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Sunrise ist der erste von Friedrich Wilhelm Murnau in den Vereinigten Staaten fertiggestellte Spielfilm. Mit seinen in Deutschland gedrehten Filmen, allen voran Nosferatu, eine Symphonie des Grauens (1921), Der letzte Mann (1924) und Faust - eine deutsche Volkssage (1926), war Murnau zu einem der bedeutendsten Regisseure der Stummfilmära avanciert. Seine ausgeklügelte, während dieser Zeit entwickelte Technik – Überblendungen, Doppelbelichtungen, abgestufte Tönungen, subtile Kamerabewegungen – verband Murnau mit einer dem Erzählrhythmus adäquate Bildmontage, die menschliche Gefühle und Stimmungen hervorragend ausdrückte. All diese Eigenschaften setzte der deutsche Regisseur in seinem ersten Hollywood-Film Sunrise ein.

Handlung


Basierend auf Hermann Sudermanns Die Reise nach Tilsit erzählt Sunrise von einer eleganten Dame aus der Stadt, die einem verheirateten Mann aus einem Dorf den Kopf verdreht. Sie überredet ihn, seine Frau zu ermorden und mit ihr in die Stadt zu ziehen. Neben den moralischen Themen Schuld, Reue und Neuanfang spielt in Sunrise – wie etwa auch in Murnaus früherem Film Der brennende Acker (1921/22) – die Sympathie für den Bauern, der Gegensatz zwischen Land und Großstadt eine dominierende Rolle.

Rezeption


Durch die melodramatische Geschichte drückt Murnau ein stimmiges Bild innerer Haltungen sowie Gefühle voller Inbrunst aus, weswegen die Filmhistoriker Sunrise für den ausgereifsten Spielfilm Friedrich Wilhelm Murnaus halten.

Obwohl der Film zu Beginn teilweise klischeehaft wirkt, entwickelt er einen außerordentlichen Reiz ab dem Moment, in dem die Großstadt der Filmschauplatz wird: Murnau zeigt eine realistisch wirkende Stadt mit Massenszenen in pulsierendem Leben. Um die Großstadt als Organismus in ständiger Bewegung darzustellen, wurden dem "German Genius" von William Fox alle Freiheiten zugesichert: Murnau konnte die größten damals in Hollywood gebauten Sets einsetzen. Damit er jede Einstellung mit dem richtigen Kamerawinkel drehen konnte, wurden darüber hinaus in vielen Fällen verschiedene Versionen dieser Bauten zusammengestellt. Insbesondere die Straße mit der Tramhaltestelle und den großen beleuchteten Gebäuden im Hintergrund besitzt einen ähnlichen Wiedererkennungswert wie Fritz Langs Metropolis-Bilder und ging als beispielhaftes Bühnenbild in die Filmgeschichte ein.

Kritiken


  • Lexikon des internationalen Films: Ein Kinotraum von großer Intensität, in dem elementare Gefühle durchlebt und aufgelöst werden. Meisterhaft in Fotografie, Stimmung und Stil.

Auszeichnungen


Aber auch in die Oscargeschichte schrieb sich Sunrise ein: Bei der ersten Verleihung der Academy-Awards überhaupt (1928) erhielt er drei goldene Statuetten: Janet Gaynor wurde als Beste Darstellerin ausgezeichnet; Charles Rosher und Karl Struss gewannen den Kamera-Oscar. Darüber hinaus wurde Sunrise mit einem Spezial-Oscar ("for Unique And Artistic Picture") ausgezeichnet. Das einzige Mal in der Geschichte des Oscars, dass ein solcher Preis verliehen wurde.

Weblinks


Filmtitel | Schwarzweißfilm | Stummfilmtitel | Filmtitel 1927 | US-amerikanischer Film

Sunrise (film) | Sunrise | Amanecer (película) | L'Aurore (film, 1927) | Ileleggak ti Init (pelicula) | Sunrise (film)

 

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