Sundern (Sauerland) ist eine
Stadt in
Nordrhein-Westfalen,
Deutschland und gehört zum
Hochsauerlandkreis.
Geografie
Geografische Lage
Das Gebiet Sunderns liegt an der nördlichen Abdachung des rechtsreinischen Schiefergebirge. Durch das Stadtgebiet fließen u.a. die Flüsse Röhr und Sorpe. Im Westen von Sundern befindet sich das Erholungsgebiet um den
Sorpesee. Die Stadt wird von meistens über 500 m ü.
NN hohen
Bergen umrahmt. Im Süden findet sich als höchste Erhebung der 648 m hohe Schomberg. Einen Großteil des Stadtgebietes nimmt der
Naturpark Homert ein.
Nachbargemeinden
Im Norden von Sundern liegt die Stadt
Arnsberg, im Nordosten grenzt Sundern an die Stadt
Meschede, südöstlich liegt die Gemeinde
Eslohe. Südlich grenzt die Gemeinde
Finnentrop (
Kreis Olpe)an. Im Südwesten grenzt Sundern an die Stadt
Plettenberg und im Westen an die Stadt
Balve, sowie an die Stadt
Neuenrade.
Stadtgliederung
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| - Allendorf (1565 Einwohner)
- Altenhellefeld (457 Einwohner)
- Amecke (1786 Einwohner)
- Endorf mit den Nebendörfern Endorferhütte, Recklinghausen, Brenschede, Kloster Brunnen, Röhrenspring, Bönkhausen und Gehren (1858 Einwohner)
- Enkhausen (845 Einwohner)
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- Hachen (2938 Einwohner)
- Hagen/Wildewise ("Kuhschisshagen") (920 Einwohner)
- Hellefeld/Herblinghausen (800 Einwohner)
- Hövel (588 Einwohner)
- Langscheid (2927 Einwohner)
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- Linnepe/Linneperhütte (474 Einwohner)
- Meinkenbracht (225 Einwohner)
- Stemel (936 Einwohner)
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- Stockum (Sauerland) mit den Nebendörfern Dörnholthausen und Seidfeld (2137 Einwohner)
- Sundern(Sauerland) (13015 Einwohner)
- Westenfeld (1039 Einwohner)
Geschichte
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Einige Ortsteile der heutigen Stadt Sundern wurden im Zusammenhang mit dem Aufbau der Kirchenorganisation durch das Erzbistum Köln erstmals erwähnt. So gab es in Endorf ein bedeutender dem zu Beginn des 10.Jahrhundert gegründete Kloster in
Meschede gehörender Hofverband. Auch die
Arnsberger Grafen hatten etwa in Seidfeld, Amecke oder Hennighausen erhebliche Besitzungen, die 1165 erstmals erwähnt wurden. In der Phase des Landesausbaus der Grafschaft Arnsberg wurden die Freheiten Hagen (1296), Sundern (vor 1310) und Langscheid (1307) gegründet. Nach dem Übergang der Grafschaft an das kurkölnische Herzogtum Westfalen erhielt Allendorf (1407) sogar Stadtrechte. Während die Orte Allendorf, Sundern, Hagen, Hachen und Langscheid bei den Landtagen des Herzogtums Mitglied der
Städtekurie waren, waren aus dem Gebiet Sundern die Freiherrn von Wrede (Amecke) und Plettenberg (Stockum) in der
Ritterkurie vertreten.
Im Mittelalter erhob Sundern den Anspruch auf Zugehörigkeit zur Hanse, der allerdings stets umstritten blieb. In der frühen Neuzeit war das Gebiet der heutigen Stadt Sundern ein Zentrum des Bergbaus und der Eisenverhüttung. Überreste der frühen Bergbauindustrie finden sich noch in der sog. Hermannszeche im Stadtteil Allendorf. Mit der Industrialisierung brachen diese Einkommensquellen weitgehend zusammen. In Teilen des heutigen Stadtgebiets kam es zur Reagrarisierung und zu starken Abwanderungsbewegungen. Vor allem mit dem Bau der Röhrtalbahn begann in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts ein neuer wirtschaftlicher Aufschwung gestützt auf die metallindustrielle Fertigwarenproduktion.
Eingemeindungen
Die Stadt Sundern entstand am 1. Januar
1975 durch den Zusammenschluss von mehreren bisher selbstständigen
Gemeinden, darunter Allendorf, Amecke, Endorf, Hagen, Hellefeld, Hachen, Langscheid und Stockum.
Einwohnerentwicklung
Entwicklung der Einwohnerzahl (Gemeinde Sundern, ohne Eingemeindungen) 1858-1939
Entwicklung der Einwohnerzahl
(ab 1995 jeweils zum 31. Dezember):
Politik
Gemeinderat
Bei der Kommunalwahl am 26. September
2004 hat sich folgende Sitzverteilung im Stadtrat ergeben:
Bürgermeister
- 1969 - 1999 Franz Josef Tigges (* 14. April 1933, † 4. April 2001)
- Seit 1999 ist Friedhelm Wolf (CDU) (* 6. Juli 1946) hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt
Städtepartnerschaften
Kultur und Sehenswürdigkeiten
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Bauwerke
Etwa fünf Kilometer südöstlich des Ortsteiles Endorf liegt mitten im Wald das Mitte des
19. Jahrhunderts aufgegebene Kloster Brunnen mit einer sehenswerten kleinen Kirche und einer als heilkräftig angesehenen Quelle. Der Stifter des Klosters war der Kölner Kurfürst Clemens August. Berühmt ist vor allem die Orgel aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, die heute noch zu Konzerten erklingt. In der Kirche findet sonntags ein Gottesdienst statt, der vor allem Menschen aus den umliegenden Orten der Stadt Sundern und der Gemeinde Eslohe anzieht. Das Klostergebäude selbst wird heute von der Katholischen Jungen Gemeinde benutzt. Bis in die sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts befand sich hier eine einklassige Volksschule, eine so genannte "Zwergschule", mit den Klassen 1 bis 8, die alle gemeinsam von einem einzigen Lehrer unterrichtet wurden. Besucht wurde sie von Schülern aus Brenschede und Röhrenspring. Beide Orte gehörten zur früheren politischen Gemeinde Endorf. Bemerkenswert ist auch die barocke Kirche des Stadtteils Allendorf (ca. 1725), mit einer Orgel aus dem späten 18. Jahrhundert. Im Turmgeschoss spätgotisches Sakramentshaus. Monumentaler, grünmarmorierter Hochaltar (ca. 1750)
Naturdenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur
Die gewerbliche Struktur der Stadt ist durch kleine und mittelständische Unternehmen geprägt.
Es überwiegt die metallverarbeitende Industrie, die Herstellung von Leuchten sowie die Produktion von Papier und Kartonagen. Die Firma
Severin (Produktion von Elektro-, Haus- und Küchengeräten) zählt zu den größten ortsansässigen Unternehmen. Weitere bedeutende Unternehmen ist die Wellpappenfabrik Tillmann, der Produzent von Einrichtungszubehör Blome oder die Haushaltswarenfabrik Schulte&Ufer.
Der produzierende Sektor konzentriert sich im Wesentlichen entlang der Röhr zwischen den Stadtteilen Sundern, Stemel und Hachen. War der produzierende Bereich mit früher 70% Anteil an der Gewerbestruktur überrepräsentiert, nahm in den letzten Jahren die Bedeutung von Handel und Dienstleistungen deutlich zu. Erhebliche Bedeutung hat zudem der Tourismus insbesondere rund um den Sorpesee.
Verkehr
Für eine Stadt mit der industriellen Bedeutung wie Sundern ungewöhnlich ist, dass sie vor allem von Land-, Kreis- und Ortsstraßen erschloßen wird. Von Bundesstraßen wird das Gebiet nur gestreift und eine direkte Anbindung an eine Bundesautobahn besteht nicht.
Medien
Bis vor kurzem gab es in Sundern Geschäftsstellen der Regionalzeitungen
Westfälische Rundschau und
Westfalenpost. Allerdings haben beide Blätter weiterhin Redaktionen in der Stadt. Neben einigen Anzeigenblättern existiert mit dorfinfo.de ein tagesaktueller lokaler Onlinedienst.
Bildung
In Sundern gibt es ein Schulzentrum zu dem das 1970 gegründetes Gymnasium, wie auch ein 1968 gegründete Realschule sowie zwei Hauptschulen gehören. Im Primarbereich bestehen in der Kernstadt und den umliegenden Dörfern insgesamt 9 Grundschulen. Außerdem existiert eine Förderschule für Lernbehinderte.
Von überlokaler Bedeutung ist die Heimvolkshochschule des Hochsauerlandkreises.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Die
Ehrenbürger der Stadt Sundern und ihrer ehemaligen Gemeinden:
- Josef Schulte (Gemeinde Stemel)
- Dr. Joseph Evers (Freiheit Hachen)
- Augustinus Brechting, Dechant (Freiheit Hachen)
- Clemens Schulte (Freiheit Hachen)
- Johannes Sauer (Stadt Allendorf)
- Franz Schmitz-Schnieders (Freiheit Sundern)
- Johannes Scheffer-Hoppenhöfer (Freiheit Sundern)
- Josef Brumberg (Freiheit Sundern)
- Schwester Haberilla (Freiheit Sundern)
- Schwester Kunibalda (Freiheit Sundern)
- Dr. Heinrich Lübke, Bundespräsident (Freiheit Sundern)
- Franz-Josef Tigges (* 14. April 1933 in Sundern, † 4. April 2001), 1969 bis 1999 Bürgermeister von Sundern (Stadt Sundern)
Söhne und Töchter der Stadt
- Heinrich Lübke, (* 14. Oktober 1894 im Stadtteil Enkhausen, † 6. April 1972 in Bonn), Politiker (CDU), Mitglied des preußischen Landtags (Zentrum) von 1931 - 1933, Ernährungs- und Landwirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen (1947 - 1952), Mitglied des Deutschen Bundestages 1949/50 und dann wieder ab 1953, seit 1953 Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Bundespräsident von 1959 - 1969.
- Friedrich-Wilhelm Lübke, (* 25. August 1887 im Stadtteil Enkhausen, † 16. Oktober 1954) in Kiel, Bruder von Heinrich L., Politiker (CDU), war zunächst Kapitän, dann Landwirt, von 1951 - 1954 Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein.
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
- Franz Müntefering, * 16. Januar 1940 in Neheim, aufgewachsen in Sundern, Besuch der Johannesschule, Industriekaufmann, Mitglied des Gemeinde- bzw. Stadtrats in Sundern (1969 bis 1979), Fraktionsvorsitzender der SPD-Fraktion in Sundern, seit 1975 Mitglied des Deutschen Bundestags, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (1992 - 1995), Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (1998 - 1999), MdB, MdL, Generalsekretär und Fraktionsvorsitzender, Vorsitzender der SPD (2004 - 2005), seit 2005 Vizekanzler der Großen Koalition und Bundesminister für Arbeit und Soziales
Literatur
- Sundern /Sauerland - Ein Bildbericht (112 Seiten), Selbstverlag der Gemeinde Sundern, 1964
- Maria Rörig: Endorf - Geschichte einer Landgemeinde im Sauerland (368 Seiten), (Beiträge zur Geschichte der Stadt Sundern, Band 3, Sundern 1981)
- Paul Dick: Geschichtliches über Kloster Brunnen - Ein Beitrag zur Sauerländischen Heimatkunde (25 Seiten), Endorf 1925
- Ferdinand Wagener: Kloster Brunnen in Geschichte und Erzählung (179 Seiten, 29 Abbildungen), Verlag Th. Ruhrmann, Hüsten 1929
- Ferdinand Wagener/Magdalena Padberg: Kloster Brunnen (170 Seiten, mit zahlr. Abbildungen), Grobbel-Verlag Fredeburg 1979
- Werner Pieper: Die 13 Leben des Heinrich Lübke, Verlag Werner Pieper & The Grüne Kraft, Löhrbach im Odenwald 2004
Weblinks
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