Als Spieler hatte Pearce eine lange und erfolgreiche Karriere und wird als einer der besten linken Außenverteidiger in der Geschichte der englischen Nationalmannschaft betrachtet.
Er erhielt dann jedoch erneut ein überraschendes Angebot für ein Probetraining bei dem damaligen Topverein Coventry City, welches er auch bestand. Sein Debüt erfolgte im Jahr 1983. Er etablierte sich schnell als kompromissloser linker Außenverteidiger, dessen Spielweise hart aber fair war. Zwei Jahre später wurde er von Brian Clough für den Verein Nottingham Forest verpflichtet.
Pearce hat mehr als 10 Jahre für Nottingham Forst gespielt, die meiste Zeit als Mannschaftskapitän und kurzzeitig sogar als Spielertrainer und Interimscoach, während der Verein nach einem Nachfolger für die Trainerposition suchte. Er gewann dort zweimal den Ligapokal und einmal den Simod Cup, ein Pokalwettbewerb, der zwischen 1985 und 1992 als Ersatzwettbewerb für englische Vereine, die kollektiv wegen der Katastrophe im Brüsseler Heysel-Stadion für europäische Wettbewerbe ausgeschlossen wurden, ausgespielt wurde. Während der FA Cup-Finalbegegnung im Jahr 1991 erzielte er ein Freistoßtor, musste sich mit seinem Verein dennoch den Tottenham Hotspurs geschlagen geben.
Pearce debütierte für die englische Nationalmannschaft in der Partie gegen Brasilien im Jahr 1987 (als 999er Spieler in der Geschichte). Von 1988 an war Pearce dann stets Stammspieler auf der Position des linken Außenverteidigers in der Nationalmannschaft und verzeichnete insgesamt 78 Einsätze.
Im Jahr 1990 wurde in der Vorrunde der WM 1990 ein Freistoßtor von Pearce im Spiel gegen die Niederlande nicht anerkannt. England gelangte bis in das Halbfinale gegen Deutschland, und Pearce vergab dort, nachdem das Spiel nach regulärer Spielzeit 1:1 endete, im entscheidenden Elfmeterschießen als einer von zwei Schützen. Pearce verließ das Feld weinend, wurde aber niemals für die Niederlage verantwortlich gemacht, da sein Elfmeter von Bodo Illgner pariert wurde, im Gegensatz zu Chris Waddle, dessen Elfmeter weit über das Tor flog.
Pearce nahm an der erfolglosen EM 1992 teil, bei der England ohne Sieg bereits in der Vorrunde ausschied. Erneut wurde ihm ein Freistoßtor aberkannt, in diesem Fall in der Partie gegen Frankreich. Zum Abschluss der zu diesem Zeitpunkt bereits verpassten Qualifikation für die WM 1994 in den USA gesellte sich für Pearce auch ein persönlicher fußballerischer Tiefpunkt, als er nach nur 8,3 Sekunden das Gegentor in der Partie gegen San Marino, einem der schwächsten Fußballteams überhaupt, verschuldete (England gewann diese Partie noch 7-1).
Als Terry Venables im Jahr 1994 die Nationalmannschaft übernahm, verlor Pearce zunächst seinen Stammplatz an Graeme Le Saux, gewann ihn jedoch zurück, als der Verteidiger der Blackburn Rovers wegen eines Beinbruchs ausfiel. Pearce behielt diese Position bis zur EM 1996, wo er mit einem erfolgreich verwandelten Strafstoß im Elfmeterschiessen gegen Spanien, welches England dann auch gewann, sein Trauma von der WM 1990 besiegte. Sein kraftvoller und emotionaler Torjubel inmitten des ekstatischen Publikums im Wembley-Stadion wurde zu einem der bekanntesten Bilder im englischen Fußball. Im Halbfinale gegen Deutschland verwandelte er erneut seinen Strafstoß im Elfmeterschießen, aber Deutschland gewann die Partie dennoch.
Nach dem Turnier nahm Pearce gemeinsam mit den „Elfmeter-Unglücksraben“ Chris Waddle und Gareth Southgate (der den entscheidenden Strafstoß gegen Deutschland bei der EM 1996 vergab) einen heiteren Werbespot für Pizza Hut auf, in dem sie sich über ihre eigenen Missgeschicke lustig machten.
Als Nottingham Forest aus der Premier League abstieg, verließ Pearce den Verein in Richtung Newcastle United und erreichte dort erneut ein FA Cup-Finale, wo er jedoch erneut unterlag. Seine Karriere in der englischen Nationalmannschaft schien mit der Wiedergenesung von Le Saux schon zu Ende zu sein, aber als Kevin Keegan die Nationalmannschaft übernahm, feierte er im Alter von 36 Jahren sein Comeback. Er wechselte erneut, dieses mal zu West Ham United. Weitere Einsätze in der Nationalmannschaft fanden wegen eines Beinbruchs nicht mehr statt.
Nach seiner fußballerischen Karriere blieb Pearce bei Manchester City in seiner Rolle als Trainerassistent und wurde ab dem 10. März 2005 als offizieller Nachfolger von Keegan angestellt. Er äußerte den Wunsch nach einem dauerhaften Vertrag, wurde jedoch erst einmal auf Probe und unter Vorbehalt der kommenden Resultate beschäftigt. Am 12. Mai 2005 wurde Pearce als dauerhafter Coach ernannt.
Pearce ist verheiratet mit Liz und ein bekennender Fan von Punk-Rock. Während seiner Karriere erhielt er wegen seiner harten und unnachgiebigen Spielweise den nett gemeinten Spitznamen 'Psycho'. Dieser wurde ursprünglich von den Fans von Nottingham Forest erfunden. Später übernahmen ihn die Fans der englischen Nationalmannschaft dann.
Obwohl Pearce mit insgesamt 78 Einsätzen in der Nationalmannschaft zur Zeit auf Platz 11 der Liste der meisten Berufungen steht, war er nicht Rekordnationalspieler auf seiner Position. Diese Ehre gebührt seinem Vorgänger Kenny Sansom mit insgesamt 86 Einsätzen und Platz 6 auf der ewigen Liste. Nichtsdestotrotz wurde Pearce in einer jüngsten TV-Umfrage nach der besten englischen Nationalmannschaft aller Zeiten auf seiner Position mit einer Mehrheit gewählt. Die anderen Kandidaten, Sansom and Ashley Cole, blieben deutlich dahinter.
Mann | Fußballspieler (England) | Fußballtrainer | Geboren 1962
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