Unter Subdominante versteht man in der musikalischen Funktionstheorie den Akkord über der IV. Stufe einer Tonleiter. Der Grundton der Subdominante liegt also eine Quinte unter dem Grundton der Tonika bzw. eine Quarte darüber. Von diesem Umstand leitet sich auch der Name Subdominante ab. Rameau prägte den Begriff Dominante für Akkorde, die eine Quinte über dem Zielakkord liegen. Akkorde, die eine Quinte unter dem Zielakkord liegen, heißen demnach Subdominante (Unterdominante).
Beispiele
- Der Dreiklang auf der vierten Stufe von C-Dur besteht aus den Akkordtönen f - a - c. Die Subdominante von C-Dur ist somit der F-Dur-Dreiklang.
- Der Dreiklang auf der vierten Stufe von d-Moll besteht aus den Akkordtönen g - b - d. Die Subdominante von d-Moll ist somit der g-Moll-Dreiklang.
Wirkung
In ihrer klanglichen Wirkung stellt die Subdominante ein Gegengewicht zur Dominante dar und wird oft als Ruhepol empfunden. In ihrer Zielrichtung ist sie wesentlich offener als die Dominante. Sie wird häufig als Ausgang für anstehende Modulationen verwendet. So, wie der Dominante „Wärme“ zugesprochen wird, gilt die Subdominante als „kühler“ Bereich. Der
Plagalschluss als Akkordwechsel der Form
Subdominante - Tonika wirkt weniger zwingend als der Dominantschluss
Dominante - Tonika. Die Wirkung der Subdominante lässt sich durch das Hinzufügen der großen Sexte verstärken (bei F-Dur ein hinzugefügtes d). Der so gewonnene Akkord wird nach Rameau auch kurz „Sixte ajoutée“ genannt
(Accord de la sixte ajoutée). Ebenso gebräuchlich ist der Begriff „Rameau-Akkord“.
Ein weiterer subdominantischer Akkord ist der
Neapolitanische Sextakkord (kurz: Neapolitaner). Bei ihm fehlt die Quinte und wird durch die (in Dur tonleiterfremde) kleine Sexte ersetzt. Sowohl in Dur als auch in Moll wird stets die kleine Moll-Terz verwendet. In den Grundtonarten C-Dur wie auch c-Moll lauten die Töne des Neapolitaners folglich f-as-des. Da das Tonmaterial des Neapolitaners mit dem im
Quintenzirkel weit entfernten Des-Dur-Akkord identisch ist, wird er gerne für
Modulationen verwendet.
Siehe auch
- Harmonik, für einen allgemeinen Überblick über die Lehre der Akkordverbindungen
- Quintenzirkel, für die Subdominant- und Dominantbeziehungen zwischen den Tonarten.
- Kadenz, für das Grundmodell einer Akkordfolge
- Doppelsubdominante
Musiktheorie
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