Suchen ist die Tätigkeit oder der Versuch, ein Ding nach bestimmten Kriterien zu finden. Dabei ist zu unterscheiden, ob der Ort eines bestimmten Objektes gesucht wird (aufsuchen), oder ob eine Menge von Objekten gefunden werden soll, die gewissen Kriterien entsprechen (zusammensuchen). Auch ist zu unterscheiden, ob die zu durchsuchende Menge (der Suchraum) endlich ist oder nicht.
Oft wird aber auch ein Streben (besonders nach Wissen) als Suchen bezeichnet, zum Beispiel die Suche nach dem Sinn des Lebens.
Finden ist, neben dem erfolgreichen Ergebnis einer Suche, auch Entdecken, also der Zugang zu Etwas, dass man nicht gekannt und folglich nicht gesucht hat.
Suchen und Finden von Informationen ist ein zentrales Problem der menschlichen Erkenntnis, und Untersuchungsgebiet einer Reihe von Wissenschaftszweigen. Auf den wissenschaftlichen Aspekt wird im Weiteren näher eingegangen.
Suchen
Suchen beim Menschen
Suchen beim Menschen erfordert eine
bewusst oder
unbewusst ablaufende Lenkung der
Aufmerksamkeit auf Teile der
Wahrnehmung. Es werden
motorische Programme ausgeführt die entweder
gelernt wurden oder
reflexartig zur Verfügung stehen oder die im Rahmen von spezifischen
Entwicklungsphasen erworben wurden. Suche erfordert
Motivation und ein gesuchtes
Objekt.
Neugierde ist ein
Motivationsfaktor der
spielerischen Suche.
Training macht die
Suchstrategie und ihre Umsetzung
effektiver.
- In der visuellen Wahrnehmung gehören zu motorischen Suchprogrammen beispielsweise das Wahrnehmen von Fixationspunkten und das Hinspringen und Fokussieren der Fixationspunkte. Die Sakkaden beim Eisenbahnnystagmus können ebenfalls als motorisches Suchprogramm in der visuellen Wahrnehmung interpretiert werden. Das sogenannte Sichern des Wildes bei der Nahrungsaufnahme lässt sich auch im übertragenem Sinn beim Menschen feststellen und ist eine laufende Suche nach möglichen Gefahren.
- Die Suche des Säuglings nach der Mutterbrust scheint eine der frühen und wesentlichen Suchprogramme in der visuellen Wahrnehmung zu sein, wenn auch nicht geklärt ist, ob es dafür so etwas wie einen Angeborenen Auslösemechanismus gibt.
- Spiele die in den kindlichen Entwicklungsphasen visuelles Suchen behandeln sind beispielsweise die „Guck-Spiele“ mit dem Säugling, bei denen die Bezugsperson das Kind anschaut, dann das eigene Gesicht abdeckt (oder den Kopf z. B. auf den Bauch des Säuglings legt) und dann plötzlich das Kind wieder freudig anschaut und damit beim Kind freudiges Wiederentdecken auslöst. Das Spiel "Ich seh, ich seh, was Du nicht siehst" legt auch den Fokus auf die visuelle Wahrnehmung gemeinsam mit Benennen von Objekten. Das Ostereiersuchen oder Versteckspiele mit gleichaltrigen Kindern sind Spiele in der visuellen Wahrnehmung, die wesentlich auch die (lokomotorische) Bewegung einschließen.
- In der auditiven Wahrnehmung lässt sich schon beim Säugling das Gehör prüfen, in dem der Untersucher bzw. die Untersucherin ein Geräusch in der Nähe des zu prüfendes Ohrs, aber außerhalb des Gesichtsfeld, erzeugt (z. B. mit einem Schlüsselbund klingeln). Der Säugling wendet sich bei intaktem Gehör dem Geräusch zu, d. h. er sucht nach der Schallquelle.
- In der taktilen Wahrnehmung' wird beispielsweise ein Reiz wie ein Gelsen-(Mücken-)stich erlebt und dieser löst eine mehr oder weniger präzise Suchreaktion aus, mit der die Gelse durch einen Schlag der Hand getroffen wird, ohne eine visuelle Rückkopplung zu benötigen. Auch das Kratzen einer juckenden Stelle ist das Ergebnis einer Suche in der taktilen Wahrnehmung.
- In der olfaktorischen Wahrnehmung können bestimmte Gerüche komplexe Suchprogramme (Assoziationskette) auslösen.
- In der gustatorischen Wahrnehmung können einzelne Geschmacksstoffe auch aus komplexen Nahrungsmittelgemischen heraus gesucht werden, z. B. ein Hauch Zitrone in einem Soufflé.
Suchen in der Informatik
Zum systematischen Durchsuchen von
Datenmengen gibt es in der
Informatik verschiedene
Suchverfahren.
Suchprobleme sind hier (in der
Status-basierten Suche) durch einen
Startzustand, einen
Endzustand (beide meistens in einer
symbolischen Repräsentation) definiert, zusätzlich eine Menge von
Operatoren, welche durch Anwendung auf den Startzustand den
Suchraum aufspannen und letztlich noch eine
Funktion, welche einem sagt, ob der aktuelle Zustand mit der Zielzustandsbeschreibung übereinstimmt.
Es ist zu beachten, dass die Lösung eines Problems ganz allgemein immer als Suche nach der Lösung in einer Menge von möglichen Lösungen (dem Lösungsraum) verstanden werden kann. Eine Lösung kann nur der Zielzustand sein, aber auch der Pfad zum Ziel oder die Operatorenreihenfolge. Ist der Suchraum endlich, so führt die Suche (eine geeignete Suchstrategie vorausgesetzt) immer zu einem Ergebnis - bei unendlichen (Lösungs-)Mengen muss die Suche nach gewissen Kriterien (z. B. nach einer bestimmten Zeit) abgebrochen werden.
Die Suche in einer endlichen Menge kann dadurch beschleunigt (effizient gestaltet) werden, dass über den Daten ein (Such-)Index (z. B. in Form eines B-Baums) erstellt wird, der nach einem bestimmten Kriterium sortiert ist – so müssen nicht mehr alle Einträge betrachtet werden, um einen bestimmten zu finden (z. B. in einem Telefonbuch). Dieses Vorgehen ist sehr wichtig für die Funktionsfähigkeit von Datenbanken und Suchmaschinen.
Unterschieden wird in der Informatik zwischen Brute-Force-Suche (durch uninformierte Suche den kompletten Suchraum durchsuchen, oft ein intraktables Problem bei NP-harten Problemen) und heuristischer Suche (geschicktes Raten der Operatoren, die Effizienz wird oft stark verbessert, aber es gibt keine Garantie, dass diese Heuristiken immer ein Ergebnis liefern); Erwähnenswert ist hier der oft benutzte A* Algorithmus.
Finden
Während eine
Suche erfordert, dass man weiß, wonach man sucht, umfasst
Finden auch Informationen, von denen man gar nicht gewusst hat, dass es sie gibt. Daher ist das erfolgreiche Finden ein grundlegend aufwändigerer Vorgang als die reine Suche.
Dies sei an einem Beispiel erläutert:
- Suche in der Wikipedia: Um im Datenbestand der Wikipedia einen bestimmten Sachverhalt zu Finden, benötigt es nur einen passenden Satz an Suchbegriffen (eine Suchmaske), eine Suchfunktion, die hier als Suchleiste implementiert ist, und einer – mehr oder minder – leistungsfähigen Suchmaschine, um ein Ergebnis zu bekommen.
- Um dem Leser aber zu ermöglichen, seinen Wissensstand grundlegend zu erweitern, bedarf es eines umfangreichen Apparats, der das eigentliche Wesen der Wikipedia ausmacht, wie zum Beispiel: Das von zahlreichen Autoren gepflegte System der verlinken, um Verbindungen zwischen Sachverhalten herzustellen; die Begriffsklärungsseiten, die den Leser bei unzureichenden Suchbegriffen näher an sein Ziel zu führen; die Kategorien und Portale, die Inhalte systematisieren.
- Eine Faustregel des Webdesigns besagt, dass zehn Prozent einer Webpräsenz der Navigation dienen - also ausschließlich der Präsentation, welche Information da zu finden ist.
- Auf die Wikipedia angewendet bedeutet das, dass von den weltweit ungefähr zwei Millionen Artikeln (Ende 2005) vermutlich wohl eine viertel Million nicht Wissen im eigentlichen Sinn vermitteln, sondern Metainformation (Information darüber, wo welche Information steht) tragen und auch die Gesamtheit der Mitarbeiter einen bedeutenden Teil ihrer Zeit damit verbringt, diesen Apparat zu pflegen, ohne den eigentlichen Datenbestand zu erweitern.
Tatsächlich verfügen die Informationswissenschaften noch wenig Erkenntnisse über die a priori-Abschätzung von Findungsstrategien – das sind Voraussagen, ob, und auf welchem Weg Etwas gefunden werden kann, das nicht gesucht wird. Auch heute noch wird der Großteil der notwendigen Metainformation handverlesen.
Typische Konstruktionen, die das Finden erleichtern, sind Strukturierungen und Verzeichnisse, wie etwa Klassifikationen, Sortierungen, das Inhaltsverzeichnis, oder das Abstrakt.
Siehe auch
Weblinks
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