| Flag of Sudan.svg | Sudan coa.gif | (Details) | (Details) |
Die Republik Sudan ist ein Staat in Nordost-Afrika, der am Roten Meer liegt und an Ägypten, Libyen, den Tschad, die Zentralafrikanische Republik, die Demokratische Republik Kongo, Uganda, Kenia, Äthiopien und Eritrea grenzt. Der Sudan ist das flächengrößte Land Afrikas und Khartum ist seine Hauptstadt.
Ein Teil des Staates Sudan ist Teil der Großlandschaft Sudan.
Durch den Sudan verlaufen die Nordäquatorialschwelle und die Zentralafrikanische Schwelle. Weitere geographische Objekte, an denen der Sudan Anteil hat, sind die Nubische Wüste, die Sahelzone und der Nil. Der höchste Berg ist der Kinyeti (3.187 m ü. NN).
Der Sudan hat eine Bevölkerung von 41.236.378 (Berechnung Juli 2006) und diese wächst mit 2,55 Prozent pro Jahr (Stand: 2006)*. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung beträgt 18,3 Jahre (Stand: 2006). Die Lebenserwartung beträgt 58.92 Jahre, wobei sie bei Männern 57,69 Jahre und bei Frauen 60,21 Jahre beträgt (Stand 2006).
Das Bruttonationaleinkommen (BSP) pro Kopf beträgt 383 Euro (Stand 2003) und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf beträgt 2.246 Dollar (Stand 2005) (rund 1.826 Euro).
Wichtigste Sprachen in Reihenfolge der Sprecherzahl: Arabisch (Sudanesisch-Arabisch; wird vor allem im Norden gesprochen), Nuer-Dinka (im Süden von 17 % der Gesamtbevölkerung gesprochen), Nubisch (am mittleren Nil von 9 % der Bevölkerung gesprochen), Bedscha (im Nordosten von 6 % der Bevölkerung gesprochen), Azande (im Südwesten von 3 % der Bevölkerung gesprochen), Bari (im Südosten von 2 % der Bevölkerung gesprochen). Eine kleine Bevölkerungsgruppe spricht Ndogo.
Der Islam ist in Sudan Staatsreligion. 70 % der Bevölkerung sind sunnitische Muslime, 25 % Animisten und 5 % Christen. Die Nichtmuslime leben hauptsächlich im Süden des Landes, der seit 1956 für die eigene Unabhängigkeit kämpft. Seit 2005 ist ein Friedensprozess eingeleitet worden, um den Krieg zu beenden.
Die Geschichte des Sudan reicht bis in die Pharaonenzeit zurück. Der Norden des Landes war oft ägyptische Provinz. Um 700 v. Chr. entstand das Reich von Kusch. Nach der Christianisierung im 6. Jahrhundert und der Entstehung christlicher Königreiche wird der Sudan - mit Ausnahme des Südens - zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert islamisiert. 1821 fällt das Land unter osmanisch-ägyptische Herrschaft und wird nach einer kurzen Periode der Unabhängigkeit, infolge des Mahdi-Aufstands in den Jahren 1881 bis 1898, anglo-ägyptisches Kondominium. Faktisch bleibt es bis 1953 britische Kolonie. Nach einer Phase der vorbereitenden Machtübergabe wird der Sudan 1956 unabhängig. Bis 1972 herrscht ein Bürgerkrieg, ausgelöst durch die Vormachtstellung des arabisch-muslimischen Nordens über den afrikanischen, christlich-animistischen Süden und als weitreichende Folge der Nord-Süd-Trennung während der Kolonialzeit. Die deutlich werdende ökonomische Benachteiligung des nun eigentlich autonomen Süd-Sudan und die Einführung der Scharia im gesamten Sudan führt ein Jahrzehnt nach Friedensbeschluß zum erneuten Kriegsausbruch. Von 1983 bis 2005 befindet sich das Land praktisch ununterbrochen im Bürgerkrieg. 2005 wird ein Friedensabkommen zwischen der Regierung im Khartum und der SPLA, der wichtigsten südsudanesischen Rebellengruppe, unterzeichnet. Es gewährt dem Süd-Sudan Autonomie und sieht ein Referendum über die Unabhängigkeit des Süd-Sudan für 2011 vor.
Seit 2005 regiert die Nationale Kongress Partei (NCP) und die Sudanesische Volksbefreiungsbewegung (SPLM) gemeinsam in der Regierung der Nationalen Einheit den Sudan. Diese Macht-Aufteilung wurde im Friedensabkommen von 2005 vereinbart und soll freie Wahlen für 2008 bis 2009 vorbereiten. Die Nationale Kongress Partei kam mit einem Militärputsch 1989 unter Umar Hasan Ahmad al-Baschir an die Macht und übte bis 2005 eine Alleinherrschaft aus, während die Sudanesische Volksbefreiungsbewegung bis 2005 für die Unabhängigkeit des Süd-Sudan kämpfte. Mit dem Friedensabkommen wurde die autonome Region Süd-Sudan geschaffen, die die Sudanesische Volksbefreiungsbewegung allein verwaltet.
Neben der Form des Islam, die vom islamischen Regime im Sudan eingeführt wurde und Frauen eine untergeordnete Rolle zuschreibt, gibt es starke kulturelle Strömungen wie den Zar-Kult, in denen Frauen eine wichtig spirituelle Rolle einnehmen und die auch heute noch praktiziert werden. Ende der 40er Jahre formierten sich dann die ersten Frauenvereine im Sudan, aus denen 1951 die Sudanese Women's Union hervorging. Seither ist eine Vielzahl von Frauenorganisationen entstanden, u.a. die New Sudan Women Federation (NSWF) und die Sudan Women’s Voice for Peace (SWVP) und die Women Action Group (WAG), die auch versucht haben, den Friedensprozess im Sudan voranzubringen. Balghis Badri (2005): Feminist Perspectives in the Sudan
Interessanterweise fällt die Positionierung dieser Organisationen gegenüber der auf der Scharia basierenden Gesetzgebung sehr unterschiedlich aus. Einerseits wird Frauen hier, besonders in der Familiengesetzgebung, eine Männern untergeordnete Rolle und beschränkte Rechte zugeschrieben, andererseits garantiert das Gesetz gleiche Rechte bezüglich Wahlrecht, Arbeitsrecht sowie Bildung und Gesundheit. Eine weitere Aktivität ist der Kampf gegen die im Sudan weiterhin verbreitete Beschneidung weiblicher Genitalien.
Eine wichtige Institution im Sudan ist außerdem die private Ahfad Universität für Frauen. Diese ist ausschließlich offen für weibliche Studierende, und hat, als eine der wenigen Universitäten im arabischen Raum, neben natur-, sozial- und agrarwissenschaftlichen und medizinischen Fakultäten auch ein Institut für women studies. Hier wird international vernetzt zu Themen wie gender, Feminismus und empowerment geforscht und gelehrt.
Hauptartikel: Konflikt in Darfur
Darfur wurde 2003 zum Schauplatz einer blutigen Rebellion gegen die arabisch-dominierte sudanesische Regierung mit zwei (schwarzafrikanischen) Rebellengruppen – der Sudanesischen Befreiungsarmee (Sudan Liberation Army, SLA) und der Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit (Justice and Equality Movement, Jem), die die Regierung beschuldigen, Afrikaner zugunsten der Araber zu unterdrücken. Im Gegenzug begann die Regierung einen Feldzug mit Luftbombardements und Bodenangriffen, durchgeführt von einer arabischen Miliz, den Dschandschawid. Die sudanesische Regierung wies jedoch eine Mitschuld an den Verbrechen muslimischer Milizen in Darfur zurück.
Am 8. April 2004 wurde aufgrund des internationalen Drucks ein Waffenstillstandsabkommen geschlossen, für dessen Einhaltung die Friedensmission African Union Mission in Sudan (AMIS) mit logistischer Unterstützung der NATO sorgen soll. Trotz dieser Anstrengungen kommt die Region aber bis Ende 2005 nicht zur Ruhe.
Am 5. Mai 2006 unterzeichnet die sudanesische Regierung und die bedeutendere Fraktion der Sudanesische Befreiungsarmee (SLA) unter Minna Minnawi ein Friedensabkommen in Abuja05.05.2006 - Sudan Tribune: "Darfur rebel SLA-Minawi, Sudan govt agree peace deal"05.05.2006 - Sudan Tribune: "Darfur peace plan in Jeopardy". Die andere Fraktion der SLA unter Abdelwahid Al-Nur und die Bewegung für Gleichheit und Gerechtigkeit (JEM) lehnen eine Zustimmung zum Abkommen ab, da sie ihre Hauptforderungen der sofortigen Schaffung einer Region Darfur anstatt der drei Bundesstaaten und die Einrichtung eines zweiten Vizepräsidenten für Darfur nicht berücksichtigt sehen05.05.2006 - Sudan Tribune: "Two of three rebel groups refuse Darfur peace deal".
Aufgrund der Kritik Osama Bin Ladens am Königshaus von Saudi-Arabien zum Vorgehen im Irak-Krieg wurde er von Saudi-Arabien zur persona non grata erklärt und man versuchte seiner Person habhaft zu werden. Wegen dieser Bedrohung floh Osama Bin Laden 1991 in den Sudan, der aufgrund eines Militärputsches von 1989 durch General al-Baschir und dessen islamisch-fundamentalistische Bestrebungen international isoliert war. Hier wurde Bin Laden vor allem geschäftlich tätig: Mit seiner Baufirma nahm er den Neubau einer Autobahn von Khartum nach Bur Sudan in Angriff und gründete eine Geschäftsbank. 1994 wurde ihm aufgrund seiner internationalen terroristischen Aktivitäten die saudische Staatsbürgerschaft entzogen. Auf saudischen und amerikanischen Druck hin verwies der Sudan 1996 Osama bin Laden des Landes, der daraufhin nach Afghanistan reiste.
Trotz des Nachgebens galt der Sudan weiterhin in den USA als Terrorstaat und 1998 kam es nach den Bombenanschlägen auf die US-Botschaften in Nairobi, Kenia und Daressalam, Tansania zu einer Vergeltungsaktion seitens der USA auf die asch-Schifa-Arzneimittelfabrik, in der eine Giftgasfabrik vermutet wurde. Eine Verstrickung in die Bombenanschläge oder die Produktion von Giftgas in der bombardierten Fabrik konnten bis heute nicht nachgewiesen werden.
Hauptartikel: Liste der Sudanesischen Bundesstaaten
Der Sudan ist in 26 Bundesstaaten (wilayat) unterteilt, die sich wieder in insgesamt 133 Distrikte gliedern.
Der wichtigste Seehafen befindet sich in Port Sudan, über den das Erdöl aus dem Landesinneren mittels einer Pipeline exportiert werden kann.
Der Sudan verfügt über etwa 4.068 Kilometer Wasserstraßen, wovon 1.723 Kilometer (Blauer Nil und Weißer Nil) ganzjährig befahrbar sind. Wichtige Flusshäfen sind Dschuba, Khartum, Kusti, Malakal, Nimule und Wadi Halfa.
Sudan Map Oelgas.png Der Sudan verfügt über reichhaltige Vorkommen von Bodenschätzen, wie zum Beispiel Erdöl, Eisen, Marmor, Gold und Uran. Allein die Erdölvorkommen werden nach US-amerikanischen Schätzungen aus den 1990er Jahren auf rund 3 Milliarden Barrel beziffert. Bisher sind die meisten Ölfelder noch nicht erschlossen – teilweise sind sogar die Konzessionen noch nicht vergeben. Allerdings arbeitet die Greater Nile Petroleum Operating Company daran, dem abzuhelfen.
Haupt-Export-Länder (Stand 2004) sind China (64,3 %), Japan (13,8 %) und Saudi Arabien (3,7 %).
Haupt-Import-Länder (Stand 2004) sind Saudi-Arabien (11,7 %), China (10,7 %), die VAE (6,2 %), Ägypten (5,2 %), Deutschland (4,9 %), Indien (4,6 %), Australien (4,1 %) und Großbritannien (4 %).
Das bilaterale Handelsvolumen betrug im Jahr 2003 gut 150 Mio. Euro. Sudan exportierte Waren im Wert von 39,7 Mio. Euro nach Deutschland. Traditionelle Hauptexportgüter sind Baumwolle, Gummi Arabicum sowie in geringen Mengen Sesam, Nüsse und Häute.
Die sudanesischen Importe aus Deutschland umfassten im Jahr 2003 Waren im Wert von 111 Mio. Euro, darunter hauptsächlich Maschinen und Ausrüstungen, sowie Fertigerzeugnisse, Chemikalien, Lebensmittel und Textilien.
Touristische Ziele sind der Berg Barkal mit den historischen Zentren der Städte Meroe und Napata, die 2003 von der UNESCO den Status als Weltkulturerbe erhalten haben, sowie die Tauchgebiete am Roten Meer, der Dinder- und Boma National Park und der Vulkan-Berg Marra.
| Beitrittsdatum | Organisation | Abkürzung | Kommentar |
|---|---|---|---|
| 1956 | Vereinte Nationen | UNO | |
| 1956 | Arabische Liga | - | |
| 1963 | Organisation für Afrikanische Einheit | OAU | Vorläufer der AU |
| 1969 | Organisation der Islamischen Konferenz | OIC | |
| 1981 | Preferential Trade Area for Eastern and Southern Africa | PTA | Vorläufer der COMESA |
| 1986 | Intergovernmental Authority on Drought and Development | IGADD | Vorläufer der IGAD |
| 1994 | Common Market for Eastern and Southern Africa | COMESA | Nachfolge der PTA |
| 1996 | Intergovernmental Authority on Development | IGAD | Nachfolge der IGADD |
| 2001 | Afrikanische Union | AU | Nachfolge der OAU |
Soedan | ሱዳን | Sudán | Sudan | السودان | Sudán | Судан | Sudan | Sudan | Súdán | Sudan | Sudan | Sudan | Sudano | Sudán | Sudaan | Sudan | سودان | Sudan | Soudan | Sudan | Sudán - السودان | סודאן | सूडान | Sudan | Soudan | Szudán | Sudan | Sudan | Súdan | Sudan | スーダン | 수단 | Sudan | Soudan | Sudanas | Sudāna | Судан | Sudan | Sudan | Soedan | Sudan | Sudan | Sodan | Sudan (państwo) | Sudão | Sudan | Sudan | Судан | Sudan | Sudan | Sudán | Sudan | Sudani | Судан | Sudan | Sudan | ประเทศซูดาน | Sudan | Sudan | سۇدان | Судан | Sudan | 苏丹共和国 | Sudan