Als Supercomputer bzw. Superrechner werden Hochleistungsrechner bezeichnet, die zum Zeitpunkt ihrer Einführung im obersten realisierbaren Leistungsbereich operieren. Ein typisches Merkmal eines Supercomputers ist seine große Anzahl an Prozessoren, die auf einen sehr großen Hauptspeicher zugreifen.
Seit geraumer Zeit etablieren sich vermehrt sog. Cluster, bei denen eine große Anzahl von (meist preiswerten) Einzelrechnern zu einem großen Rechner vernetzt werden.
Eng verbunden mit dem Begriff Supercomputer ist die Firma Cray. Sie ist benannt nach ihrem Gründer Seymour Cray und stellte die ersten Supercomputer in den 1970er Jahren her. Der erste offiziell installierte Supercomputer Cray-1 schaffte 1976 130 MegaFLOPS. Zum Vergleich, ein normaler PC kann heutzutage mehrere GigaFLOPS ausführen.
Die schnellsten Supercomputer werden halbjährlich in der Top-500 Liste aufgeführt. Als Bewertungsgrundlage dient der Linpack-Benchmark.
Die heutigen Supercomputer werden überwiegend zu Simulationszwecken eingesetzt. Je realitätsnäher eine Simulation komplexer Zusammenhänge wird, desto mehr Rechenleistung wird in der Regel benötigt. Der Vorteil der Supercomputer ist außerdem, dass sie durch ihre extrem schnelle und große Rechenleistung immer mehr Interdependenzen berücksichtigen können. Dies erlaubt also das Einbeziehen immer weiterreichender oftmals auch unscheinbarer Neben- oder Randbedingungnen zur eigentlichen Simulation und gewährleistet dadurch ein immer aussagekräftigeres Gesamtergebnis.
Die derzeitigen Haupteinsatzgebiete der Supercomputer umfassen dabei die Bereiche:
Bis auf das Militär, welches hauptsächlich militärische Planspiele betreibt, kennzeichnen sich die Bereiche dadurch, dass es sich um sehr komplexe Systeme bzw. Teilsysteme handelt, die in weitreichendem Maße miteinander verknüpft sind. So haben Veränderungen in dem einen Teilsystem meist mehr oder minder starke Auswirkungen auf benachbarte oder angeschlossene Systeme. Durch den Einsatz von Supercomputern wird es immer leichter möglich viele solcher Konsequenzen zu berücksichtigen oder sogar zu prognostizieren, wodurch bereits weit im Vorfeld etwaige Gegenmaßnahmen getroffen werden könnten. Dies gilt z.B. bei Simulationen zum Klimawandel, der Vorhersagen von Erdbeben oder Vulkanausbrüchen sowie in der Medizin bei der Simulation neuer Wirkstoffe auf den Organismus. Die enormen Investitionsummen in die stetige Steigerung der FLOPS und damit die Entwicklung von immer schnelleren Supercomputern werden vor allem mit den Nutzenvorteilen und den eventuellen „Wissenvorsprung“ für die Menschheit gerechtfertigt, weniger aus den Aspekten des allgemeinen technischen Fortschritts.
| Name | Standort | TeraFLOPS | Konfiguration | Zweck |
| BlueGene/L | Livermore (USA) | 280,6 | 131.072 PowerPC440-Prozessoren 700 MHz, 32.768 GB RAM | Physikalische Simulationen |
| Blue Gene Watson | IBM Thomas J. Watson Research Center (USA) | 91,29 | 40.960 Prozessoren | Forschungsabteilung von IBM, aber auch Anwendungen aus Wissenschaft und Wirtschaft |
| ASCI Purple | Livermore (USA) | 75,76 | 12.208 Power5 CPUs, 48.832 GB RAM | Physikalische Simulationen (z.B. Atomwaffensimulationen) |
| Columbia | NASA Ames Research Center (Silicon Valley, Kalifornien, USA) | 51,87 | 10.160 Intel Itanium 2 Prozessoren (Madison Kern) | Klimamodellierung, astrophysikalische Simulationen |
| JUBL (Jülicher BlueGene/L) | Forschungszentrum Jülich | 37,33 | 16.384 PowerPC440-Prozessoren 700 MHz, 4096 GB RAM | Materialwissenschaften, theoretische Chemie, Elementarteilchenphysik, Umwelt, Astrophysik |
| Earth Simulator | Yokohama (Japan) | 35,86 | 5120 500MHz NEC CPU, 10TB RAM | Klimamodellierung |
| MareNostrum | Barcelona (Spanien) | 27,91 | 4812 PowerPC970 2.2 GHz | Klima- und Genforschung, Pharmazie |
| ASCI Q | Los Alamos (USA) | 13,88 | 8192 Alpha-CPUs, 12TB RAM | Simulation |
| System X oder alt: Terascale Cluster | Virginia (USA) | 12,25 | 1100 Dual 2.3 GHz Apple Xserve G5 (IBM PPC970FX CPU), 4,4 TB RAM | Quantenchemie, Simulationen, Nanoelektronik und weitere |
| MCR Linux Cluster | Livermore (USA) | 7,63 | 2304 Intel 2.4 GHz Xeon CPUs, 4,6TB RAM | Simulation von Nuklearwaffen |
| ASCI White | Livermore (USA) | 7,3 | 8192 375MHz IBM RS/6000 SP Power3, 6TB RAM | Simulation von Nuklearwaffen |
| Name | Standort | TeraFLOPS | Konfiguration | Zweck |
| JUBL (Jülicher BlueGene/L) | Forschungszentrum Jülich | 37,33 | 16.384 PowerPC440-Prozessoren 700 MHz, 4096 GB RAM | Materialwissenschaften, theoretische Chemie, Elementarteilchenphysik, Umwelt, Astrophysik |
| NEC SX8/576M72 | Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS) | 8,92 (nur Vektorteil) | 576 CPUs 2 GHz SX-8, 9216 GB RAM | Ingenieurwissenschaftliche Anwendungen, Physik, Chemie, Lebenswissenschaften, Nutzung durch Industrie |
| JUMP (IBM pSeries 690-Knoten) | Forschungszentrum Jülich | 5,57 | 1312 CPUs 1,7 GHz Power4+, 5000 GB RAM | Materialwissenschaften, theoretische Chemie, Elementarteilchenphysik, Umwelt, Astrophysik |
| IBM eSeries p5 575-Knoten | Max-Planck-Gesellschaft MPI/IPP Garching | 4,56 | 688 CPUs 1,7 GHz Power5, 2816 GB RAM | Physikalische Simulationen, z.B. die Millennium-Simulation |
| IBM eSeries p5 575-Knoten | Deutscher Wetterdienst | 2,75 | 416 CPUs 1,9 GHz Power5 | |
| Hitachi SR8000-F1/168 | Leibniz-Rechenzentrum in Garching bei München | 1,65 | 1512 CPUs, 1376 GB RAM | vektorisierbare Programme, 2006 stillgelegt |
| NEC SX-6 | Deutsches Klimarechenzentrum | 1,5 | 192 Vektor-CPUs, 1.5 TB RAM | Klimamodellierung |
| Beowulf-Cluster CLIC | Chemnitz | 0,2216 | 528 Pentium-III-Prozessoren (800 Mhz), 264 GB SDRAM | im Wesentlichen Forschung auf dem Gebiet der Physik an der TU-Chemnitz |
| Kepler-Cluster | Tübingen | 0,096 | 196 Pentium-III-Prozessoren mit 650 MHz, 100 GB RAM | Astrophysik und Strömungsmechanik, Entwicklung stabiler numerischer Verfahren |
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