Sanchi2.jpg
Der Stupa (gram. gen. m, im Deutschen ist auch f gebräuchlich: "die Stupa") ist ein Denkmal, ein Symbol für den Buddha und den Buddhismus.
Vorbuddhistischer Ursprung
Mit
Stupa war in uralten Zeiten der Erdhügel gemeint, der über den Überresten einer toten Person errichtet wurde (aus dem
Sanskrit stup: aufhäufen, ansammeln). Dieser Hügel hatte die Form einer Halbkugel und war meist aus Erde oder auch aus Stein gemacht: die
Inder setzten einen Stab in den Mittelpunkt der Halbkugel und beerdigten die Gebeine unter ihm. Der Stab wurde als Verbindung zum Zentrum des Universums angesehen, welches alle Energie sammelte und die Geburt allen Lebens beeinflusste. Die (Halb-)Kugel als Symbol für Vollständigkeit zeigte die Balance von Energie im Universum, wurde zum Symbol des Universums.
Buddhistische Anfänge
Diese Idee wurde vom Buddhismus übernommen. In der
Mahaparinibbana Sutra wird erwähnt, daß vier Personenkreise würdig genug sind, einen solchen
Grabhügel zu erhalten: Ein Vollendeter, ein Heiliger, „vollkommen Erwachter“ (also ein historischer Buddha -
Samma-Sambuddha), ein „einzeln Erwachter“ (also ein Buddha, der allerdings nicht das
Dhamma predigt -
Pacceka-Buddha), ein Jünger des Vollendeten und ein Kaiserkönig (
Chakravartin - Universeller Monarch).
Ausbildung eigener Formensprache
In nur wenigen
Jahrhunderten entwickelte sich der schlichte Grabhügel zu der Grundform der heutigen Stupas, der
Stupa von Sanchi (Zentral-Indien). Bereits hier sind die vier Grundelemente zu erkennen: eine quadratische Plattform als Basis, das halbkugelige Kuppelgewölbe, eine Reliquien-Kammer, die Spitze, oft auch durch einen stilisierten Schirm ersetzt, die mit einer „Krone“, einem „Juwel“ (welches oft wörtlich zu nehmen ist) abgeschlossen ist. Diese vier Elemente stehen für die Elemente des Buddhismus: den
Sangha (Basis), das
Dhamma (die Kugel), den
Buddha (die Reliquienkammer, die Spitze) und das
Nibbana (das Juwel).
Nationale Eigenentwicklung
Aus dem Stupa entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte in
Sri Lanka die
Dagoba, in
Thailand wurde daraus wiederum die
Chedi weiterentwickelt. Daraus ergab sich in
Laos der
That. Die nördliche Entwicklungslinie zeigt in
Tibet den
Chörten, im
chinesischen Raum den
Ta und in Ostasien die
Pagode.
Rituelle Bedeutung
In Thailand werden die Stupas in Ehrerbietung barfuß rechts herum (damit die
reine Hand zum Buddha zeigt) andächtig umschritten - meist verbunden mit Blumen-, Weihrauch- und Kerzen-Opfern.
Bildergalerie
Bild:Dagoba_Colombo.jpg|Dagoba in Colombo, Sri Lanka
Bild:Phra Pathom Chedi.jpg|„Phra Pathom Chedi“, Nakhon Pathom, Thailand
Bild:Bangkok-Wat Phra Kaeo-Phra Sri Rattana.jpg|„Phra Sri Rattana“ („Goldener Chedi“), Bangkok, Thailand
Image:Wat Phnom-Phnom Penh-Cambodia.jpg|Wat Phnom, Phnom Penh, Kambodscha
Bild:Chorten Tibet.jpg|Chörten, Tibet
Bild:Stupa Chorten Ladakh.jpg|Chörten, Ladakh
Bild:IMG 1444 Kinkaku-ji.JPG|Kinkaku-ji, Kyōto, Japan
Bild:SensojiPagoda1468.jpg|Senso-Ji, Tokio, Japan
Literatur
- Heino Kottkamp: Der Stupa als Repräsentation des buddhistischen Heilsweges. Untersuchungen zur Entstehung und Entwicklung architektonischer Symbolik, Harrassowitz, Wiesbaden 1992, ISBN 3-447-03306-1
- Adrian Snodgrass: The symbolism of the Stupa, Motilal Banarsidass, Delhi 1992, ISBN 81-208-0781-2
Web-Links
Tempelbau | Buddhistisches Bauwerk
Stupa
Stupa | Stûpa | 스투파 | Stupa | Stupa | 窣堵坡