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Studienseminare sind Einrichtungen, an denen angehende Lehrerinnen und Lehrer ihre zweite Phase der Lehrerausbildung absolvieren. Die Bezeichnung "Referendar" wird dabei in der Regel nur für das Lehramt am Gymnasium verwendet (höherer Dienst). Für Auszubildende an Grundschulen, Hauptschulen, Realschulen und Förderschulen wird die Bezeichnung "Lehramtsanwärter" verwendet (siehe auch Lehramtsreferendariat).

Rechtlich handelt es sich um den Schulen und ihren jeweiligen Organisationsformen zugeordnete Einrichtungen, die der Aufsicht des Staates unterstehen und weisungsgebunden sind, im Unterschied zu den Universitäten, für die die Verfassungsgarantie der Freiheit von Forschung und Lehre gilt. Die Ausbildungsdauer beträgt je nach Schulform und Bundesland 1,5 bis 2 Jahre. Ziel der Ausbildung soll, ausgehend vom wissenschaftlichen Hochschulstudium, die didaktische und methodisch unterrichtsspezifische Umsetzungsmöglichkeit des einzelnen Faches sein. Darüber hinaus umfasst die Zielsetzung dieser Ausbildungsphase grundsätzlich alle Kompetenzen, derer Angehörige der Lehrerprofession bedürfen.

Diese Einrichtung der zweiten Phase ist europaweit singulär; sie geht historisch auf das Referendariat der Juristen aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts zurück, als der preußische Staat nach der Universitätsreform eine Einrichtung benötigte, die ihm loyale und subalterne Staatsdiener garantierte.

Obwohl diese zweite Phase sehr viel Geld kostet, ist bisher - auch nicht im Rahmen der allgemeinen Evaluationseuphorie und der Sparmaßnahmen - noch niemals eine fundierte Untersuchung ("Evaluation") über den Sinn dieser Einrichtung vorgelegt worden. So ist es durchaus zweifelhaft, dass die Referendare im Zwiespalt zwischen den Kulturen der jeweiligen Ausbildungsschulen, an denen sie tätig sind, und den Theorien und Auffassungen der Fachleiter und unter der Drohung einer schlechten Benotung in der 2. Staatsprüfung eine ehrliche und den Standards der pädagogischen Wissenschaft sowie psychologischen Erkenntnissen entsprechende Unterstützung bei der Herausbildung ihres eigenen Professionsprofils erfahren.

  • In Baden-Württemberg existieren sieben Staatliche Seminare für Didaktik und Lehrerbildung in Freiburg, Heilbronn, Karlsruhe, Reutlingen, Rottweil, Schwäbisch Gmünd und Stuttgart mit den Abteilungen Grund- und Hauptschule, Realschule, Sonderschule, Gymnasium und berufliche Schule, 15 Seminare mit ein oder zwei Abteilungen und vier Pädagogische Fachseminare für die Ausbildung von Fachlehrern für musisch-technische Fächer.
  • In Nordrhein-Westfalen existieren 84 Seminare für die zweite Phase der Lehrerbildung (vgl. http://www.studienseminare.nrw.de/ )
  • In Niedersachsen gibt es 54 Studienseminare, davon 18 Studienseminare für den gymnasialen Bereich (Stand 2006), Adressen und Links auf www.nibis.de (Niedersächsischer Bildungsserver)

Pädagoge (Ausbildung und Beruf)

Akademische Bildung

 

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