wonder Wart Hog) des amerikanischen Zeichners Gilbert Shelton. In Deutschland wurde die Fernsehserie „Immer wenn er Pillen nahm“ (original: Mr. Terrific, 1967) bekannt, in der die Hauptperson Stanley Beamish immer dann Superkräfte bekam, wenn er Pillen einnahm.
Nach der Zeichentrickserie von 1941 kam Superman erstmals 1948 mit realen Schauspielern als Serial (The Adventures of Superman) in die amerikanischen Kinos. In 15 Episoden, jede endend mit einem Cliffhanger, mit insgesamt 244 Minuten Spielzeit kämpfte Hauptdarsteller Kirk Alyn als erster Darsteller des „Mannes aus Stahl“ gegen die Bösen der Welt. Trotz der wenig überzeugenden Flugszenen wird das Serial wegen seiner interessant erzählten Geschichte als eines der besten bezeichnet. Seine Rolle wiederholte Alyn in dem Serial „Atom Man Vs. Superman“ (1950) in ebenfalls 15 Episoden mit 252 Minuten Spielzeit. Als nächster Superman-Darsteller spielte George Reeves in der Fernsehserie „Adventures of Superman“ von 1952 bis 1957 mit. Aus der Serie wurden einige Folgen als Kinofilm zusammengestellt, so im Jahr 1951 „Superman and the Mole Men“ und 1952 mit dem einfachen Titel Superman.
Im Jahre 1978 kam nach langjähriger Produktionszeit der Film Superman in die Kinos. Der Regisseur Richard Donner setzte viele bekannte Schauspieler wie Marlon Brando († 2004) oder Gene Hackman ein, doch in der Hauptrolle flog der Newcomer Christopher Reeve († 2004) mit rotem Cape und mit – in damaliger Zeit – revolutionären Spezialeffekten über die Leinwand. Bis heute zählen einige der Flugszenen aus diesem Film zu den besten. Nicht umsonst stand auf den Filmplakaten vor den Kinos „Sie werden glauben, dass der Mensch fliegen kann!“. In einer Szene während der Eisenbahnfahrt spielte der erste „Superman“ Kirk Alyn eine kleine Nebenrolle als Vater von Lois Lane.
Der Autor Mario Puzo hatte so viel Stoff geliefert, dass es für einen zweiten Teil reichte, welcher im folgenden Jahr (1979/80) ebenfalls für hohe Besucherzahlen in den Kinos sorgte (Superman II – Allein gegen alle). Danach folgten noch zwei weitere Fortsetzungen, Superman III – Der stählerne Blitz (1983) und Superman IV – Die Welt vor dem Abgrund (1987). Nach den schlechten Einspielergebnissen von Superman IV wurde die Serie beendet und erst im Jahr 2006 gelang es dem Filmstudio Warner Bros. mit Regisseur Bryan Singer ein Sequel zu den beiden ersten Kinofilmen zu inszenieren. In Superman Returns erhielt der unbekannte US-amerikanische Seriendarsteller Brandon Routh den Zuschlag für die Titelrolle. Der auf 180 Mio. US-Dollar teuren Produktion soll 2009 erneut unter der Regie Bryan Singers ein Sequel folgen.
Bis 1994 erschienen vier weitere Superman-Lizenzspiele für unterschiedliche Konsolen (u.a. Superman: The Man of Steel für das Sega Master System). Im Jahr 1994 veröffentlichte SunSoft das Actionspiel "The Death and Return of Superman" für das Super Nintendo. Das Spielprinzip ähnelt der Final Fight-Reihe, da der Spieler einen von fünf auswählbaren Charakteren (Superman, Steel, Eradicator, Cyborg und Superboy) durch die Side-Scroller Perspektive steuert und dabei Gegner bekämpft.
Im Jahr 1999 veröffentlichte der französische Publisher Titus Software das Actionspiel Superman 64 für das Nintendo 64. Dieses Spiel besitzt in der Videospiel-Branche einen populären Status, da es von vielen Magazinen und Internetseiten zu den schlechtesten Spielen aller Zeiten gewählt wurde. Superman 64 belegt in der Electronic Gaming Monthly, ein bekanntes Videospiel-Magazin in den USA, Platz 7.
Seit 2002 ist der französische Publisher Atari für die Videospiel-Umsetzung der Supermanlizenz verantwortlich. Im Jahr 2002 erschienen zwei Superman-Lizenzspiele für Konsolen: Superman: Man of Steel für die Xbox und Superman: Shadow of Apokolips für die PlayStation 2. Superman: Shadow of Apokolips zählt aufgrund der Cel Shading Grafik und dem interessanten Missionsdesign zu den besten Superman-Videospielen.
Im Juni 2006 soll Superman Returns, das offizielle Spiel zum Kinofilm, für Xbox 360, PlayStation 2, Xbox und Gamecube erscheinen.
| Titel | Erscheinungsdatum | Plattform/en | Publisher |
|---|---|---|---|
| Superman | 1978 | Atari 2600 | Atari |
| Superman: The Game | 1985 | Commodore 64 | First Star Software |
| Superman | 1987 | Nintendo Entertainment System | Kemco |
| Superman | 1988 | Arcade | Taito |
| Superman: Man of Steel | 1988 | Commodore 64 | Tynesoft |
| Superman: The Man of Steel | 1992 | Sega Master System | Virgin Interactive |
| Superman | 1992 | Sega Mega Drive | SunSoft |
| The Death and Return of Superman | 1994, 1995 | Super Nintendo, Sega Mega Drive | SunSoft |
| Justice League Task Force | 1995 | Super Nintendo, Sega Mega Drive | Acclaim |
| Superman 64 | 1999 | Nintendo 64 | Titus Software |
| Superman | 2000 | PlayStation | Titus Software |
| Justice League: Injustice for All | 2002 | Game Boy Advance | Midway Games |
| Superman: Man of Steel | 2002 | Xbox | Atari |
| Superman: Shadow of Apokolips | 2002, 2003 | PlayStation 2, Gamecube | Atari |
| Superman: Countdown to Apokolips | 2003 | Game Boy Advance | Atari |
| Justice League: Chronicles | 2003 | Game Boy Advance | Midway |
| Superman Returns | 2006 | Xbox 360, PlayStation 2, Xbox, Gamecube | Electronic Arts |
Comics | Comicfigur | Zeichentrickserie | Comicverfilmung | Filmreihe | Arcade-Spiel | Retro-Spiel | C64-Spiel | Windows-Spiel | NES-Spiel | Game-Gear-Spiel | Master-System-Spiel | Mega-Drive-Spiel | SNES-Spiel | Nintendo-64-Spiel | Game-Boy-Color-Spiel | Game-Boy-Advance-Spiel | Game-Boy-Spiel | PlayStation-2-Spiel | GameCube-Spiel | Xbox-Spiel | Xbox-360-Spiel
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