Suger * (* 1081 in Saint-Omer; † 13. Januar 1151 Saint-Denis bei Paris) war ein französischer Kirchenfürst und Staatsmann.
Suger wurde um das Jahr 1081 zu St.-Omer geboren. Schon als Junge kam er in die Abtei Saint-Denis bei Paris, wo er als Schüler den späteren König Ludwig VI. kennenlernte. Sein Vorgesetzter betraute den begabten jungen Mann mit diplomatischen Missionen, die ihn in Verbindung treten ließen zum Königshof, zum Vatikan und zu den großen Fürstenhöfen Frankreichs. Während eines Aufenthaltes in Rom im Jahr 1122 wurde er zum Abt des Klosters Saint-Denis gewählt. Bald machte er sich erfolgreich daran, das Kloster zu reformieren und zu sanieren. 1124 war es seinem Geschick zu danken, dass die Fürsten Frankreichs sich mit dem König gegen einen deutsch-englischen Einfall zusammenschlossen. Beim Besuch des Papstes Innozenz II. in Cluny im Jahre 1131 war er Sprecher des Königs und des gesamten Episkopats.
1137 konnte Suger mit dem Neubau der Abteikirche beginnen, die seit 639 Grablege der fränkisch/französischen Könige gewesen war (Chorweihe: 1144). 1147 warb er gemeinsam mit Bernhard von Clairvaux für den Zweiten Kreuzzug, an dem er sogar – ungeachtet seiner schwächlichen Konstitution – selbst teilnehmen wollte. Als Ludwig VII. dann zum Kreuzzug aufbrach, wurde Suger zum Regenten gewählt. Diese Aufgabe erfüllte er mit Bravour. Seit jener Zeit wurde er auch "Vater des Vaterlandes" genannt, weil er sein ganzes Wirken in den Dienst des französischen Königtums stellte.
In Anbetracht der damals noch sehr schmalen Machtbasis des Königs kam es ihm vor allem darauf an, dessen geistiges Prestige – als Stellvertreter Christi - zu steigern. Unter Ludwig VI. und Ludwig VII. hatte er bedeutenden Einfluss auf das Staatswesen. Er sanierte die Finanzen, verbesserte das Justizwesen, beförderte Ackerbau, Handel und Gewerbe und begünstigte die Städte. Hochgeehrt verstarb Suger am 13. Januar 1151 in seinem Kloster.
Lange galt es als gesichert, dass Suger als eine Art geistliche Grundlage seines Kirchenbaues die Harmonielehre des Augustinus und die Licht-Metaphysik des Pseudo-Dionysiusdienten – diese kommentiert von Duns Scotus (Erigena) und Hugo von Sankt Viktor. Nach seiner Vorstellung sollte die Kirche die Harmonien der Schöpfung Gottes und die Erleuchtung des Gläubigen darstellen. Eine Umsetzung dieser Gedanken sah man in den Architekturformen des Chores der Abteikirche, der Schaffung eines betont lichtdurchfluteten Raumes (Otto von Simson). Nach heutigem Wissen ist es aber ungewiss, dass Suger diese Schriften las und somit dem Neubau von St.-Denis ein besonderes, philosophisches (platonisches) Konzept zugrunde liegt. Der Topos des göttlichen Lichts findet sich vielmehr z.B. schon in der Bibel wieder (Johannes 8,12 u.v.m.). Unter Suger wurde St. Denis der zentrale Ort der geistig-politischen Kräfte der aufstrebenden Monarchie, Kristallisationspunkt der Nationalidee Frankreichs und somit Ausgangspunkt des Stils, der für eine neue Verbindung von Kirche und französischem Königtum steht: der gotischen Kathedrale.
Sein Wirken als Schöpfer der neuen Klosterkirche schilderte und begründete er in Libellus de conservatione ecclesiae Sancti Dionysii und De rebus in administrationem sua gestis. Weitere Schriften aus seiner Hand sind Vita Ludovici VI. und Ordinatio.
Abt | Architekt | Politiker (Frankreich) | Franzose | Mann | Geboren 1081 | Gestorben 1151
Abbot Suger | Suger | Suger de Saint-Denis | Suger van St. Denis | Suger av Saint-Denis | Suger | Abade Suger de Saint-Denis | Abbot Suger
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"Suger von Saint-Denis".
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